Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Alt-Herrenfrage 149 Erster Leitsatz der neu zu bildenden Alt-Herren schaft muss sein, dass nur derjenige Bundesbruder genannt werden kann, dem Zionismus keine Sonjntagsbeschäftigung, sondern Lebensaufgabeist. Wir müssen den im Kartell schon einmal so v i e >1 besprochenen und gescholtenen Satz neu zur Geltung bringen: „Wo der Zionismus anfängt, da hört die Bundesbrüderlichkeit a u f*. IV. Objektive Merkmale sind es, die das K.J.V.er-sjin des Alten Herren bedingen: 1. Masserzahlung. Kein einziger kann K.J.V.er, kann Bundesbruder sein, der diese elementare Pflicht nicht erfüllt. Das Präsidium muss in kürzester Zeit von sämtlichen Bimdesbrüdern eine ehrenwörtliche Versicherung einfordern und erhalten, ob jeder Bundesbruder seiner Maasserpflicht nachkommt oder nicht. Wer sich dieser Verpflichtung entzieht, muss aus den Listen des Kartells ohne weiteres gestrichen werden. Diese Verpflichtung, die jeder Zionist zu erfüllen hat, kann jedoch für ein Kartell, das sich als einen, Bund von Vorkämpfern ansieht, nicht genügen. Es kommt etwas weiieres hinzu, dies ist 2\ die Verpflichtung zu Maasser an Zeit und Arbeit. Eine Stunde des Tages hat dieser Arbeit zu gehören, die auf den verschiedensten Gebieten liegen kann, je nach Fähigkeit und Veranlagung des einzelnen. Auch hier muss mit der grössten Schärfe und Rigorosität vorgegangen werden, wenn wirklich ein neues starkes Gebilde entstehen soll, dessen Aufgaben noch kurz angedeutet werden. Es ist zu erwarten und darf nicht abschrecken, dass das Kartell zahlenmässig viel verlieren wird. Aus einer AH-Herrenschaft von achthundert^ wird' eine solche vori fünf- bis sechshundert werden. Doch das Fehlen dieser zwei- bis dreihundert wird eine Stärkung und eine Kraftsteigerung besonders auch in Bezug auf den persönlichen Zusammenhang herstellen. Es muss hervorgehoben werden, dass das persönliche Band unter uns nur deshalb so schlecht ist, weil das zionistische Gewissen schlecht ist. Jeder hat Furcht vor dem anderen, keiner Respekt vor ihm. Unter Zionisten kann Freundschalt und Herzlichkeit nur bestehen, wenn die Basis dafür stark ist, wenn der zionistische Schild des einzelnen rein gehalten ist. Deshalb erwarte ich von einer kleineren, aber zionistisch kräftigen Alt-Herreuschaft auch eine menschliche Bereicherung des einzelnen. Jeder wiid dadurch wieder das Heimatgefühl im Kartell bekommen, das für so viele einst bestanden hat, jeder wird wieder Mitglied einer Schar von „Verschwörern und Fanatikern44 sein, Fanatikern nicht des Wortes, sondern einer anstrengenden und mühseligen Arbeit. Aber jeder Einzelne wird wieder einen Bundesbruder in seinem Mitstreiter haben, der für ihn eintritt und auf den er sich stützen und verlassen kann.