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Der jüdische Student · 1924-02-01 · Heft 3 (Februar 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 3 (Februar 1924)
Date
1924-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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46 Bundesbruder seinem ursprünglichen Kreise, dem er seinen zionistischen Werdegang verdankt. Wir sagen, „wir verlieren" einen Bundesbruder, obwohl wir froh über seine zionistische Laufbahn sein sollten. Man kann nicht nur mit theoretischen Erkenntnissen erziehen, mit vorgetragenen Ansichten, wenn sie auch gedanklich richtig sind, anspornen und anfeuern. Vereinzelt wird man Erziehungserfolge, die glänzend ausfallen mögen, erzielen, bedeutend erleichtern würde man sich aber den - Erfolg, wenn man zur Fundierung seiner Theorien die Pioniere aus den eignen Reihen ständig erziehen könnte. Diese lebenden Beispiele des Möglichen pflegen den noch mit sich kämpfenden und schwankenden Bundesbruder zur letzten Entscheidung mitzureißen. Unsere Pioniere leben aber seit Semestern nicht mehr in ihrem alten Kreise und haben jeglichen Anschluß verloren. Eines unserer wichtigsten Ziele ist es aber, möglichst viele Bundesbrüder auf dem Lande zu haben. Im Idealfalle sollen, das nun Bundesbrüder sein, die rege an dem Leben des Kartells teilnehmen und die als mitlebende Mitglieder von den Stammkorporationen empfunden werden. - Ohne einen kontinuierlichen Strom von Menschen, die aus dem Assimilantenlager kommen, durch die zionistisch erziehende Gemeinschaft hindurchgehen und in den landwirtschaftlichen Lehrgütern ausgebildet werden, ist jede Position in Palästina illusorisch. Die Voraussetzungen für eine landwirtschaftliche KJV.er-Leistung*) ist die Zusammenfassung derjenigen Bundesbrüder, die bereits auf dem Lande sind. Des ferneren müssen sich die Bundesbrüder auf dem Lande als Vortrupp ihres KJV. fühlen, andererseits muß die Gesamtheit des Kartells jene Bundesbrüder als Menschen empfinden, die im Brennpunkte des Gesamtlebens stehen. Das zu erreichen ist ungeheuer schwer, vielleicht bringt uns das KJV.er-Gut darin einen erheblichen Schritt weiter. Wir verstehen unter dem KJV.er-Gut ein Gut, auf dem der Leiter ein erfahrener KJV.er ist, der landwirtschaftliche Durchbildung besitzt. Bearbeitet soll das Gut von KJV.ern werden, die sich verpflichten, mindestens eine bestimmte Zeit auf dem Gute zu arbeiten. . Die finanzielle Durchführung soll von KJV.ern gewährleistet werden (Kauf oder langfristige Pacht). Das Gut soll ungefähr 300—400 Morgen groß sein und möglichst in Württemberg liegen, um auch Obst- und Weinbau zu ermöglichen. Näheres an dieser Stelle auszuführen, würde über den Rahmen des Prinzipiellen hinausgehen. Hoffentlich können wir in allernächster Zeit genaue Details in einem besonderen Aufsatze mitteilen, der naturgemäß von fachmännischer Seite behandelt werden wird.**) Im Augenblick ist es wichtig, daß die Bundesbrüder, die bereits auf dem Lande sind, auf dieses Gut übergehen, da ausgebildete Landwirte bei Beginn der Siedlung unbedingt erforderlich sind. Daß wir Nicht-KJV.ern, die Chaluzirn sind und bei uns arbeiten wollen, jegliche Möglichkeit geben werden, braucht nicht erst betont zu werden. Wir werden anfangs sogar eventuell mit Nichtjuden arbeiten müssen, da kaum damit zu rechnen ist, daß Vir. für jeden Posten einen jüdischen Landwirt werden finden können. Wie weit ein solches Gut all die oben angeführten Fehler beseitigen wird, kann man heute nicht überblicken. Ist ein solches Gut eine KJV.-Position. so *) Unter landwirtschaftlicher KJV.er-Leistung verstehen wir nicht die gemeinsame Siedlung in Palästina. Dazu kann man schiecht im Gallith Stellung nehmen. Was für und gegen spricht, können nur unsere Bundesbrüder in Palästina selbst entscheiden. Wir. verstehen lediglich darunter die Erziehung zur Landwirtschaft und die Ausbildung in der Landwirtschaft im Galuth. *~) Bbr. Eichenberg aus Göttingen wird das Gut leiten und wird auch, wenn die sachliche Arbeit weit genug geschehen sein wird, hier im „J. St/4 das Nötige mitteilen. Erfreulicherweise haben sich bereits mehrere Bundesbrüder, die bisher kaufmännisch, tätig waren, entschlossen, die ersten landwirtschaftlichen Zöglinge auf unserem Gut zu sein.

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