Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 21 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Ziele und Aufgaben Kirche war. Wir müssen getragen und getrieben sein von dem Ethos unserer Sache, von dem Glauben an die Sendung unseres Volkes, das um dieser Sendung willen sich in der Welt nationale Geltung und Dauer schaffen muß. Das Kartell muß ein Orden werden, an den die Bundesbrüder gleichsam mit einem Gelübde gebunden sind, ein Orden, der jederzeit den ganzen Menschen verlangen kann und darf. IV. Das Gesagte bliebe Phrase, wenn es nicht mit dem praktischen Leben in Einklang gebracht werden könnte. In den folgenden Zeilen ist die Richtung angedeutet, in der die Brücke zwischen Gedanken und Wirklichkeit zu finden ist. Will man unseren Menschen den zionistischen Lebensstil geben, von dem oben die Rede war, will man/sie aus dem Konflikt zwischen Sein und Wünschen erlösen und dabei doch nicht Unmögliches verlangen, so muß man das Kartell so ausgestalten, daß es in die wirtschaftlichen und beruflichen Verhältnisse der Bundesbrüder weit tiefer als bisher einzugreifen in der Lage ist. Es ergibt sich also die Aufgabe. Wirtschaftspositionen in Palästina und — als Etappen, auf dem Wege dorthin — im Galuth zu schaffen, die den Bundesbrüdern eine Verwirklichung ihrer praktischen zionistischen Ziele erleichtern und ermöglichen. Unsere Menschen müssen aus dem deutschen Wirtschaftsleben, soweit sie auf zionistisch unwirksamen Posten stehen, herausgezogen* und aui zionistisch wirksame Posten gestellt werden. Allem voran und sofort muß ein Berufs und Wirtschaftsressort geschaffen werden mit zwei Hauptaufgaben: erstens, die erwähnte Umgruppierung der Bundesbrüder vorzunehmen und zweitens, wo es erforderlich ist. zionistisch wertvolle Posten wirtschaftlichen Charakters zuschaffen. die mit KJVern besetzt werden können. Das Ressort muß von erfahrensten Bundesbrüdern, die im Präsidium Vorrang haben, geleitet werden. Das bisherige Berufsressort führte ein Scheindasein und hatte auf das -Kartell keinen nennenswerten Einfluß. Das hier vorger hbgene muß sofort den nötigen Kontakt mit der Leitung der zaristischen Organisation und dem deutschen Landesvorstand schaffen, es muß eine Verbindung mit den maßgebenden Faktoren der palästinenschen Wirtschaft — Handelskammer, landwirtschaftlichen Versuchsstationen und dem Museum, dem Palästinaamt — mit den deutschen Kwuzoth. unseren Bundesbrüdern in Palästina, nicht zuletzt mit der Landesregierung suchen. Auf schnellstem Wege muß endlich ein Überblick über die beruflichen Positionen der Bundesbrüder gewonnen, ihre Einflußsphären in'der deutschen Wirtschaft festgestellt werden. Das Präsidium hat sich erfolglos bemüht hierüber von der Zentralstelle aus eine Statistik zu schaffen. So versuche man es jetzt dezentralisiert, ernenne Vertrauensmänner in den einzelnen Verbänden mit der Verpflichtung, das erforderliche Material, wo es not tut. persönlich durch Besuche und Reisen heranzuschaffen. Diese kurze Arbeit ist sicherlich mindestens so wichtig, wie die mit gleichem und größerem Kraftaufwand ständig betriebene N.F.Propaganda. — Ein KJ.Ver-