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Der jüdische Student · 1923-01-01 · Heft 1 (Januar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 1 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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j Die Aufhebung der Fusion zwischen fOV. und B'au-Wciß .? j " ' - : ' ' "! | arbeiten, wahrend es insbesondere in Berlin, z. B. im RuJer-VJSt. und irr der Maccabaea zu einer eigentlichen Fusion nicht gekommen war. Unsere Prüsidiumsvertreter glaubten, daß eine derartige Situation, deren Folgen sich in einem Gefühl völliger Richtungslosigkeit und allge- " meiner Mißstimmung bemerkbar machten, auf jeden Fall beendet werden müsse, in einer Sitzung, die am Sonntag, den 21. Januar, stattfand, (es nahmen teil Bile^kL Bertram Fächer, Foerdcr, Fritz Lüwenstein, Bruno Perl. Felix und Leo Roscnblüth, Arthur Stein) kam man einstimmig zu dem Ergebnis, daß man im Interesse der gemeinsamen Weiterarbeit die gegenseitigen Beziehungen klären und den Blau-W eiß unzweideutig vor die Frage steilen müsse, ob er noch den (bedanken der Fusion überhaupt bejahe und bereit sei, auf der gemeinsam geschaffenen Grundlage die Arbeit wirklich aufzunehmen. In der entscheidenden Sitzung, die am nächsten Tage stattfand, begründete Felix Roscnblüth diesen unseren Standpunkt, der unbedingt Klarheit schaffen wollte, betonte unseren Willen, im neuen Bund und für den neuen Bund zu arbeiten, und verlangte von den Blau-Weißen eine dementspreehende Erklärung. Die Präsidiumsvertreter des ßlau-WVß hatt-en ebenfalls am Tage zuvor über die Lage beratschlagt. Als Antwort auf die Ausführungen von F\lix R o s e n b 1 ü t h überreichte Georg Strauß ein von ihm und Martin Band mann unterzeichnetes .Memorandum.*) das ebenfalls eine grundsätzliche Klärung alier DÜferciizputikte allerdings in einer von unserer Auffassung völlig abweichenden Richtung verlangte. In dem Memorandum ' wurde etwa, ausgeführt, daß um der zu bejahenden Idee der Fusion willen I eine Revision der Fusionsform notwendig sei. Man müsse an 'Stelle des | jetzt vorhandenen „mechanischen Fabrikats*' eine wirkliche Fusion schaffen, die ein organisches Zusammenwachsen der beiden Bünde gewährleistete. Nach einer nochmaligen, eingehenden Analyse der Verschiedenheiten des KJV. und des Blau-W eiß forderten dann die Unterzeichner des 'Memorandums eine Umänderung der Organisationsform des KJB. Ihre Hauptforderungen waren etwa folgende: innerhalb des KJB. sollten als selbständige Gruppen der Blau-Weiß . und die Korporationen fortbestehen. Die Gesetze des Blau-Weiß sollten unberührt bestehen bleiben. Die Bundesleitung des Blau-Weiß und eine Zusammenfassung der KJV.-Korporationen sollten wieder hergestellt werden, ein über ihnen stehendes gemeinsames Präsidium sollte geschaffen werden mit der Aufgabe, die Fusion intensiv und definitiv vorzubereiten und alle , Formen, die zu einer wirklichen Fusion führen, weiter zu bilden. Wir glaubten um des hohen Finsatzes willen — es stand Sein oder Nichtsein des KJB. auf dem Spiele — nochmals eingehend und vorurteilsfrei diese Bedingungen durchprüfen zu müssen, die, wie man auf Gern ersten Blick_erkennen wird, sich von den auf dem Kartelltag getroffenen Abmachungen erheblich unterscheiden. Wir waren uns der vollen Verantwortlichkeit unseres Tuns bewußt, glaubten aber dennoch im Interesse der zionistischen Jugendbewegung zu einer Ablehnung des Memorandums kommen zu müssen. i Der Vorschlag von Georg St r a u ß bedeutete an sich schon das j Ende der Fusion und wollte an deren Stelle die von dem Kartelltag i ausdrücklich abgelehnte Arbeitsgemeinschaft, bestenfalls das Zui sammenarbeiten in einem Rahmcnkartell. unter Aufrechterhaltung der | Individualität des KJV. und des Blau-We.ß setzen. Das Präsidium glaubte 1 sich zunächst schon rein formell nicht zu der Annahme eines vom Kartell- I tag-e abgelehnten Vorschlags befugt, um so mehr nicht, als schwerste innerliche Bedenken gegen den neuen Lösungsversuch sprachen. Das Kartell haue bei den ganzen der Fusion vorausgehenden Auseinanderj Setzungen und Verhandlungen immer sehr deutlich zum Atisdruck gebracht, ) daß es gewisse Erziehungsmethoden des Blau-Weil*, insbesondere seine j verabsolutierte Bundesideologie, nicht anerkennen könne- Wir machten *) Siehe Seite 7.

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