Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 20 (1923)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Bericht über die Fusionsverhandlungen zwischen Präsidium und Bundesleitung. Die nachfolgende Darstellung versucht den Verlauf der Fusionsverhandlungen vor und auf dem Kartelltag darzulegen. Das KJV. ging, als es in die Fusionsverhandlungen eintrat, von dem Grundgedanken aus, daß die Auseinandersetzung über die prinzipiellen Fragen nur im Rahmen eines einheitlichen Kartells möglich sei. Aus diesem Grunde kam es uns darauf an, sofort den organisatorischen Rahmen eines einheitlichen Kartells zu schaffen und diesem die Klärung der geistigen Probleme zu überlassen.*) Dieser Standpunkt wurde von uns wiederholt gegenüber dem Biau-Weiß zum Ausdruck gebracht, so insbesondere von Kurt Blumen ield in einer Sitzung, auf der von seiten des Blau-Weiß nicht nur die -Mitglieder der Bundesleitung, sondern auch der größere Teil der Berliner Führerschaft anwesend war. Nachdem in einigen gemeinsamen Sitzungen des Präsidiums und der Bundesleitung des Blau-Weiß die organisatorische Form des neuen Kartells diskutiert worden war, wurden Leo Rosenbtüth und Fritz Low en's rein von uns und Georg Strauß vom Blau-Weiß beauftragt .gemeinsam die Grar.dzüge einer solch ja Verfassung auszuarbe'ua. Diese Kommission arbeitete nach emgehemier Unterhaltung die \ rmmVagen der Fasion aus, die dann in gemeinsamer Sitzung von Präsidium u::d Bundesleituug durchgesprochen, in F*r?zclheiten abgeändert und angenommen wurden. Sie sind auf der letzten Seite des Statuts des KJB. Blau-Weiß unter dem Namen „Fusiunsabkommeu" abgedruckt. Dieses ..Fusionsabkommen** enthält bereits, die Grundzüge aller Bestimmungen des Statuts, insbesondere enthält es bereits den gemeinsamen Kartelltag und das gemeinsame Präsidium. Da in einer der Besprechungen Zweifel darüber auftauchten, ob der in diesem Fusionsabkommen vorgesehene reehtiiche Zustand bereits mit dem a.-o. K.-T. zu beginnen habe, oder erst auf dem ersten ordentlichen Karteiltag des KJB. Blau-Weiß, und insbesondere Georg Strauß offenbar der letzteren Ansicht zuzuneigen schien, stellte Fritz L öwenst e in an Walter M o s e s die Frage, ob * seiner Ansicht nach es noch eint BundesJeitung des Blau-Weiß geben werde, wenn der Karteiltag die Fusion beschlossen habe. Diese Frage wurde von Walter AI o s e s eindeutig und klar verneint. Nachdem dann die erweiterte Präsidiumssitzung sich grundsätzlich auf den Standpunkt der Fusion gestellt hatte, beschäftigte sich das Präsidium erneut mit einer Prüfung der Voraussetzung, die für das KJV. zum Abschluß der Fusion unerläßlich sei. Wir gelangten einhellig zu dem Ergebnis daß zur Herstellung eines einheitlichen neuen Kartells drei Fragen zu klären seien: die des Keren Haiessod. des W inschahsamtes und der Gesetze. Nachdem in der Frage des Keren Haiessod der Landesvorscand der Z.V.i.D. einen Bechluß gefaßt hatte, öurch den dem Blau-Weiß vorläufig für 6 Monate die Einziehung des Maasser gestattet worden war, stellten wir uns auf den Standpunkt, daß von uns aus diese Frr.gc ausgeschaltet werden kann. Die beiden übrigen Punkte beschlossen wir mit der Bandesleitung zu klären und richteten deshalb den nachfolgenden Brief au die Bundesleitung, tun die nächste Sitzung zu erleichtern und unsere Forderungen präziser darzustellen: ..Das-Präsidium des KJV. Berlin, d. 15. 11. 1022. An die Buudesleitungen des Blau-Weiß Berlin- Liebe Freunde! Wir haben uns in der gestrigen Präsidiumssitzung noch einmal mit einer Reihe von Fragen beschäftigt, die uns noch nicht genügend geklärt erscheinen. Wir sind dabei von dem Gedanken ausgegangen. *) Siehe Rundschreiben des Präsidiums des KJV. vom 6. Vi Y)22.