Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1922)
- Date
- 1922-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Werbearbeit Außenstehende zu wirken, und gerade für unsere jüngeren Bundesbrüder ist c> etherisch so nötig. d;:ß sie nach außen hin unsere Ideen veriii-'.ti;. luiiuvsbrüoLr, die innerhalb des Kartells gut arbeiten und die unsere ld.cn stark in sich aufgenommen haben, sind in der Regel genau so fah;^. werbend auf Außenstehende zu wirken. Ls ist ein Irrtum, wenn viele Bundesbrüder annehmen, daß die Keiltätigkeit so ein Kapitel für sich sei. d. h. daß beim Keilen Dinge in Anwendung kommen, die zunächst noch min Zionismus wenig zu tun haben. Wenn man die Berichte auf den Keilenventen hört, so beobachtet man immer wieder, mit was für frischen Vorstellungen die jungen Bundesbrüder an die Werbearbeit gehen. Vaele stellen sich vor, daß der Keilfux „auf unsern Leim gelockt werden sauß, daß ererst mal anbeißen muß. Wenn es für ihn zu spät ist, erkenn er dann, daß er sich unsern Gemeinschaften derart verpflichtet hat, dag er zunächst nicht zurück kann." Da er den „Betrieb44 gequält mitmache assimiliert er sich infolge seiner Trägheit allmählich an unser Kartell, bis er eines schönen Tages aufgenommen wird. »Eine Menge Leute sieben dann um ihn herum, was ihn ganz verlegen und verwirrt macht, saud ehe er sierfs versieht, wird ihm vom Erstchargierten das bund es brüderliche Du angeboten. D?s stellen sich die Bundesbrüder als das Normale vor. So denken sie sich unsern Expansionsvorgang, das sei die Art, wie wir werbend uns vergrößern. Es ist einzig und allein Sache der Erzieher, hier Wandlung zu schafferr. Die besten Außenstehenden werden nur so gewonnen werden, wenn sie selbst merken, daß die'KJV.er, die ihnen entgegentreten, in ganz bestimmten Dingen ihnen überlegen sind, "und wenn sie selbst sehen. daß unsere Leute auf Crund der zionistischen Ideen mit einer viel geschlosseneren Weltanschauung alle Dinge des Lebens betrachten. Wenn dann in ihm der Wunsch wach wird,, in unsern Gemeinschaften diese 'Ideen keinenzulenien, d. h. wenn sie plötzlich naiv von einem Tage zum andern erklären, //sie seien seit gestern abend Zionisten und wollen gern ins KJV. eintreten", dann soll man sie ganz ehrlich, allmählich darauf vorbereiten, daß unser Weg schwer ist und ihnen offen heraus erklären, daß man in Zukunft an sie riesengroße Forderungen stellen wird. Vor der Aufnahme müssen sie bereits wissen, daß sie Verpflichtungen von ungeheurer Tragweite übernehmen. Wir haben nur wenige Bundesbrüder, ile auf Crund dieser inneren zionistischen Sicherheit fähig sind, werbend nach außen zu wirken. Je mehr junge KJV.er in diesem Sinne herangebildet werden, um so größere Keilerfolge werden wir haben. Man kann hier einwenden, daß die Zahl der Keilfüxe von Jahr zu Jahr abnehmen. Ein Teil geht mit dem Einjährigen ab, der andere Teil tritt naö'i dem Abitur in eine Bank oder in ein Geschäft ein. Das ist richtig, <fs ist leichter, einen Studenten zu keilen, als einen Kaufmann. Es bleibi uns aber nichts anderes übrig, als jetzt in erhöhtem Maße, auch geeignet*.- Kaufleate zu gewinnen, wenn wir unser Existenzminimum an Menschet durch geeigneten Nachwuchs decken wollen. Sind die jungen Leute erst im Geschäft, so ist der Werbeerfolg sehr in Frage gestellt. Sie müssen von ury?. wenn wir Aussicht auf Erfolg haben wollen, bereits auf der Schule gewonnen sein. All diese Fragen werden durch eine evtl. Fusion litt dem Blau-Weiß nicht berührt. Auch nach einer Fusion gelten dieselben Grundsätze für unsere Werbearbeit. Unsere .Menschen werden sich danr eben aus zwei großen Reservoirs rekrutieren, aus den Wanderzügen uid aus den jungen Leuten, die wir im Alter von 17 bis 19 Jahren anwerben Wenn die Keilleiier unserer 41 Bezirke (Siehe Tabelle 1: Keilbezirke) pflichtgemäß arbeiten würden, so muß es uns gelingen, fast alle Adresser; der jüdischen Schüler Deutschlands von Obersekunda bis Oberprima festzustellen. Wir wollen es sodann erreichen, daß jeder Schülei, aucii wesn er sich in andern Jugendgemeinschaften bereits festgelegt hat,!\a:ner:,d:ri usw., von uns mit Werbematerial versehen wird. Es rcigt sich immer mehr, daß Freiburg und Heidelberg nufgehr-r: haben. Werbezentren zu sein, da die Studenten, die Freiburg