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Der jüdische Student · 1924-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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152 Die K. j. V.er Treffahrt im Sommer geplündert hat. In Wolken von Tabaksorlen aller Art gehüllt, marschiert man da mit Hut und Stock bewaffnet, und die Aktentasche darf zu den langen Hosen mit Bügelfalten selbstverständlich nicht fehlen. Jeder einigermassen mit Stilgefühl begabte Mensch würde bei einem solchen Anblick erschrecken, der Durchschnitts-K.J.V.er leider nicht. Und die Disziplin? Ich schweige lieber. .. Wer in Formen nur Aeusseriichkeiten zu sehen meint, der weiss nicht, dass der Mangel an Formen dem Mangel an innerem Leben und innerer Geschlossenheit zu entsprechen pflegt. Hier muss also noch manches in unserem Kreise getan werden. Das heisst ins Praktische übersetzt: Die Sonntagswanderung muss nun wirklich zu einer offiziellen Verbindungsveranstaltung werden, damit die Bunderbrüder etwas vertraut gemacht werden. Es ist in Bezug auf Kleidung usw. darauf zu achten, dass wirklich gewandert und nicht spazierengegangen wird. Da auf der Tref fahrt selbstverständlich nicht für alle gemeinsam gekocht werden kann, wie das auf den früheren Camps üblich war, haben die Verbindungen für ihre Verpflegung selbst zu sorgen. Am besten schliessen sich schon jetzt sechs bis acht Mann zu einer Kochgruppe zusammen und üben sich in dieser schwierigen, aber lebenswichtigen Kunst. Unbedingt erforderlich ist ausserdem die Durchführung von Spielen (Völkerball, Raffball, Schlagball, Barlauf). Die dazu nötigen Geräte smd auf Verbindungskosten anzuschaffen, Sportkleidung (Turnschuhe, schwarze Turnhose, weises Hemd mit blauen Mögen David) kann sich für billiges Geld jeder selbst besorgen. Die finanzielle Seite der Treffahrt wird am besten durch gemeinsame Anstrengung geregelt. Jede Verbindung wählt zu diesem Zwecke einen besonderen Rechnungsführer, der für die Schaffung eines Wanderfonds (durch Selbstbesteuerung und Spenden von Alten Herren) zu sorgen hat. Auf der Fahrt herrscht selbstverständlich Kommunismus, d. h. jeder Bundesbruder zahlt vor Antritt der Wanderung einen bestimmten Betrag, an den Leiter seiner Gruppe, der davon alle gemeinsamen Ausgaben (Fahrt, Verpflegung, Unterkunft) zu bestreiten hat. „Extratouren" einzelner finanziell besser gestellter Bundesbrüder haben unbedingt zu unterbleiben, schwächer gestellte Bundesbrüder sind aus dem Fonds zu unterstüzen. Die Lagerleitung wird für die Unterkunft im Camp (Strohlager in Scheunen) einen kleinen Betrag von jeder Gruppe erheben. In Kürze zusammengefasst ist also in jeder Verbindung folgendes sofort in Angriff zu nehmen: 1. Schaffung eines Wanderfonds. 2. Durchführung v/on offiziellen Sonntagswanderungen. 3. Anschaffung der nötigen Kleidung und Ausrüstung. 4. Schleunige Einsendung der Teilnehmerlisten. Nur die strikte Durchführung dieser technischen Vorbedingungen sichert das Gelingen der Treffahrt.

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