Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Um schau nisation und Politik nicht leugnen. In unserer wirtschaftlichen Tätigkeit liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit, und es muss daher immer wieder mit Bedauern festgestellt werden, dass es nicht angeht, diese wichtigsten Fragen bei allen' Tagungen unser zen,- tralen Körperschaften in den Hintergrund gedrängt zu sehen». Auch diesmal war es wieder so, und auch das was verhandelt wurde, ist n;ch. eben tröstlich zu vermelden. Das heutige Palästinabudget umfasst L 42 000 im Monat und auch diese Summe ist noch mit Schuldverpflichtungen belastet deren Rückzahlung einen recht beträchtlichen Prozentsatz in Anspruch nimmt. Man muss diese L 500 000 im Jahr nicht gleich an jener Forderung eines jährlichen Budgets von L 4 000 000 mesen, die Ussischkin namens der Zionistischen Kommission in Palästina auf der Jahreskonferenz von 1920 forderte, um zu erkennen, dass dieses Budget knapp ausreicht, die bestehenden Positionen zu halten, dass aber eine grosszügige Kolonisation auf dieser Grundlage nicht möglich ist. Dieses Budget kam dadurch zustande, dass der Kongress der Abteilung Emmigration L 30 000 statt der angeforderten L 50 000 bewilligte, für Arbeit L 35 000 statt L 60 000, für Landwirtschaft L 115 000 stait L 160 000. Und auch dieses Budget kann nicht gehalten werden. Wenigstens schlug die Majorität des Finanz- und Wirtschaftsrates dem A.C. eine abermalige Kürzung von 10 % vor. Diese Methode der Finanzpolitik die sich darauf beschränkt, die eingehenden Gelder ia einem bestimmten Prozent-Verhältniss nach Palästir zu senden, ist sehr lobenswert für einen guten Verwaltungsbeamten der einen guten Buchhalter zu seiner Unterstützung neben sich hat. Aber es ist kaum glaublich, dass dies die Methode der obersten Finanzexekutive der Zionistischen Organisation sein soll. Auch im Finanzwesen brauchen wir nicht eine starre und dogmatische Methode, sondern eine Elastizität unserer Politik, die neue Wege sucht und finSet. Und das Finden kann nicht gar so schwer sein, wenn fertig ausgearbeitete Pläne vorliegen. Wir sind naiv genug, zu glauben, dass es zu den Pflichten des Finanzressorts der Exekutive gehört, zum wenigsten in die Prüfung solcher Pläne einzutreten. Und für jeden Zionisten ist es ungeheuer schmezlich, wenn eine Diskussion im A.C. zeigt, dass kaum eines seiner Mitglieder incl. der verantwortlichen Leiter des Finanzressons es bisher für notwendig hielt, über die Befrachtung des Aussendcckels eines solchen Buches herauszugehen. Natürlich sprechen wir hier von Allosoroff Anleiheprojekt, natürlich wissen auch wir, dass zahllose Einzelheiten einer genauen Ueberprüfung bedürfen, aber ebenso natürlich haben wir bisher geglaubt, dass es nicht erst eines politischen Kampfes bedürfen würde, um die Prüfung dieses Projekres in den leitenden Instanzen durchzusetzen. Ist so unsere finanzielle Si.uaticn nicht gerade rosig, so muss gerade in der Zeit der Depression davor gewarnt werden, wieder alles Heil von aussen zu erwarten. Ohne Zweifel stellt die New-Vorker Konferenz vom 17. Februar einen starken Erfolg dar. Hier hat die Zionistische Organisation endlich den Zugang zu jenem