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Der jüdische Student · 1924-02-01 · Heft 3 (Februar 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 3 (Februar 1924)
Date
1924-02-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Die Parteibestrcbungen im deutschen Judentum 51 Herren und die Buiidesbrüd.er außerhalb der Universitäten Heranziehung zur Dienstpflicht. Prüfungen nuf^wenn die Feststenün^ der'Qualitäten eines Bundesbruders für eine bestimmte Aufgabe erforderlich ist. Z. B. wird man an einem Orte, wo ein Bundesbruder für die Erteilung des Palästina-Unterrichtes fehlt, rechtzeitig vorher jemanden hiermit beauftragen, der sich hierauf vorzubereiten hat. Den Abschluß dieser Vorbereitung dürfte dann evtl. eine Prüfung und kurze Instruierung durch eineir geeigneten Bundesbruder an einem andern Orte bilden. Wieviele wertvolle Arbeiter können auf diese Weise vielleicht gewonnen werden, die sonst in der Dunkelheit, verkümmern würde-n. Die Gesinnungsschnüffelei muß aus unserer Mitte verschwinden. Wieviel leistungsfähiger erscheint mir eine derartige Organisation, welche der zionistischen Exekutive eine immer größer werdende Schar arbeitsfreudiger, -disziplinierter Arbeiter zur Verfügung stellt gegenüber dem heutigen KJV., welches als sein Ziel den übersiedelnden Alten Herrn erkennt, ein Ziel, das immer nur von einem geringen Teil der KJV.er, nämlich denen, die Geld und Konnexionen haben, erreicht werden kann. Ferner scheint es mir fraglich, ob*es eine größere Tat ist. in Palästina 9 Monate Hebräisch zu lernen (s. Brief von Felix Rosenblüth im Jan. J. St.) als in Deutschland einen, evtl. überdurchschnittlichen Keren Hajessod-Beitrag zu zahlen und entsprechend -den politischen Notwendigkeiten „Golusarbeit*4 zu leisten. Seien wir uns darüber klar, daß dieser Wegzug wertvoller Bundesbrüder, sobalcf er zum Primat der KJV.er-Leistung erhoben wird und nicht andere positive Ziele gefunden werden, welche immer wieder für neuen Zugang aus den Kreisen der jüdischen Akademiker sorgen, notwendig den baldigen Untergang des KJV. zur Folge haben wird. Dann sehe ich keine Jugendorganisation mehr, die noch imstande wäre, die sogenannten Indifferenten, d. h. diejenigen jungen Akademiker, welche in ihrer Entwickelung noch nicht soweit fortgeschritten sind, daß sie sich auf eine bestimmte Lebensgestaltung, wie sie KJV. und Blau-Weiß verlangen, festlegen wollen, zu zionistischer Betätigung hinzuführen. Adolf Lazarus. Die Parteibestrebungen im deutschen Judentum Von Rudolf S c h a y , Hersel b. Bonn., (Fortsetzung) Die Orthodoxie. Die Aufklärung hat zwar den größten Teil der deutschen Judenheit ergriffen und die Religionsreform ersti eckte sich demgemäß auf die überwiegende Mehrzahl der deutschen Juden — nicht aber auf ihre Gesamtheit. Es war ein oft recht beträchtlicher Rest von Mitgliedern in fast jeder Gemeinde, der sich den Neuerungen heftig widersetzte und mit größter Zähigkeit an allen, auch den unscheinbarsten Formen und religiösen Bräuchen festhielt. Das Bewußtsein der eigenen Art. der Auserwähltheit, des Priestervolkstums („ein Volk von Priestern sollt ihr sein und eine heilige Nation4') hielt hier den Stürmen der Aufklärung, den gesellschaftlichen und politischen Verlockungen zur Assimilation stand. Und die Regelung des Lebens durch die heiliggehaltenen Gesetze wurde angesichts der Gefahr der nationalen Auflösung noch angespannt. Was bisher unbewußt, aus dem ..Wesenwillen'* heraus Gemeinschaftsform gewesen war, wurde nun, durch die Notwendigkeit es zu verteidigen, bewußt und gewollt. Man sah sich gezwungen, die überkommenen Formen des religiös-nationalen Gemeinschaftslebens gegen eigene Volksgenossen in Schutz zu nehmen und dieser

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