Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus dem Referat von Herbert Foerder 85 Seiner Ansicht nach muss im Kartell die Bereitschaft für und nach Palästina erzogen werden. Nicht nur der Bundesbruder, der nach Palästina geht, muss in diesem f,inne seine staatsbürgerliche Vollendung erreicht haben, sondern auch noch der Bundesbrüder im Galuth habe in dieser Hinsicht bestimmte Aufgaben zu leisten. Er wies derauf hin, dass bestimmte Berufe bei der Berufsumschichtung noch nicht so berücksichtigt worden sind, wie sie es verdienten, z. B. der Beruf des Lehrers und des Beamten. Er wies ferner darauf hin, dass es in dem schon einmal gewählten Berufe noch eine gewissermassen relative Umstellung geben könne. Eins sei allerdings nötig, nämlich driss eine dauernde Information unserer Bundesbrüder erfolge. Dazu sei es dringend erforderlich, dass die hebräische Sprache beherrscht werde, da man allein mit ihrer Hilfe durch das Lesen palästinensischer Zeitungen sich über die Vorgänge in Palästina auf dem Laufenden halten könne. Unsere Bundesbrüder müssten über alles Aktuelle im klaren sein und dazu dienen die Presse und zwar die gesamte palästinensische Presse, besonders der „Haarez* ferner die „Rundschau", auf deren Palästina-Beilage er im besonderen hinweist, schliesslich der „Haolam". Weiter müsste im Kartell eine Bibliographie der gesamten Palästina-Literatur geschaffen werden, damit wirklich die Bundesbrüder in der Lage wären, sich mit den Fragen Palästinas vertraut zu machen und nicht in dilettanlenhafter Weise über Dinge zu reden, von denen sie im Grunde nichts wissen. Er schlug vor, im J. St. ständig eine Palästina- Uebersicht zu geben, und die palästinensischen Bundesbrüder zu Berichten heranzuziehen. Er machte auf die Notwendigkeit von Palästinareisen aufmerksam, welche das Kartell arrangieren müsse, und wies weiter noch auf gewisse gemeinsame Aufgaben hin, wie z. B. Unterstützung der Universitäts- Bibliothek. Es ist natürlich nicht möglich, im Rahmen eines Berichtes das gesamte Referat zu erschöpfen. Es zeigte sich aber während des Referates und der Diskussion, das heute nicht mehr so wie auf früheren Tagungen das Kartell in Palästina eine mehr theoretische Angelegenheit erblickte, sondern dass heute für das Kartell Erez Israel eine vollkommene Realität bedeute, mit der jeder einzelne Bundesbrüder rechne. Dieses drückte sich in der Stimmung der jungen Tagung aus. Am Abend der Chargierten-Tagung fanden sich in einem vom Ruder- V. J. St. gegebenen geselligen Beisammensein noch einmal die Bundesbrüder zusammen und verlebten dort einen wirklich recht gelungenen frohen Abend. Wenn wir noch einmal diese Tagung zusammenfassen wollen, so können wir nochmals wiederholen, dass sie sicherlich einen Anfang für die weitere Entwicklung darstellen kann, einen Anfang, der gezeigt hat, dass im Kartell bei aller Kritik, Kräfte vorhanden sind, welche nur geweckt werden müssen, Kräfte auch heute schon da sind, welche sich ihm zur Verfügung stellen. Die Arbeit, welcne jetzt einzusetzen hat, wird es zu beweisen haben, dass das Kartell in der Richtung, welche die Erstchargiertentagung gewiesen hat, fortzuschreiten gedenkt auf seinem Wege nach Erez Israel. Aus dem Referat von Herbert Foerder. Von Arnold Blum Sport V. J. St. Berlin. Wir können in der Art unserer Tagungen dem Motiv ihrer Entstellung nach zwei Gruppen unterscheiden. Der Termin der Mehrzahl von ihnen wird einfach bed.'ngt durch einen gewissen Zeitablauf. In unserem demokratisch aufgezogenen Bunde hat die Gesamtheit ein weitgehendes Prüfungsrecb:, das zugleich eine Pflicht bedeutet, über die Exekutive, das Präsidium. Wir hatten in der Regel jedes Jahr einen Kartelltag, um dieses Kontrolle ')t des Gesamtbundes zu ermöglichen. Es bedarf bei der Struktur des Kartells keines weiteren