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Der jüdische Student · 1922-10-01 · Heft 8 (Oktober 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 8 (Oktober 1922)
Date
1922-10-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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r ■: H;c A::en Herren im KJV. :wi-•: ikii Blmnemcld in seinem Kampf gegen Zwirn immer recht ' gehabt. ' -irwili ist die Erringung einer Grundanschauung, wie des : Zicn^m-us,;t!s endgültige Stellungnahme zu fordern. Aber schon der \ Zionismus verändert dauernd sein Gesicht. War er uns früher eine Anschauung, die eine Auswirkung fast nur in unserer gefühlsn äOigen und geistigen Einstellung zur Umwelt hatte, so ist keine üb aen einen das politische, für d«-n :•-deren das . soziale, für den dritten das religiöse :*r :b'.ej; iitiiciiischeidend geworden. Man hätte vor 1914 bei einem deutschen Christen den Standpunkt verstehen können, daß der gerade bestellende Zustand der endgültige Zustand bleiben soll — obwohl diese Meinung zum Zusammenbruch geführt hat. Für uns ist eine derartige Ansicht gar nicht möglich, weil der Zionismus erst die Voraussetzung — und das Ziel — einer herbeizuführenden Entwicklung ist. Wir müssen uns also jeder neuen Situation anpassen, und zwar in einer Weise, die dem Zionismus am meisten nützt, — dies den sogenannten Reaktionären gesagt —, wir haben dabei aber alle bisher gemachten Erfahrungen zu verwerten, damit wir nicht bei ieder Wendung des Weges erst an den Start zurücklaufen müssen — dies für die sogenannten Revoluzzer. Die Alten Herren haben die Aufgabe, diese Gegensätze zu vereinen und die Synthese zu schaffen. Es ist also in jedem Einzelfalle zu entscheiden, 1. ob die geplante Entwicklung nötig und nützlich ist (hier ist einzig und allein die zionistische Wirkung maßgebend, dagegen z. B. nie ■ die Erage der Erhaltung bestimmter Kartellformen); 2. wie bejahendenfalls die Einrichtungen, die sich bisher bewährt haben, in diese Entwicklung einzuordnen sind (hier spielen die Erfahrungen, die wir mit den Kartellformen gemacht haben, eine bedeutende Rolle). Im Einzelfalle mag der Ahe Herr zur Verneinung der ersten Erage kommen, aber wir verlangen, daß er, statt nur zu nörgeln, die Erage ernsthaft prüft und daß er, wenn die entscheidenden Instanzen zur Bejahung gelangen, sich im Sinne der zweiten Frage betätigt. Unsere Alten Herren haben den bequemen Standpunkt eingenommen, den viele Nationalisten in Deutschland einnehmen, indem sie sich. In völliger Negation der Entwicklung, außerha'b der Strömungen des Lebens stellten. Es ist unmöglieh, einen Zustand zu verurteilen und sich gleichzeitig freiwillig der Handhabe zu begeben, mit der man eine Aenäerung herbeiführen könnte. Und nur. wer mitarbeitet, kann die Dinge in seinem Sinne beeinflussen. Noch schlimmer aber ist es. sich der Einflußnahme zu berauben, die Bundesbrüder der oben bezeichneten dritten Kategorie mindestens teilweise m seinem Sinne wirken zu lassen und dabei ihnen zu opponieren, weil sie überhaupt wirken. Die Alten Herren hatten zehnmal recht, als sie sich über das Verhalten der .lugend n-ach dem Kriege beschwerten, aber sie vergaßen, daß dieses Verhalten sich nur daraus erklären ließ, daß sie selbst vorher jahrelang fori waren: sie vergaßen also, daß auch eine Ae;sderäug nur dureh ihre eigene Arbeit herbeigeführt werden könnte und daß man über dem Ziel die momentanen unangenehmen Begleiterscheinuiübersehen müsse. Sie hielten aber diese Begleiterscheinungeil für die I1aup:s'".*he und ließen sich durch sie bestimmen, von aller Wirkungsmöe-behkeit abzusehen. Das war ein schwerer Eehler. der nicht perpe- -.'ieri and nicht wiederholt werden darr.! <ie Verhältnisse im Kartell werden durchsichtiger, wenn mau sie mit den m„lügen Zustanden der Umwelt vergleicht und in Beziehungen bringt. Es ist für mich kein Zweifel, daß alle Revolutionen — die auch der ent-e revolutionär zu vermeiden wünschte, wenn sein Ziel durch eine Evr-'mV.:. ir't Besiimnr.heif zu erreichen wäre — vermeidbar sind, ob s:e tr.ni : i f politischem c -der winsehaniiekem Boden erblühen. Es kommt darauf : n. ob die jeweils führende Schicht den Zeitpunkt, in dem die neue

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