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Der jüdische Student · 1924-04-01 · Heft 4-5 (April 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 4-5 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
[Seite] (sequence 47)
Language
German
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Körperliche Erziehung im K. J. V. 105 In diesem Sinne tritt jetzt zu Beginn einer neuen K.J.V.-Epoche das Ressort für körperliche Erziehung — diesen Namen glaubten wir im Hinblick auf unsere erweiterten Aufgaben wählen zu können — vor das Kartell mit Vorschlägen, denen eingehende Aussprachen und langjährige Erfahrungen zu Grunde liegen. Wir erwarten von den Verbindungen, dass sie die Wichtigkeit der hier vorgebrachten Dinge erkennen und zum Gegenstand eingehender Diskussionen machen werden. Wir hoffen, dass sich das K.J.V. auf gewisse Grundsätze einigt und. nicht bei papiernen Resolutionen stehen bleibend, die Arbeit gemeinsam mit dem Ressort in die Hand nehmen wird. 2. in den Verbindungen. Der Erfolg jeder Erziehungsarbeit hängt von der Stetigkeit ab, mit der sie geleistet wird. Das gilt für geistige und körperliche Erziehung im gleichen Masse. Wir brauchen deshalb ein, elastisches System, einen Kanon von Veranstaltungen, der ein für allemal feststeht. Unsere Verbindungen werden erst dann wieder eine Physiognomie erhalten, wenn nicht jedes Semester etwas anderes begonnen und nicht durchgeführt wird. Mit Kursen und Konventen kann man wohl eine Arbeitsgemeinschaft, nicht aber eine Verbindung machen. Wir brauchen Veranstaltungen, in denen Erziehungsarbeit im Gewände jugendlicher Freude geleistet wird. An erster Stelle ist hier die Wanderung zu nennen. Ueber Wandern ist schon viel im Kreise des Kartells geschrieben und gesprochen worden, hier seien deshalb nur einige Andeutungen gemacht. Wandern-ist kein Spazierengehen mit Hut, Stock und Mantel. Zum Wandern gehört ein eigener Stil, ein eigener Ton, eine eigene Tracht. Auf die Wanderung gehört das Lied und das Spiel, die Kameradschaft und die freudige Ausgelassenheit. Es gehört dazu das Leben in der Natur und die Abhärtung gegen ihre Unbilden, es gehört nicht dazu das Winshaus, der Alkohol und der Tabak. Die Wanderung ist die idealste Erziehungs-Form junger Menschen, sie niuss deshalb die offizielle Sonntagsveranstaltung unserer Verbindungen werden 6 Tage K.J.V.-Erziehung können schwer wieder gut machen, was ein Sonntag Assimilation und Familie verderben. Der Sonntag gehört dem K.J.V. Gilt die Wanderung dem Leben in der Natur und der Erziehung durch und zur Natur, so sollen mindestens ein Morgen, Nachmittag oder Abend in der Woche der systematischen Ausbildung und Ausarbeitung des Körpers durch Turnen und Sport gewidmet sein. Auch hierüber braucht nicht viel gesagt zu werden. Die Gewöhnung an Strammheit und Frische, an Ausdauer und Energie, die Erziehung zu Selbstbewusstsein und Ehrgeiz auf körperlichem Gebiete kann unsern Bundesbrücknur förderlich sein. Zum C lisatorischen ist noch kurz folgendes zu bemerken: Wandern lä-.: sich überall, Turnhallen, Sportplätze und Badeanstalten sind in y.der Universitätsstadt vorhanden. Der Semesierantrittskonvent hat ei^cn Bundesbrüder mit dem Amt des Wander-und Turuwarts zu betrauen. Im Icle ufall übernimmt der Erstchargierte auch

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