Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 2 (März 1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Beteiiigung des einzelnen Alten -Herren an der .ftigensfebeit hierdurch beeinträchtigen zu wollen. Ihr sein also, daß gerade -diesem Augenblick Mure Forderung auch vom Kartell anerkannt und m die Tat umgesetzt worden ist. Wenn diese Aliherrenorganisationer^ sei es außerhalb, oder innerhalb des Kartells wirkliche Arbeit leisten, werdea sie in weiterer Entwicklung auch außenstehende Männer im Berufslebens erfassen, so daß diese. Organisationen in der Tat das darstellen werden, Tsras Lhr als die Zusammenfassung der politisch-aktiven Zionisten anseht. Ganz und gar müssen wir aber Mure Auffassung voas *der Zusammenfassung der Jüngeren und Lernenden zurückweisen. Hier wollen -wir ganz bewußt und zwar ohne Rücksicht, um welche Richtung es sich im Kartell uandelr, nicht nur um eine Zusammenfassung von Lc'meEsfen, sondern eine Gemeinschaft mit -bestimmten Erziehungszielen und _mü fem frohen Bewußtsein, eine jugendliche Gemeinschaft zu bilden. Wir sind überzeugt, daß auch Eure Organisation der Lernenden, wenn sie «£was Lebendiges darstellen würde, sich in derselben Richtung entwickele s@%8te. Wir sind weit davon entfernt, Menschen, die meist gegen ihre fesere Verfassung \2 Jahre auf der Schule zugebracht haben und im Begräse sind, sich dem Berufe zu widmen, der ebenfalls in der Mehrzahl keine £ti:i große (Freudigkeit erweckt, nun auch noch organisationsmäßig in e:3£ weitere freudlose Schule einzwängen zu wollen. Ihr begeht bei aller fegcnsäizlichkeit zum Blau—Weiß denselben Fehler wie dieser, Inden* Uhr tine Seite des menschlichen Lebens als das angeblich für alle Menden wichtigste Problem in das Zentrum rückt, und es infolge der fal&dhaa Beleuchtung völlig verzerrt. Dies hat, wie beim Blau—Weiß deutsch sehen ist, zur natürlichen Folge, daß sich «alsbald andere vernachlässigte Bedürfnisse des menschlichen Lebens unabwendbar zur Geltung bringen, s© daß alle paar Monate eine andere Forderung als das zentrale Prob! ein "erscheint.. Nur dies können wir gegen Euch anführen. Es kann niemaoassa -in den Sinn kommen, die positiven Teile Eurer Forderung abzulehnen oder zu bekämpfen. Aber Ihr müßt erkennen, daß es auch im jüdischen Volk sehr viel verschiedene Menschentypen gibt, und daß den weitaus meisten, deshalb durchaus nicht wertlosen Menschen, Eure -'Forderung des Lernens ihrem inneren Zustand nach nicht liegt, und daß deshalb <Ssse Forderung nicht zum Inhalt einer Organisationsform gemacht werden kann, wenn man r.'chi gerade wieder eine Schule organisieren will, ihr übsseht. daß die misten unserer Leute keine Wissenschaftler sind und keine sein wollen, so daß es absurd ist, in dieser Beziehung Forderungen m sankt o Zionismus an sie zu stellen, die sie auf keinem anderen Gebiete erfüllen und ihrer Natur nach nicht erfüllen können. Es ist kein Zufall. —und Ihr habt d'es bisher immer schamhaft verschwiegen — daß alle •E-nre eigenen Versuche. J:ese Dinge irgendwie -in das praktische Leben überzrrtilhren, bisher gescheitert sind. Für geht selbst davon aus, daß man an dar Unmöglichkeit, alles zu erreichen, scheitere und stellt auf Euerm Gebiet sogleich dieselbe Forderung. Wir schätzen den Wert positiver Kenntnisse und suchen nach Kräften solche zu vermitteln, aber vor die Wahl jresselk. müßten wir die menschliche und politische Erziehung für wichtiger -hallten As die Anhäufung von \\ issensschätzen. Ihr werdet uns nicht nachweisen können, daß man die Forderung der PünktTchkeit für Politik gehalten hat, und Ihr werde«, uns aii der andern Seite nicht davon abbringen können, daß diese Forderung mi sich trotzdem richtig isi. Ihr werdet uns ebensowenig nachweisen können, daß man div Er.oihmg von Fuxensumden und Geschichtskursen für vollständige Erziehung gehalten hat, sondern Ihr wißt, ganz genau, daß die menschliche Erziehung auf andere Weise und mit anderen Mitteln versucht imd erzielt worden ist, und es kann unsere gegenseitige Auseisniderset/.ung mehr fördern, wenn Ihr bei Euren Argumenten mit derartige Halbheiten arbeitet, -die dialektisch wirksam sind, aber die tatsächlichen Zustände in keiner Weise treffen. Ihr wißt doch auch ganz genau, daS 2nsn Convente ii.'ch me für zionistische Leistungen gehalten hat, und daß .es oi diesem