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Der jüdische Student · 1923-07-01 · Heft 4 (Juli 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 4 (Juli 1923)
Date
1923-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bericht über die Dresdener Juyer,jtngimg 99 Es folgte nun eine Diskussion, deren Wiedergabe im einzelnen nicht lohnt. Die Vertreter der einzelnen (iruppen außerhalb des KJV. und des Biau-Weiß legten in, z. T. nicht gerade anregenden Ausführungen, ihr Programm dar. Sie stellten je nach persönlicher Einstellung Forderungen teils religiöser, tei's sozialer Natur. Eine Unterhalt:: ::g mit diesen Gruppen, insbesondere dem Vertreter des Brith Haolim, wäre dringend erwünscht und erforderlich gewesen, zumal eine solche im ( irunde gcu.mmen noch nie stattgefunden hat. Sie konnte aber in dem kannten der Jugendtagung nicht h erbe; jco i äi i r t werden. Die Biskuss:on litt vor allem darunter, daß eincr^--?;s I^dner auftraten, die keine Exponenten der Jugendbewegung sind, ihr nicht einmal in einem dauernden Konnex stehen, andererseits -darunter, daß der Blau- Weiß seine alten Vertreter vorschickte, die ohne auf den geistigen Gehalt des Biumenfeldschen Referates einzugehen, sich in oberflächlicher .Manier gegen die üblichen Anklagen verteidigten, die sie — sehr zu Unrecht — aus dem Blumenieldschen Referat überwiegend herausgehört hätten. Werner Bloch und Bandmann betonten, daß der Blau-Weiß die Forderungen der Propaganda und der Verknüpfung mit der Organisation durchaus und unbedingt anerkenne. Bandmann hob hervor, daß Lernen und geistiges Ausreifen auch innerhalb der Bestrebungen des Biau-Weiß liest. Hatte man bei diesen beiden immerhin eine starke persönliche und menschliche Sympathie empfinden können, so muß man wieder einmal feststellen, daß die Ausführungen von Walter Moses Gefühle dieser Art nicht auslösen konnten. .Vian muß' eine derartige Feststellung der Wahrheit zu Liebe auch treffen auf die Gefahr hin. daß einem vorgeworfen wird, was natürlich auch auf der Jugend-Tagung geschehen ist, daß man einen Keil zwischen Führer und Geführte treiben wolle. Biieski stellte nach den Worten Werner Blochs fest: daß der Blau-Weiß den Primat -des Zionismus vor allem anderen sonst anerkenne, ebenso die anderen Forderungen, die man in jahrelangem Kampfe erhoben habe. Die Auseinandersetzung, die das KJV. mit dem ßlau-Weiß geführt habe, sei also durchaus nötig und fruchtbar gewesen. Biieski machte diese Feststellung, ohne das KJV., demgegenüber er seine stark kritische Einstellung hervorhob, herauszustreichen oder einen Sieg des KJV. zu feiern, lediglich um ein Ergebnis der Entwicklung und der Tagung festzuhalten, ein Ergebnis", das allerdings nach den vorliegenden Aeußeruugen nicht konstruiert wurde, sondern a;s feststehend angesehen werden mußte. Walter .Moses' leitete seine Ausführungen, beinahe wie selbstverständlich, damit ein. daß der Blau-Weiß keinen Wert auf diese Tagung lege. (Hierzu Ist zu bemerken, daß das KJV. der Abhaltung der Tagung nur deshalb zugestimmt hatte, weil Blau-Weiß und Herzl-Bund die Anregung der Z.V.f.D. positiv beantwortet hauen und wir die Tagung nicht duren unsen. Haltung scheitern lassen wollten. Wir hatten jedenfalls in den Vorverhandlungen unsere Bedenken gegen die Tagung dargelegt und insbesondere betont, daß im KJV. ein [Bedürfnis nach einer solchen Tagung nicht empfunden werde, zumindest die Ansichten hierüber sehr geteilt seien. Was in den internen Verhandlungen zwischen Blau-Weiß und Z.V.f.D. be- >prochen wurde, war uns nicht bekannt und selbstverständlich noch weniger den sonstigen Teilnehmern der Jugendtagung.) Waiier Moses erklärte, daß sie auf Blumenfeld basierten, aber sie hätten erlangt, was seine Generation nicht erlangt habe und nicht habe erlangen können: Persönliche Palästina-Aktivität. Walter Moses schwächte die Reden von Werner Bloch und Bandmann ab. nicht indem er ihren sachlichen Inhal: veränderte, sondern indem er bestritt, daß hier Forderungen vorgelegen hätten, die der Biau-Weiß'jemals abgelehnt bzw. nicht durchgeführt habe. Es war das sichtliche Bemühen von Walter 'Moses, das Prestige vor den zahlreich anwesenden Blau-\\'e*ßen zu wahren. Im übrigen bekräftigte Walter Moses das Bekenntnis zum Primat des Zionismus, zur Propaganda, zur zionistischen Organisation und führte aus, daß durchaus nicht der sicher auftretende Mensch immer der bessere sei. sondern daß derjenige, der sich, vielleicht nur zeitweise, unsicher fühlt, der Problematiker. durchaus der

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