Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 5 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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135 müssen siel* noch neben ihren] Studium ihren Lebensunterhalt schwer verdienen. Ein anderer Teil saldiert nur pro forma und hat i:i der Hauptsache einen anderen Beruf. Diejenigen, welche noch so wie die KJ V.er vor dem Krieg leben können, sind verschwindend gering und auch sie streben, niedlichst bald das Studium abzuschließen und festen Fuß zu'faßen. So ist sowolil die Zahl der von uns zu Werbenden geringer, als auch ihre Art anders geworden. Trotzdem Ist es möglich den größten Teil derselben zu erfassen und für uns zu gewinnen. Man muß allerdings mit der Art und den Forcen de-? veränderten Zuständen Rechnung tragen. Doch dann! soll später noch zurückgekommen, werden. Da wir uns nun noch längere Zeit mit kleineren Zahlen begnügen müssen, muß es unsere Sorge sein, mit diesen wenigen ein möglichst gutes Material zu bekommen und größte Auslese zu treffen. Wenn wir früher bei großem Material nur mit -einem kleinen Bruchteil der aktivgewordenen ernsthaft rechneten, so müssen wir uns jetzt auf jeden einzelnen verlassen können. Auf diese Weise wird es möglich sein, das Kartell über die nächste schwere Zeit hinüberzubringen, bisbessere äußere 'IvsiiindQ eingetreten sind. Aus diesen äußeren Gründen war man auch seinerzeit schon in Cassel dazu gekommen, die Gründung von K JV.-Jugendgrappen zu -propagieren. Hinzu kam.' daß man. hoffte, es würde auf diese Weise gelingen, schon in früherem Alter hinge Mensmen zur Chaluzimh zu erziehen.- Dieser Plan ist mach der Aufhebung der Fusion von den) letzten a. o. K. T. ausdrücklich zum Beschluß erhoben worden, indem ein Antrag angenommen wurde, daß dort, wo es möglich Sei.. JügeixWm-men gegründet werden sollten. Es ist daher falsch, wenn Anslclaen geäuüert werden, daß man sich auf dem Kartell tag darüber klar war, daß wir keine Jugendgruppen gründen sollten. Nun stehe ich auf dem Standpunkt, daß dieser ganze Komplex nicht rein von der Frage des Nachwuchses betrachtet werden kann. Dazu ist Jugendarbeit viel zu sehr eine autonome Angelegenheit. Andererseits aber dürfen Jugendgruppen von uns nur dort gegründet werden, wo wir über einen Krüfteüberilnß verfügen, so daß durch diese Arbeit unserem eigentlichen Aufgabengebiet, die Arbeit in der Korporation keine Menschen entzogen werden. Heute allerdings, wo alle Kräfte des Kartells durch.die Arbeit in unserem engeren Bunde absorbiert werden, haben wir nicht diesen Ueberfluß, daß wir Jugendarbeit leisten könnten. Ueber die Jugendarbeit selbst wiii ich hier nichts weiter sagen, da ich darüber nicht genügend Erfnhrung habe. Nur das eine möchte ich betonen, m. E. muß eine jede zionistische Jugendarbeit letzten Endes das Ziel haben, die jungen Menschen in dem Sinne zu erziehen, daß die Jugendbewegung mit einem bestimmten Alter für sie, auch als Chaluzim. ihr Ende erreicht und sie dann in einen Bund eintreten müssen, in dem ihr Zionismiis, bis dahin nur gefühlsmäßig erfaßt, seine innere- .Fundierung erhält, in dem sie mit einem Worte ihre politische Erziehung erhalten. t . Nun noch ein Wort zur Propaganda im allgemeinen. ' Wir haben es Im Kartell verlernt, die Propaganda in ihrem Werte und vollen] Umfange zu erkennen. Wir müsse;! sie von der ünikleidung des Keilens befreien. Propaganda und W erben ist eine zionistische Tat, für weiche die besten KräTe gerade gtit genug sind. Eine gute Propaganda-Arbeit ist eine zionistische Leistung, deren Yollbrmgimg eine der wichtigsten Aufgaben eines zionistischen Rundes;sr. Wir müssen wieder lernen und bei den B im des b rudern das Gefühl du für erwecken, was Propaganda bedeutet. Es muß wieder bei uns üblich Werden, daß wir danach brennet!, junge Menschen für unsere Idee zu gewinnen, die Gelegenheit 'suchen, unsere Ansichten zu vertreten, uns durchzusetzen, und .mit geistiger Leberlegenheit Menschen in unseren Bann zu zwingen. Wir. müssen erkennen, daß jede verpaßte Gelegenheit ein zionistischer Verlust' und ein politischer. Fehlschlug bedeutet Auch hier können wir zu wirklichen Leistungen kommen und die Lethargie im Kartell überwinden. Wie Iva bei: wir nun unsere Erziehung zu gestalten, um die jungen. Bundesbrüder unserem zionistischen Ziele nahe zu bringen? Welches sind