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Der jüdische Student · 1924-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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146 Zur Alt Herrenfrage oder jener gelungenen Kneipe, sondern eine Stimme, die leise mahnt an jene Zeit, wo man Kämpfer war, wo der Grund gelegt wurde in Fuxenstunde und Kartelltag, der Grund, auf dem sich unsere zionistische Idee und Erneuerung des jüdischen Menschen aufbaut. Wenn sieh auch die Zeiten geändert haben, so ist immer noch jener Urgrund des KJ.V.er-seins das Erbteil, welches die jüngere Generation von der alten übernommen hat, das sie weiter geben muss, als ein Band, bestimmt Generationen und Geschlechter zusammenzuhalten. IL Um in dieser Frage ganz klar sehen zu können, ist es nötig, dass wir uns rückhaltlos über den jetzigen Zustand der Alt-Herrenschaft Rechenschaft geben. Da muss gesagt werden, dass sich ein wenig erfreuliches Bild uns enthüllen wird. Wenn wir von den einigen wenigen — sagen wir gut gerechnet zehn Prozent der Alt-Herrenschaft — absehen, welche stets ihre zionistischen Pflichten erfüllen .und ihren Verpflichtungen auch weiter nachkommen werden, so finden wir dann eine Gruppe zwar interessierter, aber völlig inaktiver Bundesbrüder und schliesslich eine grosse Schar solcher, deren Zugehörigkeit zum # Kartell sich nur noch auf einige Jugenderinnerungen und vielleicht die Tatsache der Mitgliedschaft zur zionistischen Organisation gründet. Bei vielen mag nicht einmal böser Wille oder Indolenz vorliegen,, als vielmehr eine Passivität, wie man sie bei so vielen Menschen finden kann. Aber diese Passivität, welche im allgemeinen durchaus ohne weiteren Schaden gezeitigt werden kann, ist innerhalb einer geistigen Bewegung mit konkreten, konstruktiven Zielen unerträglich und von Üebel. Sämtliche Versuche der Wiederbelebung der AU-Herrenschaft sind an ihr gescheitert. Der letzte Kartelltag schuf ein autonomes Alt-Herrenpräsidium, welches dank der Initiative einiger Bundesbrüder versuchte, eine systematische Arbeit zu leisten. Nach dem jedoch die betreffenden Bundesbrüder aus dem Alt-Herrenpräsidium ausgeschieden waren, schlief diese eben begonnene Arbeit bald wieder ein, so dass nach gar nicht langer Zeit, das „vorläufige Präsidium des Alt-Herrenverbandes des KJ.V." eine reine Fiktion wurde. Und was das Schlimmste ist, dieser Misserfolg beunruhigt die in dieses Präsidium gewählten Bundesbrüder anscheinend überhaupt nicht. Denn kein einziger von ihnen machte auch nur den Versuch, die Arbeit wieder aufzunehmen. Mit müder Resignation verzeichnete man \v;ieder einmal, dass es eben nicht ginge, und gab sich dann der so .,wohl verdienten" Ruhe hin. Dieses die Zentralstelle, die höchste Instanz des Alt-Herrenverbandes, berufen, die Alt-Herrenarbeit zu leiten, zionistische Impulse in die Alt-Herrenschaft zu tragen, eigene Initiative zu zeigen - Kurz nach der Fusion wurde in Berlin bekanntlich der Alt-Herren-' bund „Kadimah" gegründet, der, eine neue Form, nach eigenen Gesetzen lebte und vielversprechende Anfangserfolge zu verzeichnen hatte. Endlich schien das Rezept gefunden zu sein, wie die Alten-Herren

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