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Der jüdische Student · 1924-04-01 · Heft 4-5 (April 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 4-5 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 48)
Language
German
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106 Körperliche Erziehung im K. J. V. diese Funktion, da sie ihm einen wesentlichen erzieherischen Einfluss auf die Verbindung gestattet. Die Verantwortung dem Präsidium gegenüber trägt er auf jeden Fall. Der Wander- und Turawart hat die Verantwortung gegenüber dem Konvent. Er sorgt für die Ausarbeitung der Wanderungen und leitet den Turn- und Sport-Betrieb. Er muss vor allem ein guter Pädagoge sein, der imstande ist, in den Herzen der Bundesbrüder Lust und Liebe für die Sache zu erwekken. Er muss sich gerade um diejenigen kümmern, die zu dem bekannten Typ des „Unchein" gehören und die jeder Natürlichkeit entfremdet sind. Diese wieder zu gesunden geraden Menschen zu machen, ist seine Aufgabe. 3. im Gesamtkartell. Das Kartell hat sich als Gesamtheit bisher nur auf Tagungen zusammengefunden. Wie wenig aber durch Debatten ausgefüllte Tage und 1 bis 2 gesellige Abendveranstaltungen imstande sind, einen Konnex zwischen Leuten, die sich noch nie oder wenig gekannt haben, herzustellen, liegt auf der Hand. Besonders die jüngere Aktivitas, die sich meist nicht an den Diskussionen zu beteiligen pflegt, tritt fast gar nicht in Erscheinung. Wir brauchen deshalb eine Veranstaltung, die es ermöglicht, den Bundescharakter des K.J.V. so ia Erscheinung treten zu lassen, dass nicht nur der Konnex zwischen den Delegierten der Verbindungen, sondern zwischen der Aktivitas der Verbindungen hergesteilt wird. Diese Möglichkeit bietet das K.J.V.er-C a m p. Unsere bisherige Camps litten abgesehen von technischen Mängeln an der Interessenlosigkeit der Mehrheit des Kartells. Der Gedanke des K.J. V.er-Lagers ist zwar diskreditiert in seinem Wert aber unverändert. Es liegt an uns, unsere Camps zu wirklichen Bundesveranstaltungeh zu machen. Voraussetzung ist, dass jeder Aktive am Beginn des Sommersemesters weiss, dass die ersten beiden Wochen der grossen Ferien dem K.J.V. gehören. Was der ältere Blau-Weisse kann, wird bei unserer Aktivitas möglich sein. Das Camp muss, nicht durch Beschluss, aber durch Gewohnheit für jeden jungen K.J.V.er offiziell sein. Die Verbindungen als solche, nicht einzelne Bundesbrüder, sind für sein Gelingen verantwortlich. Technische Einzelheiten sollen einem besonderen Artikel vorbehalten bleiben, hier seien nur kurz einige Andeutungen gemacht. Das Camp wird alle Jahre regelmässig in der ersten oder zweiten Woche des August eröffnet. Am Tage der Eröffnung müssen sämtliche Bundesbrüder anwesend sein. Die ersten Tage sind Wettspielen und Besprechungen vorbehalten, danach besieht, während das Camp aufrecht erhalten .wird, die Möglichkeit, kürzere oder längere Wanderungen in die Umgegend zu machen. Wald, Wasser und Wiese, überhaupt schöne Lage ist die beste Voraussetzung für das gute Gelingen. Auch das Camp hat seinen eigenen Stil, es soll unsere Bundesbrüder, wenn auch nur auf ein paar Tage, aus ihren bourgeoisen Gewohnheiten etwas herausreissen. Ich glaube, dass dies unserer zionistischen Entwicklung nur dienlich sein kann.

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