Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 5 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Grundlagen und "Aufgaben. 131 Menschen, die wissen, daß sie mit diesem Schritt Verpflichtungen am sich nehmen, hat jetzt nicht .der Betriff der politischen Erziehung in seiner i'-eltung verloren? In der Tat ist diese Ansicht im Kartell vorhanden. Pie Mühe, der Apparat, für die Erreichung dieses Zieles scheint vielen Jicses Ziel nicht wert zu sein, besonders da in ihren Augen an seine Stelle ein anderes getreten ist. Für sie .erscheint als Hauptziel die Üb'er'sied- I a n g nach Palästina. Es scheint mir liier um einen Angriff zu hasKk-In, der den Gegenstand in keiner Weise trifft, um zwei Kreise, die sich ■vc\\\ .schneiden, sondern denselben Zentralpunkt haben, da die Übersied-!uag nach Pakistina, eine Selbstverstandlichkeil, in dem Begriff der poli- :Nclicn Erziehung enthalten, zum mindesten aber ohne sie für einen zionistischen Bund wertlos ist. Nun aber haben gerade die jüngsten Ereignisse im Zionismus mich der Mühe enthoben, mit viel Beweismaterial theoretischer Natur diese meine Ansicht zu belegen. Wohl für jeden Embken, der den letzten Kongreß mitgemacht hat, steht es fest, wie sehr die zionistische Bewegung Menschen nötig hat, welche in bestem Sinne politische Menschen sind. Wer gesehen hat, in welcher Weise das Partciwesen im Zionismus um sich gegriffen hat — gab es doch auf diesem Kongreß nickt weniger als A Linksparteien, 2 Mmugntppen und den Misraeiki ..... ich sage, wer das. gesehen hatc der wird, den Faktor einer wirklichen politischen Erziehung nicht hoch genug einschätzen können. Und andererseits stellte es sich heraus, daß in dem Block der Landsmannschallen es gerade die deutsche •Landsmannschaft war. die den Oedanken der Organisation, den Gedanken der Stärke unsere Bewegung am entschiedensten und tatkräftigsten vertrat und dadurch führend wirkte. Und ich behaupte, daß dieses möglich war, weil es in Deutschland das KJV. gegeben hat, das die führenden Männer im deutschen Zionismus z. T. hervorgebracht hat, Bundesbrüder, welche wir heute auch immer noch als unsere Führer anseilen. Und ich behaupte weiter, daß der Kongreß ein anderes Bild gezeigt "hatte, wenn in den verschiedenen Fraktionen uncr Föderationen Männer gewesen waren, die mit der gleichen Entschiedenheit dort gewirkt hätten in dem Sinne, daß auch die Partei nur eine Dienerin an der Gesamtheit ist. hinter deren Wohl taktische Bedenken zurückzustellen seien. Hier liegt ein Aufgabengebiet vor uns, das erst auf diesem Kongreß wieder, der an der Frage der Stärkung der zionistischen Organisation vorüberging, grell beleuchtet wurde. Denn eines ist wohl klar, ohne diese zionistische Organisation ist der Zionismus, oder zum mindesten unser Zionismus erledigt und unfruchtbar. Ich sagte oben, daß ohne politische Erziehung die Übersiedlung nach Palästina wertlos sei. Auch dieses ist schon durch Tatsachen bewiesen. 1-S genügt, sich das Parteiwesen drüben anzuseilen, es genügt, darauf hinzuweisen, daß bei sehr vielen und* leider auch bei KJV.ern, die hinüberg'jgangen sind, die Anschauung herrscht, mit ihrer Uebersiedlung sei der Zionismus für sie erledigt. Als Symptom sei die geringe Anzahl der in Frage Israel verkauften Schekalim angeführt sei weiter berichtet, daß bei vielen, wie erzählt wird, der Keren liajiesod für eine Galmhsaeke angesehen wird. Adles dies sind Anzeichen, die für ein junges Gemeinwesen gefährlich und erhängnisvol! sind. Daß diese Anzeichen nicht nur dort vorhanden, son-' dem auch in der Jugenderziehung noch gefördert und propagiert werden, besonders bedauerlich- und bekämpfenswert. Wenn wir sehen, daß in 'fyu jüdischen Jagendbläitern. de-s Prager Bar Koehba in einem Artikel von i:'*}vin Vogel' „Gedanken zum "Aufbau** folgende Sätze sich finden: .„Die Zvit des Herzischen Zionismus ist endgültig vorbei. Der Zionismus von neute ist im Wesen grundverschieden von dem Herzls und seiner Nächtiger. Damais war Zionismus ..Mittel zur Lösung der Jugendfrage'1. Nichts piehr und nichts weniger. Sein Ziel der „Staat" mit allen Schikanen und Fnirichtüugen des europäischen Vorbilds. Die Idee des jüdischen Staates ist vorbei (Gott sei Dank).-...Wir brauchen keinen „Staat'4, nicht-weil wir ]*m nicht bekommen, sondern, weil wir ihn nicht wollen44, so'ist dazu nur :/n sagen, daß der Verfasser vom Wesen des Zionismus noch nicht die Spur