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Der jüdische Student · 1923-03-01 · Heft 2 (März 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 2 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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40 An das Kartell die in Abwesenheit ihrer Führer eine eigene Meinung zu haben wagen. Wir werden uns hierzu aber nicht in der Lage sehen, wenn diese Blau-Weißen unter den Augen ihrer Führer den Mut und die Meinung verlieren, ihre Leitung unentwegt decken und sich so auf die Dauer für deren Haltung mitverantwortlich machen, indem sie gleichzeitig beweisen, daß der heldische Führer nicht durch den heldischen Gefolgsmann ergänzt wird. Die gegenwärtige Situation fordert darüber hinaus, daß wir überall den bereits bestehenden Jugendgruppen aller Art unsere Aufmerksamkeit zuwenden und sie oder neu zu gründende Gruppen zur Entwicklung führen, ebenso wie wir unsere Beachtung den durch das verhängnisvolle Wirken des Blau-Weiß herbeigeführten Absplitterungen und Neugründungen schenken müssen. Im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit, vielleicht aber auch selbständig werden wir versuchen, an Orten, an denen keine Hochschulen vorhanden sind, unter Führung älterer Bundesbrüder Bünde zu errichten, die ihrer inneren Struktur nach den Verbindungen gleichen werden. Wir werden das Neue nicht anbeten, weil es neu ist. und das Alte nicht bewahren, weil es alt ist, sondern wir werden im Verständnis für das Gewesene und das Werdende, im Respekt vor der Tradition und in der Erkenntnis von der Notwendigkeit der Formen Altes, das sich bewährt hat, halten und Neues erproben. Wenn aMe Generationen das gleiche Verständnis aufbringen werden, dann wird auch das leider stark gestörte Verhältnis zwischen Alt und Jung sich neu klären. Auch 1 ier wurde über eine Schuldfrage diskutiert; nirgends ist heute diese Diskussion unfruchtbarer als hier. Die politisch-zionistische Tätigkeit der Alten Herren ist uns durch die jetzt erfolgte Neuregelung mehr als früher entrückt, ohne daß das persönliche Verhältnis zwischen Alten Herren und Verbindungen hierunter leiden darf. Wir hoffen, daß die Altherrenschaft die ersehnten Erfolge erreichen wird, und daß wir mit dem Präsidium des Altherrenverbandes und mit der Ahherrcnschaft harmonisch zusammenarbeiten werden. Wir sprechen den Wunsch aus, daß diese Entwicklung nur dazu führt, die Anteilnahme der Alten Herren am Kartell und die menschliche Verbundenheit mit den Jungen zu stärken. * Wir hoffen, daß die Erziehung unserer Jugend zu Zionisten und die Vermittlung von Kenntnissen wie unsere ganze gemeinsame Kartellarbeit in einer Atmosphäre sich vollziehen kann, die von jugendlichem Frohsinn und von Freude an der Natur und an körperlicher Erstarkung erfüllt ist. Wir hcfien aber vor allem, daß das Fundament unseres ganzen Zusammenlebens und unserer Zusammenarbeit von der alten Rundesbrüderüchkeit getragen wird, diesem Gefühl, welches allerdings stark beeinflußt wird von der Frage, ob jemand zionistisch gibt was er geben kann, welches aber nie beeinträchtigt werden darf durch politische Taktik. Wir wissen, daß der große Umfang der Präsidialgeschäfte es erforderlich macht, viele dieser

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