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Der jüdische Student · 1923-01-01 · Heft 1 (Januar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 1 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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1% Memorandum akzeptierten für den BlauAVelß den so abgeänderten Entwurf. Indem der Kanclkag sich sodann prinzipiell für die .Fusion entschied und das abgeänderte Statut annahm, wurde damit die Fusion mit einem Rechtszustand gtfschanen, der dem wirkFchen Willen der Blau-Weiß-Führung nicht entsprach: Anstelle der Arbeitsgemeinschaft war die definitive Form eines e:nhc"*licher» Kartells gesetzt und das Eigenleben des Blau-Weiß aufgebsber. worden. ]j: der Präsidenfragc suchte nun der Blau-Weiß ein Acqulvalcnt für die v^.n ihm erlittene Einbuße zu erhalten, indem er Walter Moses zum Pnisicen 'vorschlug, oder evtl. eine der beiden Kon suis teilen von ilim zu bcseizcn verlangte. An der einmütigen Ablehnung dieser Vorschläge durch das KJV. schien inr einen Augenblick die Fusion endgültig gescheitert zu sein. Da es der Blau-Weiß aber nicht auf sich nehmen wollte, megen einer Personenfrage den Fusionsplan zu zerschlagen, erklärte er sÄ:h iimer dem Drucke der Verhältnisse mit einem kollegialen Präsidium einverstanden. Dieses wurde vom Kartelltag gewählt und übernahm die Leitung des neuen Kartells. E.?. unbefangener Rückblick über den eben gvsclrkierteii Tatbestand erweckt den Eindruck einer durch viele m^giücklicbe rmständo und Wißv^rstärdnisse verschärften mangelnden politischen Führung sowohl im Bllau-W eiß, wie im KJV-, die an allen Punkten zu Kompromissen und damit zi keiner beglückenden Lösung der so problematischen Frage führen mußte, ixe pl^zliche Erkrankung zweier Mitglieder der Buudeskitung hat 'auf Sähen des Blau-Weiß zweifellos zu der auf dem Kartell tag zutage getretenen Verwirrung und Direktionslosigkeit geführt. Einmal in den Win vrarr politischer Handlungsweise, schiefer Situationen und halb verv siandeüer offizieller und nicht offizieller Aeußertnigen befangen, konnte Eoan in der verquälten Stimmung des Kartelltages und seiner Foyers nichts Gerades und Fruchtbares zustande bringen. Nicht in offenem und ehrlichem Meinungsaustausch, sondern in der Zwangsjacke politischer Gebundenheit saad die Ergebnisse zustande gekommen, die deshalb auch nicht von Dauer stin können. IE » Di.- auf der Grundlage, der mechanischen Fusion entstandene Lage muß ie>halb lähmend auf die Menschen trotz all ihres guten Willens \V.rke2r. weil die Einheit des Lebens und der Lebensform verwundet ist. Um nicht ein Memorandum' sich in..theoretischen Untersuchungen verlieren zs!a>-sen. >oll in einem Satze betont werden, daß das Leben wm Geir.elnscmJ:c;u daß besonders das aus dem Geiste der Jugend geformte Leb.:'* des Blau-Weiß seine Gestalt nicht mit einem Federstrich verändern kiim, ohne nicht den Menschen ihren natürlichen Boden zu entziehen. Indern man vonseiten der Vertragschließenden dem bloßen nationalen Willen zi vielzugetraut, indem man den tiefsten Kern des Biau-Weiß-Lebens nicht birückskhtigt 'hat, ist man der Versuchung erlegen, eine künstliche Kons.;ruk;>.n für eine neue Leher.snuiglichkeit zu hallen. Eine solche Konsinik;".'!1. wurde gleichsam blind gebaut, Jedenfalls nicht mit dem ges:härf*en Blick für die vorhandenen Kräfte, die einzig und allein die Grundlage d.s zu errichtenden Gebäudes hätten bilden können. Die Einsicht in die Gegc:>.;Uze des Seins zwischen KJV. und Blau-Weiß ist durch das Bild dis großen K.iB. Blau-Weiß getrübt worden, und daher muß in schlagwör f. ich er Kürze das Heterogene in den Elementen der Fusion nochmals aufgedeckt werden. Die Überzeichneten wollen damit weder eine Kluft anregen, noch die natürlich vorhandene vergrößern, sondern vielmehr sdiuii. wie die Dinge sind und sagen, wie sie sind. Der Unterschied zwischen Aeiteren und Jüngeren trifft nicht den Gegensatz raschen KJV. und Blau-Weiß: der Gegeiisaiz liegt tiefer. Während eile Erziehung des KJV. den individuellen Menschen in seiner Ganzheit >eiü;ji und von der intclickuidk-i: Einsicht aus, die sie entwickelt, seine

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