Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 5 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537778-3537783--5937-3544065- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Grundlagen und Aufgaben. - 133 -schaiien sein. Daß d-eses talireJan.^ vergessen wurde, trug viel mW daza 'Seh daß sieli bei uns im Kartell Mißmut. Depressionsstimmung, unberech- ' tigte Lmziuriedcnhek bnrnemehr ausbreiteten und jeglichen Arbeitswillen und Arbeitsmut ertöteten. Dieses .muß endlich, klar erkannt werden, um der Beurteilung des Kartells eine ihm gerechte Grundlage zu geben." Ist dieses muß sich sofort eine weitere Frage aufdrängen: hat das Kartell eine Palästina-Aufgabe, oie allein ihm seine Existenz als zionistischem Bunde verleiht/ Diese Frage ist sehr positiv zu beantworten. Ich sehe in der Tat für das Karteil spezifische Palästina-Aufgaben und sehe bis jetzt keine andere Organisation, welche in dieser Weise zur Lösung dieser Aufgabe beraten wäre, wie das KJV. Der so große Pessimismus, den viele KJV.er in Bezug auf ihre Üebersiedlur.g haben, ist unberechtigt. Für einen gut ausgebildeten Akademiker oder Kaufmann gibt es durchaus Möglichkeiten in Palästina. Am jedem Gebiet läßt sich dieses zeigen, wenn die Nach-, richten, die wir von Erez Israel bekommen, richtig sh\6. Natürlich darl man nichi warten, bis eine Stellung angeboten wird, doch dieses ist ja bekannt. Fs sind hier jedenfalls Möglichkeiten für eine geistige Chaluziuih" (das Wort stammt nicht von mir), die bis jetzt vom Kartell in gar keiner Weise erkannt, geschweige de im ausgenutzt worden sind. Daß diese Gebiete für das Land von höchster Wichtigkeit sind, ist klar und liegt auf der Hand. Fs gib* keine andere Organisation, welche diese Aufgaben erfüllen könntet. Demi auch dk-ses muß noch erkannt werden; Als ist nichts."daran gelegen, daß n u r BeiHdsmei: sehen nach Frez Israel gehen, sondern daß Zionisten, die in ihrem Berufe etwas leisten, übersiedeln, Zionisfeu von djr Qualität, wie sie oben skizziert wurden, Menschen.-die nicht nur ihren Beruf kennen, sondern welche es verstellen und den Willen haben, auch in Palästina Dieter der zionistischen Bewegung und Organisation zu sein. Bei diesem Punkt ist nun auf etwas hinzuweisen, was im' Kartell schon lange empfunden wird. Unsere Bundesbrüder in Frez Israel haben das Kartell im Stich gelassen. Einige wenige haben zwar die Bindungen mit dem Kartell aufrecht erhalterf-und die Beziehungen gepflegt, als Gesamtheit aoer haben sieversagt. Und es ist hier mit Entschiedenheit eine Revision ihrer Stellung T'ii fordern. Es muß erreicht werden,, daß unsere Bundesbrüder in Palästina sich zusammenschließen zu einer festen Gruppe, die regelmäßig dem Kartell im Galuth Berichte gibt, über die Möglichkeiten im Lande, die andere Bundesbrüder hinüberzieht, aufmerksam macht über d'c-se und jene Möglichkeit. Fs wird sich dann bald ein engerer Konnex mit Frez Israel herstellen, als durch alle noch so gut gegebenen Palästina- Kurse. Ja, es wäre dann zu hoffen, daß auf diese Weise dem Kartell als Gesamtheit die Gelegenheit geboten wird, ein Palästinaprojekt als seine Spezialauurabe zu betrachten, 'zwar'nicht so. daß die Gesamtarbeit', sich darin erschöpfen würde, sondern als ein Glied in der großen Kette unserer zionistischen Aufgaben. Dieser Kreis unserer palästinensischen Bundesbrüder atuß geschaffen werden,, und ich bin sicher, daß er sich bald immer mehr vergröOe-n -wird Können wir doch konstatieren, daß in der letzte?: Zeit che Anzahl KJV.er nach PaJiisFna übersiedelt sind und noch weitere hmubeigehen „werden. Und gerade diese bilden die Bestätigung der Richtigkeit unserer Erziehung. . Stammen sie doch zu einem großen Teil ixu> '"'ie; Generation, bei der diese Palästinaühersiedhmg nur ein vager, Gedanke, ein vielleicht nie erfüllbarer Traum war, . aber in der Erziehung selbst keinen wesentlichen Raum inne halte. Diese Menschen gehen nun herüber, nachdem sie z. Teil hier schon erhebliche zionistische Arbeit ge- Eistet, z. Teil sich still'für ihre üebersiedlimg vorbereitet hatten, ohne daß -s ein Mensch wußte. Sie galten in der Oeffemliehkeit schon vielfach, als Verloren. Ihrem Beispiel haben wir zu folgen und in" beruflicher und zioni- •^dscher. Vomereitimg die Möglichkeiten für die Paiästinaübersledhmg zu schaffen. Wenn erst dieser Gedanke im Kartell sich durchgesetzt hat, so Vviid jene Paläsünastimrnimg a«cb im Kartell entstellen, auf Grund derer möglich seiti wird, die jungen neu zu uns kommenden Bimdesbr^der in *nnner größerem Maße in der Richtung einer handwerklichen Chalu-