Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 3 (Februar 1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Notwendigkeit eines KJV.er-Landgutes 45 umgeschichtet zu haben, sich nicht mehr (geistig, wirtschaftlicli und bis zu einem gewissen Grade auch kulturell) hier zu entwurzeln brauchen, da er weiß, daß drüben Kräfte — KJV.-Kräfte — am Werk sind, die ihm helfen, sich wieder in demselben Kreis zu verwurzeln. So rufen wir, angefeuert durch manche Erfolge in unserer Verbindung, das junge Kartell auf, sich wieder auf sich selbst zu bestnnerL Vor alle-m von unseren kleinen Verbindungen verlangen wir mehr Selbstvertrauen und Mut. 'Es wird mancher von ihnen gelingen, was uns unter vielleicht schwierigeren Umständen gelang. Es ist denkbar, daß in einer Verbindung, in der überhaupt kein Leben mehr zu erwecken möglich zu sein scheint, ein Kern sich bildet, der z. B. eine längere Zeit hindurch auf -das intensfvste Hebräisch lernt. Und das würde für den Anfang genügen. Man wird uns vielleicht „Optimisten" nennen; woratrf wir zu erwidern haben: Jawohl, das sind wir, weil wir KJV.er und Zionisten sind! VJSt. Kadimah-Hamburg. Samuel Roch x a.B. Die Notwendigkeit eines KJ.V.er-Landgutes In anbetracht der realen Forderung Palästinas haben wir uns entschlossen, ein KJV.er-Gut hier in Deutschland auszustatten. Die Gründe für das fortgesetzte Mißlingen unserer bisherigen landwirtschaftlichen Berufsumschichtung sind allen bekannt. Unser Zuwachs steht im Alter von 18 bis 20 Jahren und hat sich bereits beruflich bis zu einem kaum abzuänderndem Grade festgelegt. Entschließt sich der KJV.er doch, aufs Land zu gehen, wenn er auch glaubte, Jurist oder Mediziner, Kaufmann oder Nationalökonom zu werden, so geschieht das lediglich aus zionistischer: Inipulsen. Ehe aber der junge Mann durch das KJV. zionistisch so weit durchgebildet ist, daß er sich einzig und allein dem zaristischen Postulat beugt, vergehen mehrere Semester. Das hat zwar auf der einen Seite der; Vorteil, daß der KJV.er, der sich entschließt, auf das Land zu gshen, älter, reifer und zionistisch durchgebildeter ist, als beispielsweise ein Mitglied eines Jugendbundes, auf der anderen Seite besteht der unleugbare Nachteil, daß zahlenmäßig nur recht wenige Menschen dieses Alter* für einen derartigen Erziehungsweg in Frage kommen. Diese vereinzelte Berufsumschichtung, dieses „Auf das Land-gehen" E i n z e 1 n e r bringt weitere Nachteile mit sich. Während diejenige.« Zionisten, die sich in Gruppen bei ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung betätigen, den -Genuß gemeinsamer Schaffensfreude haben, fällt dieses Moment bei unseren Bundesbrüdern im großen und ganzen weg. Abgesehen davon, daß das isolierte Arbeiten beim deutschen Bauer eint erhebliche Anforderung an die Nerven stellt, bleibt die äußerst wichtige attraktive Wirkung auf weitere junge Leute vollkommen aus. Man weiß im allgemeinen im Kartell nichts von dieser zersplitterten Tätigkeit unserer Landwirte, was nicht wenig dazu beiträgt, daß man den Kopf tief hängeiläßt. Kommen unsere Bundesbrüder zu andern landwirtschaftlichen Gruppen, so müssen sie sich erst einleben, da der Kreis jener Menscher» wenigstens für die ersten Monate fremd und in sich geschlossen ist, so daß wir dort Schwierigkeiten zu überwinden haben, wo andere Erleichterungen erfahren. Vom Standpunkte des KJV. kommen noch andere Erwägungen dazu: Wir verlieren jedesmal, wenn ein Bundesbruder seinen Kreis verläßt, um sich beruflich fernab von der Korporation auf dein Lande (oder beim Handwerker) auszubilden, ein Mitglied, denn die lange Zeit außerhalb der alten Gemeinschaft entfremdet erschreckend schnell den