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Der jüdische Student · 1923-07-01 · Heft 4 (Juli 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 4 (Juli 1923)
Date
1923-07-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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lö'i wertvollere scm könne — kurz, hielt eine «Rede, wie man sie bis zur Dresdener Jugeidiagiing einige Jahre hindurch gegen ihn gehalten hat. Persönlich kennzeichnend war, daß er behauptete, alle diese Anschauungen von jeher schabt und in die Wirklichkeit umgesetzt zu haben. Uns soll dieser Streit, der jedem Kenner der Arbeit der .letzten Jahre lächerlich vorkommen muß. nicht rühren, wenn im übrigen das Ergebnis feststeht. Viel Zutrauen können wir nach den bisherigen Erfahrungen leider nieM haben. Blumerseld schloß die Tagung ab, indem er auf die Ausführungen des Blau-Weiß darlegte, daß ihre Führer aus ihrer Begrenzung und Einengung, in die sie sich eingekapselt hätten, herauszutreten, und die Führung mit mehr Umsicht und wacher Klugheit .verbinden sollten, als bisher geschehen. Bisher sei frei ihnen Unklarheit gewesen und es sei kein Zufall, daß es ihnen nicht gelinge, sich auch außerhalb ihres Kreises als Führer darzustellen. Er wies darauf hin, daß man mit Recht die Aktivität des Blau- Weiß und diie Ergebnisse seiner Arbeit hervorhebt, daß man jedoch durchaus auf denr Standpunkt stehen kann, daß der Blau-Weiß bei einer besseren Führung ein Vielfaches hätte erzielen können und daß im Verhältnis hierzu das Erreichte minimal sei. Gegenüber dem Vorwurf -des Blau-Weiß, daß man ihm immer angreife, verweist ßlumenfeld auf die Ausführungen in seinem Heferat, wonach Erziehung gerade in diesem Kampfe bestehe, den der Blaor-Weiß zu unrecht übelnehme. Gerade die Aktivität des Blau- Weiß bringe es mit Naturnotwendigkeit dazu, daß man ihn kritisiert und angreife. Der Blau-Weiß solle froh sein, welche Rolle er auf diese Weise spiele. Wem er erst nicht mehr angegriffen werde, werde ihm dies vermutlich viel unangenehmer sein müssen, denn es würde das Zeichen dafür sein, daß er selbst seine Aktivität verloren habe. Die Taging hat unsere bisherigen Anschauungen über ein Zusammengehen von KJV. und Blau-Weiß bestätigt. Abgesehen davon, daß die bisherigen Reten^en ja auch auf persönlichem Gebiet lagen und die Personen dieselben geblieben sind, ist es nach dem schweren auf die Fusion folgenden Kampf psychologisch das einzig Richtige, die Wunden vernarben und die Gegser für einige Zeit nicht zusammenkommen zu lassen (wobei man bestimmte ganz auf praktische, insbesondere auf praktische Palästinaarbeit geriebnete Bestrebungen ausnehmen kann). Hieran ändert der verständliche Wunsch nach einem möglichst baldigen Zusammengehen nicht, aber es muß denen, die auch heute nichts anderes wissen, als hinter dem Blau-Weiß herzulaufen, gesagt werden, daß sie damit eine Zusammenarbeit weit mehr hintertreiben als die heftigsten Blau-Weiß-Gegner. Denn sie bestärken dem; Blau-Weiß in seiner Unerheblichkeit, und solange dieser Geisteszustand anhält, ist jeder Versuch zu fruchtbarer Zusammenarbeit hoffnungslos. Sie schwächen gleichzeitig das KJV. und es sollte doch bald jedem Anfänger klar sein, daß eins auf alle Fälle not tut und betrieben werden muß: die Stärkung des KJV., ganz gleich ob man ein schnelles Zusammenkommen mit dem Blau-Weiß erstrebt oder ob man dies bis auf weiteres nichü für zweckmäßig hält. Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine KJY\er-Zusam;ncnkunft in Dresden, die als zwangloses Beisammen sein gedacht "var. aber in einen Convent ausartete.*) In diesem Zusammenhang mag die Frage gestreift werden, ob KJV, und Blau-WeiS bei Delegiertentagungeri, Kongressen usw. als den Fraktionen gjcichges-ei're Gruppen auftreten und z. B. Vertreter benennen sollen. Wir Ii ab cii diese Auffassung immer abgelehnt, und zwar sowohl für das KJV. wie für den Blau-Weiß, deren Mitglieder in den Gruppierungen der zionistischen Organisation in dieser Beziehung aufgehen sollen. Denselben Standpunkt htben die Vertreter aller Gruppen eingenommen, als der Blau- *) \n dieser Zusammenkunft nahmen 50—60 Bmiüesbrüder teil; die meisten Alten Herren waren als Delegierte oder Mitglieder der Organe des ZV.f.D. in S:;:ur:ge:t festgehalten.

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