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Der jüdische Student · 1924-02-01 · Heft 3 (Februar 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 3 (Februar 1924)
Date
1924-02-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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57 behaupten, im Bewußtsein ihrer Eigenart auf der Hui zu sein und 4ie Sache der Tora vor Staatslenkern und Parlamenten zu iirhren . - v die die Auseinandersetzung mit der Kultur unter schweren Dpiern vollzogen hat, und die dabei manche wertvolle Lnahrung und organisatorische Fähigkeit zum oesten des •uauzen ^rwerben durrte" tRosenheirnL Nicht die ^,im tiefgründigen, die ganze Seele erlassenden Taimudstudium großgezogenen Massen des Ostens" oder „nie Millionen Anhänger des CnassLdLsmus, jener gewaltigen Bewegung, die durch die Warme und Innigkeit der religiösen Bestätigung, durch die unerreichte Tiete aer Weltanschauung, uns alle noch so unendlich viel zu geben hat" — also nicht die Lager der gesetzestreuen Judenhcit, die das orthodoxe Gemeinsehaitsprinzip am vollsten eriüllen, sondern die politische Orthodoxie des Westens hat die Führung der Gesamtorsanisation. * . Die Notwendigkeit politischer Betätigung ist für die Orthodoxie seit Auftreten des Zionismus beträchtlich gewachsen. Ja, die den Orthodoxen vom Zionismus auigtdrungene Politisierung hat erst den Bestrebungen zur Gründung einer Gesamtorganisation, eines \\ eitvernandes, Nachdruck'verliehen is. Linen starker, Knckhai; für denjenigen Wesenszug der orthodoxen Vereinigungen, der „Gemeinschaft" bedeutet, bildet die jüdische Familie, die wir oben schon als wichtiges Motiv der Erhaltung der Orthodoxie erkannt haben. Hier ist jede Handlung von Gesetzen und Bräuchen geregelt. Die Autorität der Ehern, vor allem die des Vaters, ist noch durchaus in „alter"* W eise erhalten. Die ganze häusliche Atmosphäre trägt einen Zug von Vertraulichkeit und Intimität, riier lühit der orthodoxe Jude am stärksten seine Distanz zur deutschen Umgebung, zu den .,Gojim**v). So schreibt Hirsch in seiner grundlegenden Schritt: „Neunzehn Briefe über Judentum**, 12. Brief: „Das Segenswirken an mir selbst beginnt mit Verehrung der Eltern als Boten Gottes, der Menschheit und Israels an dich; sie nehmen dich auf für sie in * den Bund; — der Weisheit, des Alters, -der Tugend, als Leiter and Vorbilder, wo sie dir in Mensehencharakter verwirklicht entgegentreten: — mit Erleuchtung deiner selbst durch die Lebensweisheit der Thaufo.. Wenn also der Gemunschanscharakter der orthodoxen Verbände großenteils auf die Bedeutung des Familienlebens im religiösen Judentum zurückgeführt werden kann, so läßt ihr Zweckcharakter aus der politischen Stellung der Orthodoxie innerhalb der Gesamtheit der Judenheit ableiten. Hat die Gegnerschaft zu den Liberalen zur Konsolidierung eigener Redgionsgemeindfcn genährt, so zwang die Gegnerschan zum Zionismus *um Aufbau einer interterritorialen Organisation. „Orthodoxie und Reform kämpften gegeneinander und waren doch füreinander unangreifbar". (E. Fromm. „Traditionelles Judentum und Zionismus" im „Jüdischen Willen*' II, Heft AS). Aber „der Zionismus ist der furchtbarste Feind, der je der jüdischen Nation erwachsen ist'* ruft der orthodoxe Ideologe und Politiker Breuer aus. Und III. 1 der „Leitsätze für die Stellungnahme der Agudas Jisroel zu den Tagesiragen" lautet: „Die starke Betonung des i'eiigiüs-nationalen Gedankens und der Palästinaarbeit erfordert im Interesse der religiösen Wahrhaftigkeit und der geistigen Selbsterhaltung des "horatreuen Judentums schärfste Ausprägung des geistigen Gegensatzes, in dem der Nationalismus der Aguda zu demjenigen des Zionismus steht". Dieser Gegensatz ist deshalb so wirksam,' weil er?"! Verschiedene Ausdeutung (weltliche und geistliche) desselben 1 nnzips (Idee der jüdischen Nation) beruht. Die „furchtbare Feindschalt*" entzündete sieh vor allem am Kampf um die jüdischen Massen im Ostent) um die Anerkennung als Repräsentanz der Nation vor den Weltmächten, *) Ruppin führt („Die Juden der Gegenwart**) die Existenz der Ortho- Jl>x'c' in deutschen Großstädten vorwiegend auf .„Familien mit besonders "■tar-K ausgeprägtem Familienstolz" zurück. , ) Vgl. Thönnies, „Gemeinschaft und .Gesellschaft": ris „ist Familien- : c\\dl(t-allgemeine Basis der gemeinschaftlichen Lebensweise1*. t -Die Schicksalsstunde der jüdischen Nation hat geschlagen . . . Der.

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