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Der jüdische Student · 1924-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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142 Zur sogenannten Altherrenfrage als sie allgemein zu gelten scheint. Ich glaube, dass diese sogenannte Altherrenfrage schlechtweg die Frage des Kartells ist. Dies zu erkennen, bitte ich Euch, einmal meinem Gedankengang zu folgen. Erstens: Wir haben im Kartell ein bestimmtes Einteilungsprinzip unserer Kräfte. Dieses scheidet rein physiologisch: Alt und Jung, rein mechanisch Student und Philister, in Aktivitas und Aliherrenschaft. Unsere ganze Organisation ist auf dieser Scheidung aufgebaut. Nun frage ich: Ist dieses Einteilungsprinzip, in dem die Entscheidung für so vieles begründet liegt, uns angemessen; stimmt es mit der Konstitution eines Bundes überein, der von einer Idee, wie der zionistischen, bestimmt wird? Hierauf muss doch mit einem entschiedenen Nein geantwortet werden. Diese Einteilung mag in früheren Entwicklungsstadien des Zionismus und des Kartells gepasst haben, wo Aktivität vor allem innere Aktivität bedeutete, wo das Schwergewicht auf dem. Kampfe für und zur Idee in einer inneren Umwälzung lag — und solche Möglichkeit der inneren Neuorientierung ist bei den meisten Menschen nur in ihrer physiologischen Jugend gegeben, — wo andererseits Altherrenschaft tatsächlich erreichtes Ziel bedeutete, was sich mir Philisterium deckt. Doch unser Kartell steht ja heute längst ganz anders da; und der Grund dafür liegt eben in der Tatsache, dass das Kartell von nichts als dem Zionismus bestimmt worden ist. Lediglich die Stellung zu den verschiedenen Richtlinien der zionistischen Idee teilt die Schar unserer Bundesbrüder ein und kein Masstab wie etwa Alt und Jung usw. Die zionistische Idee scheidet längst klar und deutlich, einerseits die dauernd von ihr Erfassten von den leicht Gleichgiltigen, andererseits scheidet sie unter den von ihr wirklich Erfassten die aktiven künftigen Palästinazionisten von den aktiven künftigen Galuthzionisten. Diese beiden letztgenannten Gruppen sind die tatsächliche Aktivitas, die Uebrigen die tatsächlichen Inaktiven, gleichgiltig wie jung oder wie alt die einzelnen sind. So gesehen gibt es in Wahrheit gar keine Altherrenfrage, sondern nur die Frage der rechten Organisierung der gesammten Kartelikräfte, die, durch ihre Stellung zur zionistischen Idee geschieden, dementsprechend gesammelt werden müssten. Es gilt nichts anderes, als durch bewusste organisatorische Stütze die wirkenden Mächte zu fördern. Wird die Wichtigkeit dieser uns allein gemässen Organisierung nicht voll erfasst, dh. ideell gewürdigt und praktisch dokumentiert, so wüsste ich nicht, wie der eigentümliche Zustand sein Ende finden sollte, der dadurch gezeichnet ist, dass ein Bund, der von seinen Mitgliedern verlangt, von nichts als der zionistischen Idee beseelt und bestimmt zu sein, selbst keineswegs den Stempel dieser Idee in seiner Organisation trägt. Diesem Mangel an rechtem organisatorischen Ausdruck ist es doch zuzuschreiben, dass alle möglichen Fragen in unseren Reihen brennend werden können und geworden sind, die nur halb unsere

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