Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Die K. j. V.er Treffahrt im Sommer!5t schlossenheit und Disziplin betrifft, um mehrwöchentliche Camps, so, wie sie sein sollen, zu veranstalten. Auf jedes Zusammensein im Sommer zu verzichten, hiesse aber diesen Zustand sanktionieren. Ich glaube, und der unerwartet zahlreiche Besuch der süddeutschen Treffahrt in Bickenbach bewies es auch, dass trotz allem im Kartell ein starkes Bedürfnis danach besteht, sich einmal im Jahr auch ausserhalb des Kartelltages in ungebunden-gebundener Form zusammenzufinden. Ich glaube in diesem Punkte an den gesunden Sinn unserer Aktivitas. Eine Veranstaltung der gesamten Aktivitas des K.J.V., nicht, wie bisher, ein mehr zufälliges Treffen einzelner Bundesbrüder, soll nämlich durch die vorgeschlagene Treffahrt geschaffen werden. Ihren Verlauf denken wir uns folgendermassen: Am Abend des ersten Tages feierliche Eröffnung. Der nächste Tag soll völlig frei sein, um den Bundesbrüdern Gelegenheit zu bieten, sich einzuleben Der folgende Tag ist Besprechungen ernsthafter Natur (kleiner Kartelltag) vorbehalten. Der letzte Tag endlich bleibt für Spiele und sportliche Wettkämpfe reserviert. An diese Treffahrt im Grossen sollen sich Wanderungen in kleinen Kreisen anschliessen, die auch wieder die Möglichkeit geben können, Bundesbrüder aus verschiedenen Verbindungen einander näher zu bringen. Die Durchführung dieses Planes erfordert immerhin einige Vorbereitungen,. Einmal prinzipieller Natur (von den technischen sei nachher die Rede). Die Treffahrt wird nur dann gelingen, wenn jeder sich für ihr Gelingen verantwortlich fühlt. Sie kann zu einem befruchtenden Ereignis im Leben des KJ.V. werden, wenn jeder Aktive weiss: die ersten beiden Wochen der Sommerferien gehören dem Kartell. Um es noch einmal zu betonen: die Sommertreffahrt ist nicht Sache der Einzelnen, sondern Sache der Verbindung, jeder Verbindung. Wir erwarten von den Erstschargierten, dass sie ihre Corporationen in diesem Sinne beeinflussen werden. Die so oft geforderte und besprochene Kartelldisziplin wird sich hier beweisen können. Wir erwarten, nicht zwei oder drei Vertreter einer Verbindung, sondern die ganze Aktivitas des K.J.V. Wir wollen wieder einmal im Kreise von 200 bis 300 jungen Bundesbrüdern die Dinge des Kartells besprechen, uns im körperlichen Wettkampf messen, und uns einig fühlen in dem lebendigen Bewusstsein: Wir sind! Sind diese gefühlsmässigen Voraussetzungen gegeben, und ich zweifle nicht, dass sie bei der Mehrheit des Kartells vorhanden sind, denn dürfte es auch nicht schwer sein, die nun einmal nötigen technischen Vorbedingungen zu erfüllen. Die For m ist auf einer Wanderung zwar nicht die Hauptsache, aber sehr viel, dort, wo grössere Massen zusammenkommen und zusammengefasst werden sollen, aber überhaupt nicht zu entbehren. Auch das Gelingen der K.J.V.- Treffahrt setzt eine gewisse Einheitlichkeit, ein Respektieren gewisser Formen, ohne die einfach nicht auszukommen ist, voraus. Wie es in dieser Hinsicht bei uns bestellt ist, weiss ja ein jeder. Um einmal vom Aeusseren anzufangen: K.J.V.er auf Wanderung machen oft den Eindruck eines Menschenhaufens, der einen Modesalon und einen Ci^ iTenladen