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Der jüdische Student · 1923-01-01 · Heft 1 (Januar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 1 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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4 Die Aufhebung der Fusion zwischen KJV. und Blau-Weiß die Fusion nicht, tun den Blau-Weiß zu „verschlucken", aber doch mit dem klar erkennbaren Willen, auf die Grundlasen des Blau-Wejß umgestaltend einzuwirken. Eine Arbeitsgemeinschaft, von der Mehrheit mit Recht als Unmöglichkeit empfunden, hätte das volle .Maß von Mitverantwortung für das gesamte Tun und Lassen des Blau-Weiß bei einem sehr geringen Grade einer Beeinilussungsmöglichkeit bedeutet. Die Vorschläge des Memorandums liefen im wesentlichen praktisch darauf hinaus, das feste Gepräge des Blau-Weiß wieder herzustellen und den Band als solchen, nicht die einzelnen Menschen, in die notwendigwerdende, geistige Auseinandersetzung eintreten zu lassen. Das gleichzeitig gemachte Zugeständnis der Wiederherstellung des alten KJV. bedeutete demgegenüber ein Nichts; denn/unsere Menschen waren innerlich fusionsbereit. Sie hätten, weil sie eine wirkliche Fusion - wollten, von dicNer. ihrer inneren Einstellung zuwiderlaufenden Konzession keinen Gebrauch gemacht. Als einzelne aber, den durch den Bund gebundenen Menschen des Blau-Weiß entgegenzutreten, bedeutet bei dessen eigenartiger geistiger Struktur eine aussichtslose Position. Fusion heißt für uns a 11 e in d a s v ö 11 i g e ineinander Aufgehen und s i c h u m w andein in ein Drittgebild e. die Möglichkeit, die die erneut geforderte Grenzziehung erschweren mußte, über nicht verkante verschiedene Ausgangspunkte hinweg Gemeinsamkeiten immer mehr zu K-tonen und zu entwickeln. Hier muß grundsätzlich ein Finwand entkräftet werden, der seile.:s der Blau-Weißen diesen unseren Ausführungen entgegengesetzt wurde. Man wehrte sich gegen eine vollständige Fusion mit der Behauptung, sie ertöte das Leben des Blau-Weiß, indem sie ihm seine ..Seinsfaktoren" entzöge, eine unmögliche Forderung-, der sich kein Organismus auch bei willensmäßiger Bereitschaft fügen könne. Abgesehen davon, daß von einer Ertötung lebenswichtiger „Dinge** des Blau- Weiß schlecht die Rede sein kann, verkennt eine derartige Einstellung das eigentliche Wesen jeglicher Fusion. Wie kann man jemals zu einer höheren Einheit gelangen, wenn jeder Partner ängstlich sein Sein gewahrt wissen will, „an dem Gefüge des Bundes nicht gerüttelt werden darf/* Fusion bedeutet eine Aufgabe, ein Sollen, ein bewußtes Aufgeben seines Seins zugunsten eines gewollten Neuen. Dieses wird notwendigerweise das Starke und Echte 'beider Entstehungsquellen zu einer höheren Seinsform vereinigt in sich schließen. FUs Kartell konnte nicht, sogar noch unter seinem Namen und seiner Verantwortlichkeit, eine Entwicklung dulden, die, wie oft ausgesprochen, von aas als den wahren Bedürfnissen einer zionistischen Jugendbewegung nicht entsprechend empfunden wurde. Es durfte nicht durch eine S c h e i n f u s i o n unter Verzicht a u f jede, tatsächlich e E i n w i r k un g s m ö g 1 i c h k e i t seine Kräfte binden. Wollte man nicht eine wirkliche Fusion, so mußte eine verantwortliche Führung dafür Sorge tragen, daß die volle Handlungsfreiheit des Kartells wiederhergestellt würde. Es ist stark zu bezweifeln, ob nach den Vorschlägen des Memorandumc. dessen eigentlichster Zweck war, die Reservatrechte beider Gruppen zu legalisieren, jemals die angestrebte Vereinigung zustande gekommen wäre. Jedenia-üs hätte seine Annahme bedeutet, daß die Fu-iom ihrer Art nach ein einmaliger Vorgang, zu einem dauernden Inhalt unseres Karte':!ebens geworden wäre, ein Zustand, dessen Unmöglichkeit sich schon daraus ergibt, daß damit die Durcharbeitung wichtiger geistiger Probleme und * asemauaersetzung .n, die uns bevorstehen, für Jahre hintan gehalten wäre. A'er selbst, wenn mm unter Hin tan Stellung aller dieser nicht zu übersehe:: Jen Bedenken um der Giüße des neuen Gedankens einer einheitlicher. Jugendbcw egung willen sich, zu einem gewissen Nachgeben nach irgendeiner Richtung hä.te entschließen wollen, bestand eine'grundlegende Schwierigkeit, die es verbot, dem Blau-Weiß auf die neue Verhandlungs-

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