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Der jüdische Student · 1923-01-01 · Heft 1 (Januar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 1 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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20 chung bedeute. Die Ursachen für diese Erscheinung werden in der völlig verschiedenen Struktur von Blau-Weiß und KJV. gesehen, und die Folgerung, die daraus gezogen wird, ist der Vorschlag, die nach An&sekt der beiden Verfasser drückenden Fesseln des KJB.-Statuts zu sprengen xmd ein neues Abkommen zu treffen, durch das dem Blau-Weiß eine größere Bewegungsfreiheit und Selbständigkeit wieder gegeben würde. Die BsmdQSlelmng des Blau-Weiß soll wieder hergestellt werden und das 'Bsindesgesetz In Geltung bleiben. Ein gemeinsames Präsidium, das über dieser Bundes'eitung und einem für die Korporationen besonderen Präsidium steht, soll als seine eigentliche Aufgabe die Herbeiführung einer endgültigen Fusion zugewiesen erhalten. Dieser Vorschlag ist nach längerer Aussprache seitens der HUV.er abgelehnt worden. Die Gründe für diese Ablehnung wurzeln in verschiedenen Tiefenlagen. Ein Vorschlag, wie er im Memorandum ausgesprochen war. hätte auch abgelehnt werden müssen, wenn er von irgend einer beliebigen zionistischen Organisation, etwa dem fierzlbund, gemacht worden wäre. Denn er ist ein Kompromißvorschlag. durch den der Gedanke der Fusion weder leben noch sterben kann. Zwei Organisationen, die sich fusionieren wollen, d. h. also ihre Eigenart zugunsten eines höheren Dritten aufgeben wollen, müssen auch in der Form der Organisation aus ^rem Wille:! die Konsequenzen ziehen. Gerade wenn durch die vorangegangene getrennte Entwicklung der beiden Bünde ihre Differenz im Augenblick des Fu-sionsabschlusses noch groß ist, kann die Fusion nur durch die Führung einer einheitlichen entschlossenen Leitung gelingen, die sich nicht elamit begnügt, die Plattform zur Erkämpfung beiderseitiger Prestige- und* Souveränitätsansprüche zu sein, sondern die die Verfügungsgewalt über alle .Menschen des neuen Bundes besitzt und somit imstande ist, die wirkliche Einheit der sich fusionierenden Bünde zu fördern und zu leiten. Sonst hat die Fusion keinen Sinn, sonst wird sie nicht ernstlich gewollt" Die Erfahrung, daß die Blau-Weißen die Einsicht in die Konsequenzen nicht besaßen, die aus dem von ihnen einhellig und immer wieder bei«onien Fusionswillen zu ziehen sind, ist jedoch nicht das Einzige und das Entscheidende, was die Stellungnahme der KJV.er verursachte, und was hier zu besprechen ist. Erschöpften sich die Dinge mit den bisher erwähnten Fragen, so wäre die Aussprache jener Nacht nach kurzer Zeit beendet gewesen, aber diese Aussprache bewegte sich um ein merkwürdiges Zemralproblem. Es stellte sich -nämlich in einem immer stärkeren und erschreckenderen Maße heraus, daß zwischen den Mitgliedern der Bundesk innig des Blau-Weiß und den Mitgliedern des ehemaligen Präsidiums des* KJV. über keinen einzigen Punkt der Vereinbarungen, nicht etwa nw in - der Frage der Auslegung, sondern besonders in der Frage der reinen Tatsachen, eine Uebercinstimmung zu finden war. Diese, unter Menschen derselben Herkunft und desselben geistigen Niveaus fast rätselhafte Erscheinung hat die Naiveren unter uns empört xnd die heftigsten Gefühle gegenüber dem offenkundigen Betrug ausgelöst. Sie hat den Tieferblickenden gelehrt, daß nicht persönliche Momente, von ienen später 'noch zu sprechen ist. zur Erklärung ausreichen, sondern daß ■sich hier der zionistischen Oefientlichkeit an einem prägnanten Beispiel lie ungeheure Gefahr des Einflusses der faezistischen deistesinfecüon offenbart hat- Der Bundesgedanke des Blau-Weiß, dessen lebendige intensiü:ssie:gender Wirkung nicht geleugnet werden kann, schließt die Menschen, die inner seiner Diktatur stehen, zu einer völlig nach außen abgegrenzten geschlossenen Einheit zusammen. Innerhalb dieses Kreises entwickelt sich mit Xotw endigkeil eine e'gin ähnliche, jene ungeheuer starke Bindung, symbolisierende Geheinisprache. die die konventionelle Verständigung mit .Außenstehenden schließlich unmöglich macht. Das eben Ge^uae sielt keine Uebertreibung dar. Eine der wesentlichen Streitfragen war es cb nach Abschluß der Fusion und Annahme des vorläufigen KJB.-Statuts das Blau-Weiß-Gesetz von Prunn noch in-

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