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Der jüdische Student · 1922-10-01 · Heft 8 (Oktober 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 8 (Oktober 1922)
Date
1922-10-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Die AI am Herren in; KJV. Die Alten Herren im K]V. Von Arthur Stein. Das KJV. steht vor der M ö g Ii c Ii k e i t einer neuen Entwicklung. Man will eine neue .lugenJbewcgtmg scliaiien und .sie, um bisher gemachte Fehler zu vermeiden, von vornherein in das Kartell hineinnehmen und ihm einordnen. Ich lasse hierbei alle sonstigen Absichten unerürtert, da sie nur Beiwerk darstellen, ebenso lasse ich dahingestellt, ob die [Umwicklung mit dem Blau-Weiß gemacht werden soll oder gegen ihn. Ich will mit diesen Zeilen nicht in die Diskussion über die Sache selbst eingreifen, sondern zu der iür das Kartell überaus wichtigen Frage Stellung nehmen, in welcher Weise s i c Ii die Alton Herren überhaupt mit der Weiterentwicklung des Kartells befassen sollen. Die jetzige Situation ist nur der Anlaß zu . dieser prinzipiell und generell gestellten Frage. Für die Beantwortung gibt das Verhalten der Alten Herren im und nach dem Kriege gute Anhaltspunkte. Wi; hatten Alte Herren im Kartell, die glaubten, daß man der Jugend die Führung überlassen müsse. Diese Alten Herren haben die Berliner Maccabaea trotz ihres sonst guten Zustandes mit dieser Ansicht iür einige Jahre demoliert. Wir hatten eine andere Spielart von Alten Herren, denen alles, was sich neu entwickeln wollte, von vornherein so lächerlich und unmöglich erschien, da nicht einmal eine verständnisvolle Diskussion zustandegebracht werden konnte. Diese Alten Herren splitterten ab, zum mindesten verurteilten sie sich für die Zukunft zu völliger Einfiußlosigkeit und übernahmen die Rolle der alten Tanten, die auf dem Sofa übelnehmen und im Falle des Erfolges der anderen griesgrämig die merkwürdigen Zeitläufte beseufzen, im Falle des Mißerfolges aber ihre Stimmung durch eine gewisse Schadenfreude aufhellen lassen. Wir hatten schließlich die Alten Herren, die sich die Führung nicht aus der Hand nehmen ließen — auch in den Verbindungen haben gerade bei den besten Chargierten und in den besten Semestern immer Alte Herren geführt — die persönlich die Beziehungen zu den Jungen aufrechterhielten und sich sachlich ernsthaft mit ihnen auseinandersetzten, ohne einerseits die Notwendigkeit einer Entwicklung überhaupt zu leugnen und ohne andererseits ihre vollständige Ansicht preiszugeben. Diese Alten Herren haben, soweit ich es aus der Ferne beurteilen kann, die Königsberger und die Berliner Maccabaea saniert und dem Ruder-YJSt. eine Entwicklung gesichert, in der er das Kartell führen und intern sich von jeder Erschütterung - - auch von der sonst ausnahmslos eingetretenen Revolutionskrise ■— freihalten konnte, wobei gar keine. Rede davon sein kann, daß hier die Jugend sich.etwa hebe willenlos führen lassen (es hat auch hier schwere Kämpfe, aber eben keine Krisen gegeben und vor allen Dingen keine Krise, die wie sonst überall nach einj:u ungeheuren Aufwand von Energie ergebnislos zerstäubte, worüber wir uns nicht täuschen wollen). Diese Alten -Herren haben im Präsidium wie in der Provinz die Wiederaufnahme der Arbeit mich dem Kriege ermöglicht und auch jetzt wieder die Fühlung m'i dem KJY.cr-LJKU aufgenommen. Die 'Resultate geben die Antwort auf die Frage, wie die Alten Herren 'zweckmäßig KarteTiarbeit leisten können. Ein wahrhaftig:s Urteil über unsere A!t-h\ rre*schait sagt uns aber, daß der überw iegende Ted zu der f bell bezeichneten zweiten Kategorie gehört, die sich selbst zur Unfruchtbarkeit verdammen. An diese Bundesbrüder wende Ich mich jetzt iv.it der Bitte, meinen Ausführungen zu folgen, die Konsequenzen vus innen zr ziehen oder zu oppc nieren. iedenfalls aber zu einer tatsächlichen Anteilnahme zu gelangen. Eme Erstarrung der menschlichen Begriffe und Formen in enjg.illiger Fassung ist für die Zukunft, für die wir zu denken haben, unmöglich.

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