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Der jüdische Student · 1924-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Der Sport als gemeinschaftsbildender Faktor 153 Der Sport als gemeinschaftsbildender Faktor. Von Robert Atlasz, Sport-V. J. St., Berlin A. H. Auf der Suche nach neuen Formen hat in den Nachkriegsjahren der Sport einen immer grösseren Raum im Kartell eingenommen. Leider immer noch mehr in der Theorie als in der Praxis. Es gibt trotz mancher guter J.St.-Artikel, trotz vieler Referate und Karteiltagsbeschiüsse, Konventsieden noch immer sehr viele Bundesbrüder, die die Bedeutung des Sportes in jeder Hinsicht verkennen. Bei starker Propagierung des Spprtgedankens kommt man noch leicht in den Verruf „Sportfex" oder „Clubfanatiker" zu sein — einfach, weil viele Bundesbrüder die ungeheuren erzieherischen, ethischen Werte des Sports nicht begreifen. Sogar in den eigentlichen Sportverbindungen begegnet man heutzutage noch solcher Gleichgültigkeit und Ignoranz. Es ist wohl sicherlich zum Teil ein Verdienst dieser Verbindungen, dass die Idee im Kartell überhaupt erst Boden fassen konnte. Aber die Ausführung lässt hier noch sehr zu wünschen übrig, so sehr, dass der Sportwart des Sport-V.J.St. dem Konvent als Arbeitsprogramm für die sportliche Ausbildung der Verbindung die Thesen des Präsidiums, die Fritz Simon im letzten J.St. veröffentlichte, empfahl. Dieses Programm ist für eine sportliche (i. e. körperliche) Erziehung unzureichend, bei der augenblicklichen Lage im Kartell als Mindestforderung betrachtet aber zweckmässig, und es wäre schon viel erreicht, wenn es auch überall strikt durchgeführt würde. Für eine Verbindung aber, die dem Sportgedanken — wie schon aus ihrem Namen ersichtlich ist — innerlich nicht mehr fremd gegenüberstehen sollte und die den Sport zu einem Hauptfaktor ihrer Erziehungsarbeit gemacht hat, ist dieses Programm mit einmal wöchentlichem Training zu wenig. Ist denn der Sport aber auch wirklich imstande, einer Verbindung nicht nur Form, sondern auch Inhalt zu geben, ist sportliche Erziehung nicht nur Ausbildung zur Körperlichkeit unter völliger Hintansetzung und Ausschaltung der geistigen und ethischen Werte, oder ist eine geignete sportliche Ausbildung fähig, aus jungen Juden Männer zu machen., wie wir sie für Palästina und unsere schweren Aufgaben brauchen? Wir wollen das hier von folgenden Gesichtspunkten aus beantworten: 1. Persönliche, körperliche Erziehung. Hierüber ist schon viel gesagt und geschrieben worden, und es hiesse Eulen nach Athen tragen, hier nochmals auf die Notwendigkeit k cier körperlichen Erziehung für unsere heutige jüdische Jugend hinzuweisen. Ich glaube die Frage, soll überhaupt Sport getrieben werden, ist wohl im Kartell wirklich endgültig beantwortet. Etwas Anderes ist es mitdem: wie? Zumeist wird das jetzt so gemacht, dass man einmal in der Woche auf dem Sportplatz zwei bis drei Runden im gemütlichen Tempo — eventl mit ein oder zwei energischeren Zwi-

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