Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen des Präsidiums * 73 Bundesbrüder in der Führung des dortigen Blau-Weiß, der sich im Gegensatz zur Bundeslcitung "befindet, aber nicht ans dem Bunde ausgetreten ist. Jedoch arbeitet die S Mann starke Gruppe in unserem Sinne, in Königsberg besteht eine Jugendgruppe der dortigen Verbindung, die in engem 'Konnex mit shr steht Sie ist 30 Mann stark und wird von den Bundesbrüdern Lichtenstein und Nissel geführt. In Berlin müsse man an die Jugendabteilung des Ruder-VJSt. anknüpfen-und auf dieser aufbauen. -Man müsse aus sämtlichen Verbindungen die geeigneten Buhdesbrüder zusammenstellen. — Ernst Böhm betont, daß sich eine Jugendarbeit nur dann ausführen lasse, wenn man sie auf lange Sicht vorbereite und mau der neugegründeten Abteilung eine .gewisse Autonomie überlasse, so daß nicht dauernd ein Führerwechsel eintritt. Schon in der Fuxenerziehung müsse man auf diese Arbeitals Führer hinwirken. — Nach weiterer Diskussion wird beschlossen, die Arbeit klein anzufangen und ohne Prätentionen an die Arbeit herangehen. Es soll in aller Ruhe von unten aufgebaut werden und nur dort, wo die Vorbedingungen für eine Jugendarbeit in bezug auf Vorhandensein der Führer auf Dauer gegeben sind, mit der Organisation der Gruppen begonnen werden. In Berlin sollen die geeigneten Bundesbrüder,'die selbst nicht mehr führen, den Führern als Berater zur Seite stehen. - 2. Arbeit des Berufsressorts: Michels berichtet über die Arbeit, wie er sie sich für das Ressort denke; In der Bewertung der Berufsberatung habe das Kartell andere Maßstäbe anzulegen als der BJaü- Weiß, da wir die Menschen in einem Alter bekämen, in dem sie schon auf Berufe festgelegt seien. Man müsse allerdings die Tendenz der für Palästina in Frage korninenden Berufe, Landwirtschaft und Handwerk, aufs stärkste weiter betonen, da es bei einer guten Erziehung doch möglich sei, auf einige, wenn auch wenige Menschen einzuwirken. Die Berufsvorbereitung in Deutschland könne man dadurch, daß mandie vielen Fachschulen, die.es in Deutschland gäbe, berücksichtige, verbessern. Wir müßten dabei in enger Fühlung mit dem Hechaluz arbeiten und den anderen größeren Organisationen. Ein wichtiger Faktor könnte eine Stellenvermittlung werden, die =in enger Fühlung mit* dem Altherrenpräsidium auszuführen sei. Er betont, daß das Kartell dessen Alte Herren Positionen im Wirtschaftsleben hätten, diese Kräfte zusammenfassen müßte und die Altherrenschaft so zu einem geschlossenen wirtschaftlichen Faktor werden müßte, was bis jetzt noch nicht geschehen sei, während der Blau-Weiß zum Beispiel, trotzdem er nicht dazu geeignet sei, es wenigstens versuche. Stein weist auf die •Kombinationen von Berufen'hin. Es sei denkbar und geschehe jetzt schon oft, einen Beruf zum Beispiel des Juristen, Ingenieurs-. Chemikers mit dem des Kaufmanns zu kombinieren oder zum Beispiel den des Mediziners odei Chemikers mit dem des Apothekers usw. Oder man könne mit einem Fach ein in dasselbe Gebiet fallendes Spezialfach besonders betreiben. Es sei klar, daß sich die Chancen der Aeltereu, dienach Palästina gehen wollten, bedeutend verbessern, wenn sie die Möglichkeit hätten, in mehreren Berufen tätig zu sein. Diese Art der Ausbildung habe auch den Vorzug, ohne Risiko zu sein, da die Bundesbrüder, wenn sie in Palästina nicht vorwärts kämen, auch in Deutschland oder sonstwo Vorteile von einer umfassenden Ausbildung haben'könnten. 'Herzog berichtet, daß das Altherren-Präsidium angeregt habe, ein Wirtschaftsamt des KJV. einzurichten. Ueber die erforderliche Vorprüfung der Frage würde Zamory m der nächsten Sitzung des AItberrenverband spräsidhmi berichten. Da die Fragen des Ressorts die Altherrenarbeit stark berühren, soll über sie in einer gemeinsamen Sitzung beider Präsidien -gesprochen werden. . 3. Z i o ii i s t i s c h e Arbeit d e s Kartells: PhiIippsihal berichtet daß es unter den heutigen Umständen schwierig sei, die Dienstpflicht im Kartell durchzuführen und öffentlich zu propagieren. Er trete persönlich •immer an die Bundesbrüder heran und frage sie von Zeit zu Zelt an. wie sie ihre Dienstpflicht ableisten wollten. Die Verbindungen leisten zionistische AuBenarbeit in der Erkenntnis, daß das-Kartell, die letzte Instant ■sei, an die sich die zionstsche Organisation wenden .könne, obwohl nicht