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Der jüdische Student · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
21 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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12 Braucht Palästina noch Ärzte Braucht Palästina noch Ärzte? Von Dr. Felix Danziger, Jerusalem. Zur Beantwortung einige Feststellungen zwecks Erinnerung: Palästina hat ca. 80 000 Juden, etwa 600 000 Araber und einige tausend englische, deutsche und andersstaatliche Christen; es hat <im wesentlichen 3 größere Städte: Jerusalem mit ca. 80 000 Einwohnern, wovon ca. 45 000 Juden, Jaffa-Tel-avio mit ca. 50 000 Einwohnern, wovon Tel-avio mit 22 000 Juden, Haifa mit ca. 20 000 Einwohnern: wovon ca. 7000 Juden: außer diesen größeren Städten gibt es einige kleinere von Bedeutung, wie Safed und Hebron. In den Kolonien und Kwuzoth zerstreut leben ca. 10 000 Juden. Über die Versorgung dieser Bevölkerung mit jüdischen Ärzten ist zu sagen: in Jerusalem sind deren ca. 50: in Tel-avio ca. 70: in Haifa ca. 30: der Rest verteilt sich auf die kleineren Städte und Kolonien: es dürften noch ca. 30 sein. Außer diesen jüdischen Ärzten gibt es die arabischen, in Beiruth 2K> Jahre lang ausgebildeten Ärzte, die natürlich den Großteil der arabischen Klientel haben, und die englischen Ärzte, die in den Regierungsspitälern sitzen, dazu kommen die Ärzte der Italiener. Franzosen, Deutschen, welche entweder staatliche Spitäler, teils Missionspitäler haben. Soweit ich übersehe, ist nur auf dem Gebiet der Augenheilkunde arabische Praxis in größerem Umfang in Händen jüdischer Ärzte, sonst ist es mit wenigen Ausnahmen so, daß wenigsten heute noch, der jüdische Arzt auf jüdische Praxis gestellt ist. Ich zweifle nicht, daß es andefs werden kann, behaupte sogar, daß es anders werden müßte und könnte. Das Beispiel der Hadassah, der anfangs nach ausgegebenen, zuverlässigen Berichten, viele Araber zuliefen, läßt allerdings skeptisch werden. Bei ihr ist die "Araberpraxis aber zusammengeschrumpft, sicher z. T. infolge der nationalistischen Umtriebe, teils angeblich deshalb, weil die Araber mehr zum Bezahlen angehalten wurden als die Juden. Die Hadassah beschäftigt von den vorhandenen ca. 180 Ärzten nur einen kleinen Teil. Sie hat 2 Arten von Aufgaben: sie unterhält 5 Spitäler: in Jerusalem das Rothschild-Hospital mit ca. 100 Betten, in Jaffa ca. 50 Betten, in Safed und Tiberias ein kleines, in Haifa ein mittleres Spital von ca. 40 Betten. Während in Jerusalem Polikliniken mit Spezialisten angeschlossen sind, machen die Ärzte in den anderen Städten auch poliklinischen Dienst. In Jerusalem mögen 10, in den anderen Städten je 3 Ärzte angestellt sein. Neben dem Hospitalbetrieb richtet die Hadassah jetzt Säuglingsiürsorge-Betrieb und Scr ü'arztweser ein, ]n dem aber nur Ärzte Anstellung finden können. Die rweite große Seite der Hadassaarbeit besteht in der Versorgung der Kolonien-und Kwuzoth mit Ärzten. Sie bezahlt die Ärzte gemeinsam m!t den Kolonisten bezw. der Zionist. Organisation. Dieser Ärzte dürfte es ungefähr 30 geben. Zwischen Land- und Stadtärzten veranstaltet die Hadassah Austausch, der häufig peinlich empfunden wird, zumal da er oft als consilium abundi wirkt. Die Gehaltstage* bei der Hadassah ist schlecht geregelt. Die Gehälter sind zwar niedrig, was durch die Provenienz der Gelder erklärlich ist, aber sie sind auch sehr ungleich verteilt, sodaß 2gle'.ch qualifizierte Ärzte ganz verschiedene Bezüge haben. Von 15—50 t ist die Cehahsbreite. Nur einige gehobene Stellen haben 50—65 £ Gehalt. Eine zweite arbeitgebende Ar/torganisation ist die Krankenkasse der Arbeiter Kupath chol!m, die ca. 20 Ärzte angestellt hat und planmäßig nach deutschem Muster jetzt Ambulatorien und Sanatorien schaffen will. Leider ist sie bisher auf die Beiträge der Arbeiter seihst gestellt, während bei uns;n Deutschland die Arbeitgeber doch große Beiträge zahlen. Da nun hier zulande die Morbiditätsziffer enorm groß ist gegenüber europäischen, so muß man mit der Rentabilität der Kupath choh'm gegenüber sehr skeptisch S'.in. Jedenfalls ist sie eine Organisation der Zukunft, m. E. in Palästina vielfach so wichtig wie in Deutschland. Sie ist auch eine Sicherung

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