Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 5 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Grundlagen und Aufgaben. 137 dcrcrseits cm möglichst b;ild zu erreichendes Ziel sein, das Kartell zu hebräisieren, so daß hebräische Abende nicht .mehr als Unterrichtsgegenstand, sonderen als Form des Lebens unseres Bundes angesehen werden. Es wird dann möglich sein, daß auf diese Weise die zionistische Ausbildung jedes einzelnen fortschreitet und der so wirkliche Beziehungen zu Ereis Israel bekommt. Es ist aber nötig, daß man sich vor Augen hält, daß es nötig ist, täglich Hebräisch zu arbeiten, wenn man dieses Ziel erreichen will eine Stunde wöchentlichen Unterrichtes genügt nicht. Ich glaube so. einen einheitlichen Unterrichtsplan gegeben zu haben:; Füxe I. und 11. Semester: Tendenz, HL Semester: Palästina evtl. Beginn, des Hebräischen. Burschen: Intensive Beschäftigung und Erlenumg des Hebräischen. Nach 2--VA jähriger KJV.-Aushilduug muß versucht werden, den Bundesbruder in die praktische zionistische Arbeit einzuführen". Es wäre hier das vorteilhafteste, daß sich der betreffende ein Spezialgebiet herausgreift, für welches er sich verantwortlich fühlt und evtl. einem Alten Herren, der diese Arbeit als seine zionistische Betätigung ausführt, als Assistent beigegeben wird. In den Großstädten muß den Kuxen als Ergänzung des Tendenztmlerrichts auch die jüdischen. Einrichtungen gezeigt, mit ihnen müssen jüdische Versammhingen jeder Art besucht werden. Ich bin mir darüber klar, daß auf dieser Seite nur ein Teil der Erziehung liegt and ein anderer, vielleicht der Wesentlichste noch nicht behandelt wurde. Es fehlt noch das, was wir die Form des Kartells nennen. Ich komme liier zu einer sehr heiklen und schwierigen Frage. Wir haben zwar viele Formen, aber nicht die Form, die eine einheitliche ist, wie früher der studentische Komment. Aber hier -sei gleich eines bemerkt. Auch früher war das Wesentliche nicht die Kneipe, sondern wer diese Kneipe machte. — Genau sö wird es heute sein. Wo ein Bundesbruder ist, der wandern kann, dort wird es möglich sein, das Wandern in den Mittelpunkt zu setzen. In andern Verbindungen wird es der Sport sein, und. obwohl wir uns über seine Einführung in das Kartell keine großen Illusionen machen sollen, müssen'diejenigen, die den Sport lieben, immer wieder versuchen, ihre Liebe andern zu vermitteln, damit sich der Sport immer mehr im Kartell ausbreitet. Ich habe schon darauf hingewiesen,, daß die hebräischen Abende m. E. sehr wohl eine Form unseres Lebens bilden können. Die Leibfamilienabende geben weiter den geselligen Rahmenfür unser Leben ab and sie sollen diejenigen umfassen, die sich besonders nahe stehen. An ihnen teilzunehmen und sie auszugestalten, ist auch eine Aufgabe unserer Alten Herren. Schließlich ist diejenige Form, die alle einheitlich hält und umfaßt, der Konvent, welcher, wenn richtig gehandhabt geistiger Mit- ~ telpunki unseres Lebens werden kann. Der Möglichkeiten gibt es also viele. Das -Leben wird zeigen, welche sich durchsetzen. N n r e i n e s i s t erforderlich: der Wille jedes einzelnen. Auch hier* muß sich jeder verantwortlich fühlen und seinen Teil dem Ganzen geben. Dann, " aber nur dann werden wir auch den äußeren Rahmen für unser inneres Leben finden. Denn dieses Innere ist der Leitstern, zu dem wir alle hinstreben müssen. Mit dieser Idee wird jeder äußere Zwang schwinden können. Hebräisches Examen, Dienstpflicht werden keine von außen aufgezwungene Forderungen sein, sondern ein freudiger Dienst. Man wird dann nicht ersx die Inaküvenzeit abzuschaffen brauchen. Sie wird von allein verschwinden und wieder ihren alten Sinn annehmen, daß wer nicht mehr aktiv in der Verbindung arbeitet, dann aktiv seine zionistische Arbeit anders erfüllt. Organisation wird auf diese Weise uns ein lebendiger Körper für unsere Arbeit werden und aus der Dienstpflicht werden diejenigen erwachsen, die. ihren Beruf ersehen, ständig der Idee als Beamter .'• zu dienen. . . Der Weg dahin ist noch weit: doch der Anfang muß heute gemacht werden. Jede Minute Ist kostbar. Noch gibt es bei uns allzuviel laue und tnnätigef die die Kraft und die Energie nicht finden können, Konsequenzen