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Der jüdische Student · 1924-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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118 Sotelboneh, die Baugilde Palästinas trage der Arbeiterschaft und also, für sich selbst tätig zu sein, erweckt eine ganz andere Beziehung zur Arbeitin Palästina ist die Arbeiterschaft ohnehin seit langem der hauptsächliche Träger des nationalen Kolonisationswerkes. Ohnehin bekennt sich ihre weitaus überwiegende Majorität zum konstruktiven und aufbauenden Sozialismus. Auf dem Lande hatte sie in den Arbeitersiedlungen, wie Kwuzoth und Moschawe owdim, schon lange ein System gefunden, um unter der Parole „Eigenproduktion" zu eigener und selbständiger Kolonisationsarbeit zu gelangen. Um so wichtiger war es für sie, dieses nach der industriellen Seite hin zu ergänzen, um auch in der Stadt ihre Prinzipien durchsetzen zu können. Dies geschah durch die Gründung des Misrad l'awodoth ziburioth, dem Amt für öffentliche und Bau-Arbeiten. Während aber die englischen Baugilden aus der Theorie heraus entstanden, erwuchs die palästinensische Baugilde, wie so vieles in Palästina, aus der Not. Die dritte Alijah war ins Land gekommen, man hatte die Kwuzoth bis zur letzten denkbaren Möglichkeit aufgefüllt, neue Siedlungen konnten nicht mehr in Angriff genommen! werden. Arbeitslosigkeit und Krise standen vor der Tür, und wieder fiel der Arbeiterschaft die Aufgabe zu, für die Unterbringung der neuen Chaluzim Sorge zu tragen. Da übernahmen die Arbeiterparteien und im nächsten Jahr die neu gegründete Histadruth klalith, die gemeinsame gewerkschaftliche Organisation aller jüdischen Arbeiter in Palästina, einen Regierungsauftrag auf den Bau von vier Chausseen, Tiberias-Zemac! Tiberias-Tabdo, Afule-Nazareth, Haifa-Djedah, auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. Dass die Gildenbewegung sowohl in England als auch in Palästina mit dem Bauwesen beginnt, rührt zum Teil daher, dass bei ihm des Verhältnis von fixem zu variablem Kapital besonders günstig ist. Beim Baugewerbe spielen die eigentlichen Produktionsmittel, Maschinen und technische Behelfe, im Verhältnis zu den für Löhne usw. nötigen Kapitalien eine, gemessen an anderen Betrieben, verhältnismässig geringe Rolle. Neue Betriebe können daher von den Genossen mit verhältnismässig geringen Kapitalaufwand düngen eingerichtet werden. Diese erste, durch die Kwischim gekennzeichnete Periode des Alisrad stellte an den Opfermut der Arbeiter gewaltige Anforderungen. Einmai handelte es sich zum überwiegenden Teil um ungelernte Arbeiter, die sich erst genieinsam zu qualifizierten Arbeitern ausbilden mussten. Das hatte bei der Schwere der Arbeit, dem heissen Klima, der Ungewohntheit schwerer körperlicher Arbeit überhaupt für die jungen Menschen ungeahnte Anstrengungen zur Folge. Andererseits wurden die Arbeiten erst nach der Uebernahme durch die Regierung bezahlt, und, da das palästinensische Kreditsystem noch sehr im Argen liegt — und damals, vor der Gründung der Bank Hapoalim für den Misrad noch mehr als heute, — so waren anfänglich kaum die Gelder vorhanden, die notwendig waren, das Leben der 2000 Arbeiter auch nur unter den dürftigsten Bedingungen zu fristen. Unter unerhörten Leiden wurde diese Periode überwunden. Das Er-

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