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Der jüdische Student · 1924-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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Zur sogenannten Aitherrenfrage 143 Sache betreffen, zur Hälfte in anderen als unseren Dingen ihre Begründung haben, dass alle Entscheidungen so schwer wurden und so schief standen. Und nun weiter: Ich glaube, dass trotz der vielen Umwälzungen im Kartell keine diejenige Form gebracht hat, die dem Kartell selbst von Nöten ist: die Umstellung auf die drei Gruppen von Bundesbrudem, die es tatsächlich bei uns nur gibt, die ich hier einmal mit heiklen Kurzwörtern bezeichnen will: Zionaktiv, Galuthaktiv, Inaktiv. Diese drei Gruppen sind durch natürlichen Prozess streng voneinander" gesondert und ein im Wesentlichen klar umrissenes Lebeii liegt vor ihnen: Den Zionaktiven ist gemeinsam: ein Leben des Aufbruches und ihre Vorbereitung für ihre Existenz in Palästina. Den Galuthaktiven ist gemeinsam: ein Leben in der bewussten Galuth, eine dauernde Palästina nutzbringende Betätigung und die innere Notwendigkeit, einem nanonaljüdischen Kreise anzugehören und diesen erweitern zu helfen. Die Inaktiven, das sind alle die, die wohl einmal eingesehen haben, dass sie zu einem „Stamm in der Verbannung" gehören, die das nicht leugnen, aber für sich persönlich Anschluss an die Umwelt suchen. Man veröffentlicht jetzt die Adressenliste unserer Bundesbrüder in Palästina. Das ist ein mir auch in diesem Zusammenhange wichtiges Symptom. Unser ganzes Kartelladressbuch müsste mit diesem Bundesbrüdern beginnen, dann müsten die„Zionaktiven" folgen, die vorläufig noch bei uns leben, hinter diesem die „Galuthaktiven", schliesslich die „Inaktiven". Schon durch solch ein bescheidenes Dokument, wie es ein Adressbuch ist, würde ein entschiedener Ausdruck dessen erreicht werden, was unsere Organisation darstellen soll: einen schmalen, aber senkrecht von oben bis unten führenden Schnitt durch die gegenwärtige jüdische Welt. Erst unter solcher Scheidung der Geister, die den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, würde das Kariell die Möglichkeit gewinnen, alle die Aufgaben entscheidend in Angriff zu nehmen, die ihm die zionistische Idee diktiert. Und ferner: wie ist die Scheidung durchzuführen? In den letzten Jahren habe ich oft genug vorgeschlagen, für die Zugehörigkeit zum Kartell gewisse Bedingungen zu stellen: Dienstpflicht und Maasser. Diese Vorschläge haben nicht entscheidenden Anklang gefunden. Vielleicht taugen sie jetzt, um die Sonderung der „Aktiven" und „Inaktiven" zu dokumentieren. (Ist diese Scheidung erst erfolgt, dann wäre die drakonische, nicht zu uns passende Art der starr geregelten Dienstpflicht unnötig. Denn die Arbeits- und Lebensgemeinschaften der „Aktiven" würden solches Dienen zur Selbstverständlichkeit machen). — Aber auch für die „Inaktiven", die bei uns bleiben wollen, muss es irgend eine Leistung als Masstab geben, die ihre Zugehörigkeit zu uns heute noch wahr macht: das ist die alljährliche Spende für den Keren hajessod. Wer die nicht geben will, hat sich selbst von uns getrennt. Weil ich weiss, dass vielleicht

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