Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Die K. j. V.er Treffahrt im Sommer V, Ich habe hier nur von den inneren Voraussetzungen gesprochen und möchte es dabei bewenden lassen. Die Aufgaben liegen klar zu Tage. Fünfhundert fest organisierte Zionisten bilden eine politische Macht, einen Faktor, mit dem in jeder Situation gerechnet werden muss. Eine derartige Schar ernster und entschlossener Männer wäre in der Lage, selbst über den deutschen Zionismus hinaus aber zum mindesten durch ihn innerhalb des Zionismus Forderungen durchzusetzen und beim Neuaufbau der Organisation und von Erez Israel eine entscheidende Rolle zu spielen. Das Kartell selbst, die Arbeit in den Verbindungen, die Propaganda könnte auf eine ganz andere Basis gestellt werden, innerhalb des deutschen Judentums könnte eine wirklich zionistische Gemeindepolitik getrieben werden. Der Beginn dieser Arbeit muss jetzt gemacht werden. Die Entscheidung muss fallen. Das Erziehungsziel des K.J.V. war früher der „zionistische Alte Herr". Es ist. leider nur der Alte Herr, der Philister geworden. Vom Wone „zionistisch" ist nicht viel übrig geblieben. Was wir heute wollen, ist der zionistische Kämpfer. Alle die dieses wollen, haben heute die Verpflichtung, sich zusammen zu tun, die Vorarbeiten zu leisten, damit ein Tag der zionistischen Alt-Herrenschaft in Deutschland auf Grund positiver Tatsachen dieser Alt-Herrenschaft die endgültige Form geben kann. Es gilt jetzt den Wert und die Zukunft unseres Bundes, es geht um den Zionismus in Deutschland, und es geht schliesslich um jeden einzigen, ob er „Diener am Licht" sein will, bereit, darüber zu wachen, dass dieses Licht nie erlischt. Die Entscheidung fällt heute, Ihr auszuweichen ist unmöglich. Die Frage, ist gestellt. Prüfe ein jeder, wie seine Antwort zu lauten hat. Die K. J. V. er. Treffahrt im Sommer. Von Fritz Simon, Ruder-V. J. St Berlin. Gemäss den Thesen des Präsidiums, auf die zu reagieren das Kartell allerdings nicht für nötig befunden hat, wird das diesjährige K.J. V.er-Camp im Stile einer grossen Treffahrt vor sich gehen, die uns drei bis vier Tage zusammenführen soll. Den Gedanken des eigentlichen Camps, d. h. eines festen Standquartiers, das für ein mehrwöchentliches Zusammensein berechnet ist, haben wir, vorläufig wenigstens, zurückstellen müssen. Uns bestimmten dazu nicht nur technische Gründe — die hätten sich schliesslich überwinden lassen — sondern vor allem die innere Situation des Kartells, die die Durchführung solcher Pläne leider nicht gestattet Die Erfahrungen, die wir 1922 in Erbstadt und voriges Jahr in Annaberg gewonnen haben, lehrten uns, dass wir einfach hoch nicht soweit sind, sowohl was das Interesse der Mehrheit des Kartells, als was unsere bundmässige Ge-