Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Bericht über die Fusionsverhandlungen usw. daß wir zu einer wirklichen Fusion gelangen wollen und daß -die Voraussetzung dafür sein maß. daß es nach Abschluß der Fusion keine besonderen Bestimmungen und keine Institutionen geben darf, die nur für einen Teil des neuen Bundes gelten sollen. Aus diesem Grund machen wir Euch folgende Vorschläge: 1. Es soll ein Mitglied der Bundesleitung und ein Mitglied des Präsidiums die Gesetze des Blau-Weiß und die Statuten des KJV. durcharbeiten, und es soll ein gemeinsames provisorisches Statut ausgearbeitet werden und damit festgestellt werden, ob Bestimmungen übrig bleiben, die von dem anderen Teile nicht akzeptiert werden können. Wir sind*der Meinung, daß derartige Bestimmungen, wenn sie wesentlicher -Art sind, nicht in den neuen Bund übernommen werden dürften, glauben aber, daß nur nach einer ernsthaften Durchberatung der Statuten festgestellt werden kann, ob derartige Bestimmungen.-in einem der Bände existieren. Vom Präsidium aus wird Bundesbruder Arthur Stein zur Verfügung stehen. 2. Die Frage des Keren liajessod betrachten wir nach dem Euch bekannten Beschluß des Landesvorstandes als genügend geklärt. Dagegen bedürfen die wirtschaftlichen Unternehmungen .des Blau-WeiS noch einer Prüfung. Wir schlagen folgende Regelung vor: Das gegenwärtige Wirtschaftsann des Blau-Weiß soll als eine besondere Organisation außerhalb des KJB. Blau-Weiß existieren, kann aber natürlich wie bisher von derselben Person geleitet werden. Seine Aufgabe ist, zu den Vermittlungsgeschäften und sonstigen wirtschaftlichen Unternehmungen sowohl Angehörige des KJB. Blau-Weiß sowie andere deutsche Zionisten heranzuziehen. Die formelle Verpflichtung der Blau- Weißen gegenüber dem Wirtschaftsamt würde dann natürlich aufhören. Es wäre u. E. auch zu begrüßen, wenn die jüngeren Blau-Weißen mit den wirtschaftlichen Angelegenheiten nichts zu tun hätten. Dafür würden - wir uns aber dafür einsetzen, daß die Angehörigen des KJV. an'diesen Unternehmungen mitarbeiten. Wir machen Euch diese Vorschläge schriftlich, um eine klare Grundlage für die Besprechung in der nächsten Kommissionssitzung zu haben und bitten Euch, Euch über unsere Vorschläge zu unterhalten, damit in einer gemeinsamen Sitzung diese Fragen entschieden werden können. Wenn Ihr mit unsern Vorschlägen unter Nr. 1 einverstanden seid, würde es sich vielleicht empfehlen, daß sich der betreffende Blau- WuiHe sofort mit Arthur Stein in Verbindung setzt und mit ihm die Dircharbeitung der Statuten und der Gesetze beginnt. Im übrigen halten wir eine bald einzuberufende Sitzung für notwendige wobei wir gr< Hten Wert darauf legen, daß sämtliche Angehörige der Kommission der Sitzung von Anfang bis zum Ende beiwohnen. Mit Zionsgruß! Das Präsidium des KJV. gez. Fritz L ö w e n s t e i n." Es fand nunmehr eine gerneinsame Sitzung, die sich mit den in diesem Briefe angedeuteten Fragen zu beschäftigen hatte, statt. Es nahmen an ihr seiuns des KJV. teil: Fritz Löwenstein. Bruno Per), Leo Rosenblüth, Arthur Siein. vom Blau-Weiß: Walter Moses. Walter .Moses erklärte den Brief gelesen zu haben und mit den darin aufgestellten Forderungen einverstanden zu sein. Es müsse ein gemeinsames Statut des KJB. Blau-Weiß ausgearbeitet werden, mit dessen Annahme das Gesetz des Blau-Weiß ebenso wie das Statut des KJV. außer Kraft treten werden. Diese Erklärung wurde eindeutig abgegeben und ermöglichte uns die Fortführung der Fusio ^Verhandlungen,, da wir entschlossen gewesen waren, die Fusion nur unter diesen Voraussetzungen überhaupt abzuschließen. Zur Ausarbeitung des Statuts wurde Benno Cohn und Arthur Stein bestimmt. Ersterer war nicht in Berlin anwesend, und da.sich seine Anwesenheit immer weiter hinauszögerte, wurde in einer späteren gemeinsamen Sitzung an