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Der jüdische Student · 1923-03-01 · Heft 2 (März 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 2 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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An Jas Kartei! W hebräischer Sprache als unbedingt notwendig auch für die zionistische Erziehung angesehen werden muß. Wir glauben aber, daß darüber hinaus die Vermittlung der Stoffe nicht durch das Kartell erfolgen kann, sondern nur durch außenstehende spezialisierte Organisationen, wie Seminare» Sprachschulen usw. Dort und in privater Arbeit müssen die Bundesbrüder das tortsetzen, wozu sie durch das KJV. angeregt worden sind. Wir meinen, daß die bisherige Forderung, alles zu wissen und alles zu verlangen, nur dazu geführt hat, daß überhaupt nichts erreicht wurde. Die Mechanisierung dieses Teiles der Kartellarbeit muß überwunden werden, die hebräische Sprache z. B. mag dem einen durch die Vermittelung der Umgangssprache, dem anderen in Verknüpfung mit religiösen, historischen oder belletristischen Texten zugänglich werden, ohne daß eine Schabionisierung dieses Unterrichts für alle nötig und angebracht wäre. Das Entscheidende aber sehen wir in dem lirfolg der menschlichen und politischen Erziehung, die sich außen in der Hingabe an die Arbeit für das indische Volk und das jüdische Land. Mit dieser Auffassung erblicken wir in dem Streit der Meinungen über die Frage, ob Oaluth- oder Palästinaarbeit wichtiger sei, nur Differenzen theoretischer Natur. Wir glauben, daß der Streit bisher nur dazu geführt hat. daß man weder das eine noch das andere getan hat. Wir hoffen, daß es möglichst vielen Bundesbrüdern als letzte Forderung in *;r Herz eingepflanzt, werden wird, ihr Leben in Palästina we jr zu führen. Wir sehen aber als entscheidend an, daß jeder dort, wo er gerade steht, das tut, was das jüdische Volk von ihm verlangt, und daß jede zionistische Leistung und jeder gute Wille, eine solche zu vollbringen, in menschlicher und jüdischer Einschätzung gleich wertvoll und schätzenswert ist. Wir müssen aus den Selbstzweck gewordenen Diskussionen, aus der ewigen Einleitung herauskommen und positive Leistungen erzielen. Zugleich auch aus diesem Grunde werden wir die unfruchtbare Auseinandersetzung mit dem Blau-Weiß über die formale S..:huldfrage nicht als zentrale Aufgabe ansehen, sondern, soweit sie noch erforderlich ist, sie in möglichst weitem Umfange den Bundesbrüdern überlassen, die an den Vorgängen überwiegend beteilige waren. .Wohl aber halten wir die prinzipielle Auseinandersetzung mit den Grundsätzen und der Entwicklung des Blau-Weiß und damit auch mit dem, was an den Fusionsvorgängen typisch war, für notwendig und wichtig: wir werden daher alles tun, damit das KJV. hieran aktiven Anteil nimmt, wobei wir uns darüber klar sind, daß eine-Kampfstellung nur gegen die jetztige Leitung des Blau-Weiß, nicht aber gegen seme ursprünglichen Ideen möglich ist und daß die persönlichen Beziehungen zu den Blau-Weißen aufrecht erhalten bleiben sollen. Wir würden gern die außerhalb der Leitung siebenden Blau- Weißen von der Gegnerschaft ausnehmen insbesondere solche.

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