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Der jüdische Student · 1923-11-01 · Heft 5 (November 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 5 (November 1923)
Date
1923-11-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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128 mjederzeit nachkommen. Einstweilen beabsichtigen wir, möglichst bald eine Tagung von den Vertretern der Verbindungen nach Art der Erstcharchierienlaging einzuberufen, der wir neben unseren obigen Anschauungen ein positives Programm über die weitere Kartellentwickhmg vorlegen, Unbeeiirlnßt von diesen Anschauungen fordern wir. daß unsere Bundesbrüder sich ausschließlich dem KJV. verantwortlich fühlen, und sich unserer Form des Zusammenschlusses mit vollem Herzen hingeben. Wir halten es mit diesem Gedanken und der Kartelldisziplin nicht für vereinbar, wenn Bundesbrüdo? sich dem Blau-Weiß-Eid unterwerfen und werdendaher alles tun» daß Äiige Bandesbrüder, die dies getan haben, aus dem Kartell ausscheäfen. — Unsere Stellung in der Frage der Jugendabteilungen hat jedoch nichts mit den Gruppierungen zu tun, zu denen wir die Keilfüxe von. mehr als £*£ Jahren zusammenzuschließen pflegten (etwa nach Art der Jung- JudaAteihmg). Wir halten diese Art der Betätigung im Gegenteil nach wie-wr. für eine absolute Pflicht der Kartellverbindungen; Ifes dem beschränkten Umfange, den: die jetzigen Verhältnisse es überhaupt zulassen, muß die Propaganda noch mehr als früher die erste Voraussmung unserer Tätigkeit sein. Viele Bundesbruder glauben, -daß in Zukraft gerade diese Frage des Nachwuchses die jüngeren Teile des Kartells dan Biau-Weiß annähern wird, weil nur von dort ein starker Zustrom, mö^fidi ist. Wir meinen, daß eine derartige Entwicklung in weiterer Zukunft nur geduldet werden dürfte, wenn die Erziehung'der Aelteren zu den Eigenschaften gesichert ist, welche wir als die besonderen des alten KJV. anzus&en gewohnt sind. Vorläufig scheint uns diese Frage ebenso theoretisch wie die weitere ebenfalls aufgerollte Frage, ob das KJV. noch Jugendbewegung ist oder sein soll, eine Frage, mit der sich bei weiterer Konsdidierung das Kartell wird beschäftigen müssen. Man wird hierbei ohne Rücksicht auf das Ergebnis davon abkommen müssen, daß es eiri Unglücksei, wenn das KJV. keine Jugendbewegung darstellt. Eine innerlich wams? Antwort wird es aber nur dann geben können, wenn man zugibt, daß j&s KJV. keine einheitliche Organisation mehr ist, sondern sich in den Verhaid der älteren und in den Bund der Jüngeren scheidet. Der Krieg undssäne Folgen haben hier eine Entwicklung, herbeigeführt, die man bedauern, mag, welche aberals Tatsache nicht mehr abgeleugnet werden kann. Gewiß wäre es ideall gewesen, in einer Kette aufeinander folgender GeneiaEtionen den vollständigen Zusammenhang zu wahren. Aber der „Ausfü von mehreren Generationen macht die Verwirklichung diesei Wümsshe unmöglich. Man muß auch hier davon abkommen, die Entwicklung ^s ein Unglück zu betrachten, dem man nicht gewachsen sei. Man soll welmehr dafür sorgen, daß die weitere Entwickhing uns gerüstet findet und die Autonomie *der Altherrenschaft wie der Korporationen nicht aus Streit und Zerfall erwächst. Es ist unsere Pflicht, beide Teile für diesen Fall vorzubereiten und zu stärken und die Brücken zu bauen, die sie verbinden sollen. _ - Ä Konsolidierung des jüngeren Kartells ist nur zu erzielen, wenn sich ein Kreis von jüngeren, im KJV. bereits erzogenen Bundesbrüdem zusarrmenfindet, welche die Vorzüge des alten KJV. mit den Fortschritte!* des neuen verbinden. Solche Bundesbrüder sind heute vorhanden. Es komnti darauf an, daß sie sich mit Entschlossenheit zur Geltung bringen. Es ist eine falsche Auffassung, wenn im Kartell vielfach geglaubt wird, wir .lätten uns gegen eine bundesmäßige Zusammenfassung der jüngeren Buntebrüder gewandt Wir sind vielmehr der Ansieht, daß unser KJV. in guten Zeiten und in seinen guten Teilen immer ein Zusammenschluß dieser Art 3$Ewesen ist. Nicht gegen den Bund, sondern gegen die Formen und Auswichse der Bundesideologie im Blau-Weiß hatten wir uns gewandt. Dieser Bundesgedanke, der bei uns. in einer falschen Auffassung des gegen den Mau-Weiß geführten Kampfes, vielfach verloren gegangen ist, verbietet es, zuzulassen, daß unsere Bundesbrüder sich an anderer Stelle in gleicicr oder sogar noch stärkerer Weise binden als im KJV., also z. B. sich im Blaa-Weiß vereidigen lasser. Nicht Schikane gegenüber dem

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