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Der jüdische Student · 1923-03-01 · Heft 2 (März 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 2 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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5h' - Mitteilung des Präsidiums des Ahherrenverbandes Mitteilung des Präsidiums des Altherrenverbandes. \ Alte Herren, die die Rundschreiben des Präsidiums des .Ahherrenverbandes zu erhalten wünschen, wollen dies umgehend dem Büro des Präsidiums min eilen. Nachstehend teilen wir Euch die Anregung eines Bundesbruders mit. die wir für überaus beachtenswert halten: ..Lieber Bundesbruder! Im Nachstehenden will ich Dir eine Anregung für die Lösung der AH- 1 lerrcii-Erage hebern zum mindestens für eine Teillösung, soweit es sich um die Aktivierung derjenigen Alten Herren handelt, die in kleinen Orten K/me nennenswertes jüdisches Leben wohnen. -Meine Vorschläge sind aus der ich darf wohl sagen — Gewissensnot hervorgegangen, die ich empfinde, der ich jetzt nahezu 8 Jahre an kleinen Orten wohne, in denen es jüdische Anregungen nicht oder kaum gibt. Ich weiß es, ich werde langsam ein schlechter -KJVer. 'Ich glaube nicht, daß ich es immer war. Wir;— meine Frau, einer ehemaligen Blau- Weißen, geht es ebenso — haben das deutliche Empfinden in unserer jüdischen Intensität nachzulassen, an jüdischer Arterienverkalkung zu Grunde zu gehen. Uns fehlt das lebendige jüdische Leben, das uns immer wieder anregt, uns vor die Frage nach jüdischen Problemen stellt. Du ko'.ntcs! erwidern: Besuche Karrelltage, Delegiertemage, Kongresse. Geht aber nichr. die wirtschaftliche Lage des Akademikers- und besonders an kleineu Orten, erlaubt derartige Reisen nicht. Schon der Besuch der benachbarten VJSt. bedeutet für mich eine beträchtliche Ausga.be. Biese Berührung mit jüdischen Menschen, die uns so sehr fehlt, wäre aber dann zu ermöglichen, wenn Leute, sagen wir aus Berlin, die uns wirklich etwas geben können, nicht irgend ein Fux oder Jungbursch, zu uns auf das Land kämen. Wir verlangen ja niebt Besuchsreisen der Präsidialmitglieder; aber — und das ist mein Verschlag: 4hr habt auch einmal den Wunsch auszuspannen. Nicht alle von Euch verfügen über die Mittel einen großartigen Kurort aufzusuchen. -Kommt zu uns während' Eurer Ferien. Wir sind gern bereit jeden Sommer einen Bundesbruder, von dem wir annehmen können, daß er uns geistige Nahrung geben kann, bei uns aufnehmen, eventuell auch verheiratete, d. h. zum mindesten Wohnung zu gewähren. Ihr findet Eure 'Erholung, und wir bekommen die uns so notwendige Anregung. Ich. bin Optimist zu glauben, daß manch Bundesbruder, der abseits •.vohnt und bei dem es noch nicht zu spät ist, meinen Vorschlag mit Freuden aufnehmen wird. Stellet ihn deshalb zur Diskussion, betrachtet ihn nicht als Hirngespinst eines wirklichkeitsfremden Landjuden sondern als Ausfluß des Willens, den Zusammenhang mit der Gemeinschaft nicht zu verlieren/' Bas vorläufige Präsidium des A.-FL-Verbandes nimmt diese Anregung gern auf und bittet die Bundesbrüder, insbesondere die Alten Herren, die an kleineren Orten in landschaftlich schöner Gegend wohnen, sich bereit zu erklären, Bundesbrüder aus Berlin und anderen Großstädten für einige Snmmerwochen bei sich, aufzunehmen, sei es mit. sei es ohne Gewährung von Verpflegung. Die aus den großen Städten kommenden Bundesbrüder müßten sich dafür verpflichten, an dem betreffenden Orte zionistisch täti.u /.u sein und auch die Umgebung zu dem gleichen Zwecke zu oerelse^. In diesem Zusammenhang sei auch noch auf eine andere Möglichkeit hingewiesen: 4 Es wird oft vorkommen, daß Bundesbrüder aus der Provinz ihren Lrl.iub in größeren Städten verbringen wollen, um dort — jüdische oder beruf Ii die - - Kurse aufzusuchen und am zionistischen Leben teilzunehmen. Diese Bundesbrüder könnten dann Bundesbrüder in den Städten in der Praxis vertreten, während die Städter die Vertretung an den ländlichen Uten übernehmen. Da die Wohnungen gegenseitig ausgetauscht werden kernten und jeder durch die Vertenmg des Andern verdienen würde, käme

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