Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537778-3537782--5912-3544039- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bericht der Delegation des Weitverbandes 109 s:rebt einem elementaren Gefühl, das gerade in der zionistischen Jugend lebendig ist oder doch so lebendig sein sollte, wie es einst lebendig war. Der jetzige Zustand widerstrebt jedem primitiven aber auch jedem differenzierten jüdischen Ehrgefühl. Es ist eine Schande, daß Zionisten in Tagen der Not kein anderes Gefühl haben als das, Recht zu behalten. Indem wir von der theorelischen Erörterung zu den einfachen und klaren Ansichten lies täglichen Lebens zurückkehren, finden wir hier die gleiche Gefahr, die gleiche Notwendigkeit zur Aenderung. Der Zionismus muß jeden lebendigen Zusammenhang mit dem jüdischen Volk und den Hoffnungen, Gedanken und Ideen gerade .seiner besten Teile verlieren, wenn er nicht die selbstverständlichen Lebensgefühle des Volkes, seine Achtung vor sich selbst, seinem Anspruch, mit dem er vor die Welt tritt* sich dienstbar zu machen vermag.. , Bericht der Delegation des Weltverbandes der 'jüdischen Studentenschaft übeT die Konferenz der European Student Relief in Parad {Ungarn) v. 14.—24 Juni 1923) erstattet an die provisorische Exekutive des Weltverbandes am 26.. Juni 1923.. . < (Der Bericht ist gekürzt wiedergegeben.) An der von der European Student Relief nach Parad K-Ungarn) für die Zeit vom 14.—24. Juni 1923 einberufenen Konferenz nahmen als Vertreter der im Weltverbande organ'sierten jüdischen Studentenschaft die Kollegen Cejtlin (Warschau), Simon (Prag) und Steinig (Wien), sämtliche Mitglieder der provisorischen Exekutive des Weltverbandes teil. Da auf das seinerzeitige Anbieten der Exekutive einen offiziellen Vertreter des Weltverbandes zur Konferenz einzuladen das Genfer Büro der European Student Relief mit Rücksicht darauf, daß andere internationale oder interterritoriale Verbände nicht eingeladen werden, einen abweisliehen Bescheid erteilt hat, galt es vor allem von der Konferenz die Anerkennung als Vertretung der Exekutive des Weltverbandes durchzusetzen. Dies ist in vollem Masse erreicht worden und die Exekutive war auf diese Weise zum ersten Male in der Lage, die Gesamtheit der im Weltverbande organisierten jüdischen Studentenschaft auf einer internationalen Konferenz zu vertreten. An der Konferenz nahmen 122 Delegierte teil, die 31 Länder und 4 Gesamtorganisationen repräsentiert haben. Es waren folgende Landerjrertreten: Oesterreich. Australien, Türkei (Konstatinopel), Dänemark, Estland, Finnland. Deutschland, Griechenland, Bulgarien, Kanada, Tschechoslowakei, Frankreich, England, Holland, Japan, Lettland, Norwegen, Polen, Südafrika, Rußland, Ungarn, Indien, Neuseeland, Rumänien, Jugoslavien, Südamerika, Schweden, Schweiz, Syrien, Vereinigte Staaten von Nordamerika. Außerdem waren vertreten die Emigranten und Flüchtlingsorganisationen der Ukrainer (Gesamtverband Cesus. Prag), der Russen (Zentralverband Oresov, Prag), Georgier (Berlin) und der Weltverband der jüdischen Studentenschaft. An der feierlichen Eröffnungssitzung der Konferenz in der Technischen Hochschule in Budapest haben die Vertreter des Weltverbandes unter Protest teilgenommerb (Siehe Beilage A.). im Programmkomitee (Permanenzkommission) der Konferenz war «unsere, Delegation durch 'Kon. Simon vertreten. Das Programmkomitee hat die Tagesordnung bestimmt (Berichte der Länder. Diskussion über Kommissionsvorschläge) und 6 Kommissionen für die Behandlung spezieller Probleme eingesetzt.. Den Kommissionen wurden folgende Angelegenheiten zur Beratung und Berichterstattung an die Konferenz zugewiesen: Kom. I. Die Notlage in. einzelnen Ländern und wie ihr abgeholfen werden soll. Kom. IL Selbsthilfeprobleme. Kom. HL Aufbringung von Geldmitteln. Kom. IV. Minoritäten, Flüchtlings- und Eml-