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Der jüdische Student · 1923-05-01 · Heft 3 (Mai 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 3 (Mai 1923)
Date
1923-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Zur■ Arhe:i des Bcrufsressorts firisranschfchtung wird, dann her d-en meisten von ihnen, besonders hei den heutfsen wirtschaftlichen VVrhä-lraissen, nicht mehr möglich .sein. Wenn wir uns also nicht damit bescheiden wollen, daß das Her übe r-;4then nach Palästina Spitzenleistung einzelner Bandesbrüder darstellt, so :oto, daß die Grundbedingung iür die einzig und allein in Betracht kommende Lösung des Berufsproblems des KJV. eine Umgestaitun.g der gesamten Struktur des Kartells ist. •' Es ist an dieser Steile nicht der Ort, die ans dieser Erkenntnis für die Entwicklung des Kartells.»oiwendigen Folgerungen zu ziehen. Hier interessieren lediglich die Konsequenzen, die sich für die Behandlung der Berufsfragen aus diesen Tatsachen ergeben. , Zunächst folgt wertend, daß die bisherigen Eningen Erfolge des Kartells -(wobei ich es dahingestellt sein lasse, inwieweit sie allein auf das Konto des Kartells gesetzt, werden können) mit ganz, anderem Maße zn messen sind w<ie z, B. die Erfolge des Blau-Weiß; Der Blau-Weiß ist m der -Lage, seine Menschen vor ihrer ersten Berufswahl bereits jahrelang zu beeinflussen. -Ihr Berufsentscheid ist das Ergebnis einer langen organischen. Entwicklung, keine gewaltsame Entscheidung und kein erzwungener Bruch wie meistens bei uns. - Seine Menschen sind- .-bei ihrem Eintritt in den Bund noch unbeschriebene Blätter, sie können wenn sie nicht aus andern Gründen unbrauchbar sind - alle zur Chaiuzuith erzogen-werden. Unsere Mensehen sind, wenn sie zu uns kommen, bereits grundlegend festgelegt. Wir sind bei unserer kurzen Erziehung überhaupt nur in der Lage/ ganz wenige vor die Entscheidung zur Chaiuzimh zu stellen, sie müssensich entscheiden »trotz ihrer bereits bestehenden beruf beben 'Festlegung:. - Für die zukünftige Arbeit folgt einmal grundlegend, daß wir aufhören müssen, von der G o s a m t h e i t des h e ti t i\g e n Ka r t e H s €haluz4uih und Alijah zu verlangen, weil das Kartell gemäß seinem Aufbau nicht fähig ist, diese Forderung generei«! zu 'erfüllen. Zwei i>rnge können wir. aber tun; Wir müssen erstens versuchen, die Spitzenleistung Einzelner so zu verallgemeinern, wie es überhaupt nur m'öglich .ist und zweitens nach' Wegen suchen, die es ermöglichen, daß auch unsere nicht radikal umgeschichteten Bnndesbrüder einen Platz in Palästina finden. Beide Dinge sind in ihren Grundlagen Dinge der Erziehung. "Sie setzen voraus, daß . unseren Bundesbrüdern in ihren Erziehungsgemeiuschaften, d. Ii. ihren Verbindungen, das Palüstinawolien auerzogen worden ist. Das Berufsressort kann wie jede zentrale Instanz nicht erziehen. Es kann aber wesentlich dazu beitragen, die für diese Erziehung notwendigen Bedingungen schaffen zu helfen. Es kann gleichsam der Mittler zwischen dem Kartell und unseren palästinensischen Bundesbrüdern sein, um mit deren rillte zu versuchen, unseren Bundesbrndern Palästina von einem toten geographischen Begriff zu et was'Plastischem und Lebendigem zu machen. Es muß versucht werden, in jedem „J.St." mindestens einen Berieht aus Palästina zu bringen, der über das Leben unserer Bnndesbrüder, über die Bedingungen und Erfordernisse des Landes; über Ausbildtrngsnotweudigkeiten und -möglichkelten unterrichtet, Der Verkehr mit'Palästina wird auch zeigen müssen, inwieweit es überhaupt möglich sein wird, ohne radikal umgeschichtet, d. h. ohne Landwirt oder Handwerker zu sein, einen Platz in Palästina zu finden und welche Berufskomlmianonen eventuell möglich sind. Das Berufsressort wird weiter versuchen, für alle technischen Beruisiragen Auskunhssteüe zu werden, deren Aufgabe es zu sein hat. einmal die Kenntnis der großen Ausbridungsmögiichkeiien Deutschlands zu vermitteln und mit Hilfe des Chaluzsekreiarkiis und der Winschaitsstene des Altherren verbarides den auszubildenden Bundesbrndern Stellen zu verschaffen, sowie zweitens, möglichst viel Material über alle nur möglichen Beruisfragen zur Orientierung zu sammeln.

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