Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 3 (Februar 1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Bit Parteibestrebungen kn deutschen Judentum schließlich. -tn^bdern der Zionismus die Orthodoxie zur Arbeit in Palästina veranlaß! :r.i:it ts. u.) um die reale Gestaltung von „Erez Israel" (Land Israels). — Wesen!:" eh er Bestandteil des orthodoxen-Jdeensystenis ist der Gedanke dt:" mtssianischen Erlösung der jüdischen Nation aus dem Exil *) und dessen &ü:l±2hrirng nach Palästina. Wie die Judenheit des Ghetto aus dieser ]titt. in welcher sich die ganze Zukunftshoffnung des in hoffnungsloser Lexe-wan lebenden Volkes kristallisierter Kraf^^u-ihrer mühsamen E>:!<rv:.-i7 s?g. so gibi diese Idee auch den heutigen Orthodoxen die Kraft, den .zj^iiDsen Anfechtungen durch die Umwelt, den Verlockungen der Assimilation trotzen und innerhalb der völlig anders gearteten Kultur des VYinsvofvCrs den Versuch zum Aufbau ihrer religiös-nationalen Gemeinschan zu irr.ientsinnen. An diese Idee klammert sich sozusagen der nationale Exisicrizwiiie, der nationale Selbsterhaltungstrieb. Allerdings hat die Palästinaikro-c in der Orthodoxie nicht die Macht, die Menschen in der Richtung zzrtr. ^Lande** zu bewegen, wie dies beim Zionismiis der Fall ist, da die Ausser-: ^in die messianische Erlösung eine gewollte, in der Gegenwart angcs-mbte Rückführung des Judentums als überflüssig, v/ohl auch als religiös verfehlt erscheinen läßt **). Ferner hat die Religion bei der Orthodoxie. ttich: die Gewalt, ihre Anhänger zu einem so schwierigen und opfervoiier. 'Werk zü begeistern, da siefcnur einen Teil ihrer Lebenssphäre umfaßt, der z '2ztz Teil aber in der Kultur der Umgebung verankert ist, und zwar — irr: ue^e-satz zum Zionismus — unter Bejahung und Anerkennung dieser An>:t^Ur/jrg: die Orthodoxie hat „im Geiste Samson Raphael flirschs die Auseinandersetzung mit der Kultur unter schweren Opfern vollzogen". Die Yersui::.. die Orthodoxie für die praktische Arbeit in Palästina zti gewinnen, _dev itrirr.er wieder von zionistischer Seite unternommen wurden, haben detni^rrrdlß nur sehr geringe Wirkung gehabt: , erst in jüngster Zeit ist unter di:~ Eindruck der politischen Erfolge des Zionismus und,der ungeheuren Progromnot im Osten ein tätiges Interesse der Orthodoxie an der Palästina!-jfbauarbeii in größerem Umfang entstanden. Die Anerkenimg ik> -stionalen Prinzips allein genügt nicht um die Menschen zu revolutiordirernteuerung der Nation zu veranlassen. Es fehlten der Orthodoxie rishrr ihrer ganzen Geschichte» nach die Tat-Impulse, ohne welche ein solches Werk, besonders unter den hier vorliegenden sozialen und tcch:::s-::-ier. Komplikationen, nicht unternommen werden kann: ihr Dasein ist -iz: Erhaltung des religiös-nationalen Gemeinschaftslebens gerichtet und- L-tne Palästinaliebe ist — wenigstens, was die westliche Orthodoxie betritt:: — keine elementare, aus gesundem" natürlichen Volksbewußtsein emsprrrtser.e. sondern eine abgeleitete, eine Konsequenz des nationalen Wesens der jüdischen Religion, welches mehr gewußt als geleb't wird. Die ..Orthodoxie mußte irren, weil sie nicht erkannte, daß das Gesetz nur allein Sinn und Berechtigung hat, wenn es die Norm eines lebenden V,.;V-:es ist . . .** schreibt ein zionistischer Kritiker. ..Ganz konnte sich die <!;tL ioxie den Wirkungen des Zionismus nicht entziehen, aber er löste in d::r nicht Aktivität, sondern nur Geschäftigkeit * aus . . . {E. Froinct. Traditionelles Judentum und Zionismus"). Denn die geringe Verlust nf - westlichen Flügels kann sie vielleicht verschmerzen. Mit dem östli^r. -i- F"2gd steht und fällt sie . . . Sicher wird der Zionismus sich a?.^j'.;u-r sei:: lassen, die Ansprüche der jüdischen Nation, wie er sie begreift, i: vertreten . . . Wer schützt die jüdische Nation vor dem Zionismtii;"' (Breuer, .Judenproblem**, S. 91 f.) *) ... öer;r^i.<e Jude, welcher nicht an die einstige Ankunft eines persönIL;.r: '*le*>zs aus der Nachkommerschaft Davids, an die Wiedervereinr-rjr: les jüdischen Volkes im Heiligen Lande, und an die Wiederherste!*L:rA: ^> i~ der Thora gebotenen Opferkultus glaubt, ist als ein vom Judeitt;::- i: ^eiailener zu betrachten . . („Gutachten von dem Herrn Distrikrsrrr:: : :er S. B. Bamberger in Würzburg zusammen mit 389 andern Rabbinern . 1S12). Iii-. Rückkehr des Volkes in sein Land „darf von uns nur erhofit, aber ja ::::rt: tdtig gefordert werden". (Hirsch, „Neunzehn Briefe")«