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Der jüdische Student · 1923-01-01 · Heft 1 (Januar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
20 (1923)
Issue
Heft 1 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 Die Aufhebung der Fusion zwischen KJV. und ßlau-WeiS Die Aufhebung der Fusion zwischen K.).V. und Blau-Weiß. Bericht über die letzte Präsidiuinssitzuns von Herbert Förder - Königsberg. Die großen Erwartungen, die wir in Uebereinsümmuu.:; mit der uher^ wiegenden Mehrheit des Kartells auf die Fusion und die gemeinsame Arbeit der nächsten Monate gesetzt hatten, haben sich als irritc erwiesen. Der neue Bund, dessen feste Grundlagen wir auf dun Kartelnag gelebt zu haben glaubten, hat siel] nicht nur nicht durchzusetzen vermocht, er hat vielmehr bereits aufgehört zu bestehen. Eine am 23. Jamuar stattgefundene Präsldiumssitzung des KJB. hat damit geendet, daß unsere Vertreter nach eingehenden Beratungen urftl Ueberlegungen einstimmig erklärten, die Fusion müsse von sehen des KJV. als aufgehoben angeselten werden. Die Tatsache dieses überraschend schnellen Auscinanderfalletis des KJB. Blau-Weiß wird der Mehrzahl von Euch durch persönliche Benachrichtigung schon bekannt sein- Es ist aber notwendig. die Ges:hennisse, die zu diesem von uns allen unerwarteten Ausgang** geführ; haben, dem Kartei! zu seiner Orientierung ausführlich darzuleg:-r.. Miese völlige Klarlegung erscheint insbesondere gcb.nen. weil es dem Präsidium selbst zweifeihai; war, ob es. rein formell gesehen, zu diesem Schritte der Rückgängigmachung der Fusion legitimiert war. Die VeVhäUrdsse. die ein schnelles Handeln erforderten, zwangen uns. über formelle Bedenken hinweg, zu jenem Schritte. Wir hoffen, daß das Kartell nach einer Darlegung des gesamten Sachverhalts die Haltung des Präsidiums , als die einzig mögliche, zugleich aber auch als eine der auf dem Kartellrag?um Ausdruck gekommenen Stimmung entsprechende anerkennen wird. hs war für alle, selbst für die optimistischen Beurteiler der Entwicknmgsmrigiichkeuen des neuen Bundes ein selbstverständlicher Gedanke, daß mit dem Kartelltage und seinen Beschlüssen die Aufgabe der Fusion als solcher noch nicht gelöst war. Man glaubte aber, daß eine Sphäre sogeiiseivgen Vertrauens und Sichverstehens den Annäherungs- und schiieß- Ichen Verschmclzungsprozeli der beiden Fusiouspartner ermöglichen würde, V o r a u s s e t z u n g w ä r e a 11 e r d i n g s g e w esc n. d aß sich v o r ,:) lern das Präs i d i u m des n e u e n B u n des stark u n d. -entscheidend für die Idee des KJB. Blau-Weiß e'int e s e z t hätte und durch eigene Arbeit die M ö glichikeit seiner Verwirklichung gezeigt hätte. Statt dessen flachtv\) sich gerade in die» cm Kreise, dessen Aufgabe es gewesen wäre, leitend voranzugehen, mehr und mehr Schwierigkeiten bemerkbar. In der f-rsren Sitzung verlangte der Blau-Weiß die Mädchen frage in dem Sinne für sich gelöst, daß die -Müdcheubüude in das Kartell aufgenommen - bürden. Einen weiteren erheblichen D'fferenzpunkt bildete die Forderung des ehemaligen Blau-Weiß, die Wanderer bei der demnächst stattfindenden Verpflichtung auf die Formel des alten Blau-Weiß, das Gesetz von Prunn, zu verpflichten. In beiden Fragen schien uns ein Nachgaben unmöglich. Wichtig' ist liier festzustellen, daß diese beispielsweise abgeführten Einzelforderung<n nur konkrete Auswirkungen eiuei grundsätzlich anderen Haltung des Blau-Weiß der Fusion gegenüber waren, die sieh stärker und stärker bemerkbar machte. Georg Strauß war. o'Kvohl \ .v,n Blau-Weiß selbst nominiert, nicht in das neue Präsidium eingetreten. Er hatte grundsätzliche Bedenken gegen die Art der Fusion und setzte mehr und mehr in den Biau-Wcißkreisen seine Ansicht durch, daß cir B aa-Weiß durch die Fusion zu viel von seinem Eigenleben aufgegeben habe ur*d versuchen müsse, es auf alle Fälle zu erhalten. Diese allgemeine Grundstimmung schlug weitere Kreise und hinderte dm Beginn einer erfolgreichen Arbeit in den einzelnen Bunden. Lediglich iE der Hasmonaea gelang ein einigermaßen erfreuliches. Zusammen-

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