Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der Arbeit des Präsidiums 157 geben. Tatsächlich ist auch festzustellen, dass hier ein gewisser Mangel herrscht. Unsere arbeitenden Menschen haben nicht ganz mit Unrecht das Gefühl, etwas isoliert zu stehen in der speziellen Tätigkeit ihrer Gruppe und zu wenig verbunden zu sein mit dem Ganzen. Um diesem Misstand abzuhelfen, haben wir uns entschlossen, fortlaufend im J. St. einen kurzen informierenden Ueberblick über die letzten tatsächlichen Geschehnisse des Kartells zu geben, um so allen Bundesbrüdern zu ermöglichen, intensiv an dem Leben des Gesamtbundes teilzunehmen. Ausgehend von dem von uns immer wieder betonten Gedanken, dass es sich zunächst darum handelt, das Kartell als eine feste Organisation wiederherzustellen, die verschiedenen, ein wenig zusammenhanglosen Gruppen, zu einem einheitlichen Bunde zusammenzuschweissen, versuchten wir einen innigen Konnex zwischen den einzelnen Verbindungen und der Zentrale, dem Präsidium, herzustellen. Eines unserer Hauptmittel, um dieses zu erreichen, sind Reisen der Präsidial- Mitglieder mit der Möglichkeit anschliessender persönlicher Aussprache. Von diesem Mittel wurde ausgiebig Gebrauch gemacht. Es wurden etwa in dem Zeiträume vom Februar bis Ende Mai sämtliche irgendwie bedeutsamen Gruppen des Kartells besucht (mit Ausnahme von Bonn und Köln, die neuerdings auch zu den grossen- Gruppen des Kartells gehören). Ueber die vorhandenen Kräfte im Kartell orientieren am besten folgende Zahlen. In Berlin fand vor kurzem eine Treffahrt der Berliner Verbindungen statt, an der zirka siebenzig bis achtzig Bundesbritder (und zwar aktive, dazu kam noch eine Reihe Alter Herren, die sich an dieser Treffahrt etwas zahlreicher beteiligten,) teilnahmen. Das Hauptkantingent stellte der Ruder-V.J.St. und der Sport-V.J.St, die beide kontinuierlich und gut arbeiten. Unsere dritte Berliner Verbindung, die Maccabäa, ist nach einer gewissen Periode, in der ihre Arbeit weniger positiv zu werten war, wieder dabei, sich zu restaurieren. Es darf schon jetzt mit Bestimmtheit gesagt werden, dass es in kurzer Zeit gelingen wird, sie auch wieder zu einer wirklich wertvollen Position der Kartells zu machen. Recht zufriedenstellend haben bis jetzt ebenfalls gearbeitet die Verbindungen in Hamburg nnd die Königsberger Maccabäa. Angedeutet wurde schon, dass die Verbindungen Bonn und Köln sich, besonders in der letzten Zeit, recht erfolgreich entwickelt haben, so dass wir hoffen können, auch hier Gruppen zu schaffen, die uns würdig repräsentieren und nun kontinuierliche Kartellarbeit durchzuführen imstande sind. Am 29. Mai fand im Odenwald (Bickenbach) eine Tretfahrt der Verbindungen aus Heidelberg, Würzburg, Karlsruhe, Darmstadt, Oicsseu, Friedberg und des Rumpfes der Frankfurter Verbindung s'att. Nach langer Zeit fanden sich in Süddeutschland, wo der K-J.V.-Gedanke sehr vernachlässigt war, wieder einmal siebenzig bis fünfundsiebenzig Bundesbrüder zusammen. Wenn auch diese Treffahrt noch nicht den Stempel letzter Vollkommenheit;rug (wir brauchen bei derartigen Gelegenheiten etwas mehr äussere Disziplin und können eine gewisse unentbehrliche ästhetische Harmonie eines derartigen Kreises