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Der jüdische Student · 1923-01-01 · Heft 1 (Januar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 1 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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26 Bericht über den außerordentlichen Kartelltag eilige Aenderungen mit, die mit dem Blau-Wreiß vereinbart worden waren. Das Statut wurde durchberaten und dann um 5 Uhr nachmittags der KaTtciltag auf 2 Stunden unterbrochen, um zum Schlnaß die Präsidiums wähl vorzunehmen. Es handelte sich jetzt also nur noch um die Klärung zweier Fragen. Einmal um die Annahme des Statuts durch den Blau-Weiß, das vom KJV. aufgearbeitet und dem Blau-Weiß vorgelegt war und zweitens um die Regelung der Präsidenfrage. Für die Wahl des Präsiden hatte das KJV» dir ^Forderung aufgestellt, daß ein Präside gewählt, werden müsse. Die Situation war also soweit für das KJV. geklärt. Während der Kartehtag unterbrochen war. fanden zunächst Besprechungen in der Personalkommission statt, die sich mit der Besetzung des neien Präsidiums beschäftigte. Ferner fanden wiederholt Besprechungen m'z den Vertretern des Blau-Weiß statt. Es stellte sich heraus, daß im Blni-Weiß erst in letzter Stunde in einer Bundcsleiuingssitzung nochmals über das nun schon angenommene Statut gesprochen werden sollte. Die Virhandlungen wurden dadurch erschwert, daß zwei Mitglieder der Bundes« Icking während des Kartelltages erkrankt waren und nicht bis zum Ende ans Kartelltag und an der Führertagung teilnehmen konnten. So mußten dir Verhandlungen solange ausgesetzt werden, bis die Vertreter des Blau- \\&:ß von ihrer Sitzung zurückkamen. In einer gemeinsamen Sitzung, in dix von unserer Seite die Mitgleider des Präsidiums und einige .Mitglieder derr P e r son a I k om m is s i on. von sei;en des Blau-Weiß Walter .Moses und eiE großer Teil der Berliner und der Breslauer Führerschaft teilnahmen, eriaärte uns Walter .Moses folgendes: Benno Cohn und Norbert Elias, mit duren am Vormittag über einige strittige Paragraphen des Statuts verhandelt worden war, und mit denen man sich geeinigt hatte, seien nur berechtigt gewesen, zu verhandeln und nicht zu beschließen. Dir Blau-Weiß würde aber, da die Schuld auf seiner Seite liege, das Statut akzeptieren. Ferner rollte Benno Cohn im Namen des Blau-Weiß noch einmal die Frage des Präsiden auf. Sie verlangten als Präsiden des KJB. Blau-Weiß Walter Moses und begründeten die Forderurig im Zusammenhange mit der Annahme des Statuts. Nachdem dieser Vorschlag vom K3B. aus abgelehnt wurde, schlugen sie vor, 2 Präsiden zu wählen, von denen der eine Walter Moses sein müßte. Nachdem auch dieser VorsdÜag vom KJV. aus für unannehmbar gehalten wurde, schlug Bileski vfiii KJV. aus ein kollegiales Präsidium vor, ein Vorschlag, der früher vom Blau-Weiß gemacht war. der also den letzten Versuch darstellte, zu einer Einigung zu kommen. Dieser Vorschlag wurde vom Blau-Weiß afeelehnt. In dieser Situation wurde der Kartell tag wieder zusammenberufen und im Namen des Präsidiums berichtete Fritz L ö w e n s t e i n über die Verhandlungen mit dem Blau-Weiß, wobei er zum Schluß erklärte, daß man dlt Fusion nunmehr als gescheitert anzuseilen habe, in einer ungeheuren Erregung wurde die Debatte eröffnet. Bruno Perl und Felix Rosenbilüth versuchten den Karieliiag zu beruhigen und baten, in einer solchen erregten Stimmung keinerlei entscheidende Beschlüsse zu fassen. Arthur Stein erklärte, daß man unter diesen Umständen nicht mehr für dk Fusion eintreten könne- Nachdem der Blau-Weiß das Statut nur widerwillig angenommen habe, seien die Grundlagen für eine wirkliche Fusion erschauen. Ferner wies er darauf hin. daß ein Teil der Delegierten schon abgefahren sei und daß man sich hüten solle, in dieser neuen Sniatinn die Fusion endgültig abzuschließen. In ähnlichem Sinne äußerte sidi Felix D a n z i g e r. Jetn wurde der Karteütag wieder unterbrochen, uni es tra: die Persona!koininission mit dem Präsidium zu einer mehrere Sunden dauernden Beratung zusammen. Ferner hatten, nachdem vom .Blut-Weiß um eine nochmalige Aufnahme der Verhandlung gebeten worden war, Besprechungen mit dem Blau-Weiß stattgefunden, in denen sie sich nunmehr mit der Bildung eines kollegialen Präsidiums einverstanden erklärten. Nachdem in der Personalkommission in heftiger Debatte die

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