Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Brief aus Heidelberg . 95 iichkeit zu sehen, in Palästina einen Platz auszufüllen. Dieser dritte Pt.nkt ist im KJV. das wesentlichste Hindernis für eine Stärkere Ühalazhuh. Aus einer gewissen, psychologisch begründeten Schwäche heraus, geben, viele von uns ihren für Palästina ungeeigneten Beruf nicht auf. Es fehlt eben fast allen die berufliche Erziehung, Es kann bei uns nicht so sein wie im Blau-Weiß, der seine Menschen für bestimmte Berufe vorbereitet. .Man kann unmöglich von denen, die mit 19 Jahren meistens als völlig uinert*se Zionistcn zu uns kommen, und die man erst nach hmger Zeit zion:.»;'.ch erfaßt, erwarten, daß sie Chalazberuie ergreifen. (Vor allem gibt es auch bei uns nicht solche, die die innere Berechtigung haben, anderen das zu empfehlen, was sie selbst nicht getan haben. Daher fallen ja auch die tiespräche, die über den Beruf geführt werden sollen, immer unter den Tisch. Das könnte eine sehr große Aufgabe der Leibburschen sein, aber sie können sie aus obigen Gründen nicht erfüllen.) Das also ist das Problem, zu verhindern, daß dieser große Teil der Bundesbrüder nichts wird als Schekelzahler oder alter Herr, der bestenfalls im Vorstände einer untauglichen Ortsgruppe sitzt, zu erreichen, daß wir uns in irgend einer Form dem C h a 1 u z nähern. Da muß das Ziel der heutigen Jugend sein, (lugend ist man oben nur dadurch, daß man der älteren (ieucraii m um einen Schritt v-'-raas Klmilch .i^ch PaliW1 wT). Ich sehe cia.utlich nur einen \\\-g, und ma i kann >ireitein ob las a's neuer Weg nal/uiassen ist. Alan maß im i das ist ein weite »vr Vorschlag den ich mache — von .dien Buudesbra lern, die körperlich dazu imstande sind, verlangen, d a ß s i e sich in d e n F e r i e n, a d e r w e. n n m ö g - I ich, auch noch in einem der ersten. Semester, handw e r k I i c h oder landwirtschaftlich a u s b i 1 d e n. Auch dieser Teil sollte in einer ürupp-e zusammengeschlossen werden, der dann gleichsam als Magnet immer mehr Menschen von innen und auch von ii u ß e n an sich zieht. Meines Erachtens kann man diese Forderung stellen. Fs soll darin wieder schwer sein, sich KJV.er zu nennen. Ich sehe darin d:e einzige Möglichkeit —.die Palästinabeilage in der Rundschau genügt nicht, zu einer positiven Einstellung zu Palästina zu gelangen. Und wir müssen zu dieser Einstellung kommen, soll das Kartell nicht aus einer Jugendbewegung die Jugend einer Ortsgruppe werden. Wir müssen aus unserem geistig abstrakten Leben herauskommen, wir müssen versuchen, die Problematik so weit zu überwinden, daß wir nicht am Handeln gehindert werden. (Die Unterscheidimg von Buber zw Wehen dem El eine ntar-akti\ en. der aus allzu starken Trieb zum Handeln nicht voll erkennen kann und dem Problematiker, der aus allzu stu-kern Trieb zum Erkennen nicht voll handeln kann, trifft die Verschiedenheit von Blau-Weiß und KJV. recht gut.) Die Disharmonie, daß aus einem richtigen, geistig weit fundierten Untergrund ••— .im Gegensatz zu dem engen, aber produktive: Zionismus des Blau-Weiß — keine befreiende Tat erwächst, muß schwinden. Tat aber nicht in dem Sinne des Handelns um jeden Preis, sondern einer Handlung, die in unserem inneren Sem tief begründet ist, die kommen muß. Na" dann werden wir wieder aus dem Stadium des Vegetierens in \ olles Leben hineinkommen. Nur so werden wir wieder wahre Bin dünge : schaffet. Nur dann werden wir auch die Trennung zwischen Zicmismas (einer :de 'ogischei Konstruktion) und privat mi ander: gerlcrre eu Imere bcse't'gen, was der Blau-Weiß durch seinen zentralisierten Bande /..? mkeu überwunden hat. Auch wir werden aus m .,! <er Richtung hin ,:. h. /.u einer spätren Disz'plin - entscheid-..m ede. : ueea. Erfüll e ":.m>cl:eu müssen wir wieder haben, die au; Fal<: t heu und /.mg >>d. Wer das echt verstellt, gehört nicht in eine Juger.dLwwegimg. od>. r v. :r mil - et: ehe.i sein t.ud auf diesen Anspruch für hrmier verzichten. Ich sagte, v., se; die Forderung einer Bcimfsenslvidaag die einzige Möglichkeit. M n kör/ee »mch tm die (Iründung von Jugeiuigru/pen denken. Wir waren uns den .dum nuf dem Fusioushartclltng darüber cieg. daß d:ese Mügl' mkeit nicht bestellt. (Daß im lezten JSt. dieser Ued/mke mW; einmal auigegru'fe:. v. urde, ist ein überaus schlechtes Zeichen und zeigt mar-die atrger.hli Jdiche R.< keb.) Jugendgruppen kann nur der schaffen, -der selbst starkes Lebet lu.t.