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Der jüdische Student · 1922-10-01 · Heft 8 (Oktober 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 8 (Oktober 1922)
Date
1922-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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f :;:c A!ui; ÜuTüi im KJV. lit ' Fnr.viekkmg einsetzt, und den Charakter der Entwicklung erkennt, ob sie e$ den Weg zu der Entwicklung selbst rindet, und den bestehenden Zustand er I nicht als die letzte überhaupt mögliche Formung ansieht, und ob sie \ 1 bereit ist. einzelne Positionen frei willig aufzugeben, stau zu warten, bis das t? "randainci:: zu<e :anicn-<r;r/t und shbegräbt, i )ics aUcs sehne!'! nicht au^. S i::tf man eine teste und schere Politik führt, aber man darf Festigkeit und e Sicherheit nich.i mit Kraftmeiertum verwechseln. Die deutsche Politik n war bei aller S:arrhe:t i.p.d bei allein Schwertgeklirr doch eine Politik des Zick/acks imj eine Kette von hysterisch aufflackernden .Momenten. Die englische Politik, der man ein starkes Zielbewußtsein nicht wird absprechen können, war nach innen wie nach außen immer elastisch und im gewissen Sinne nachgiebig. Leuau wie die Kraftmeierei führt die ironische Ueberhcbliehkcit zu nichts, die gegenüber neuen Dingen in Deutschland gern angebracht wird unJ zur momentanen Erledigung der Sachen verleitet, nach dem Sprich warn: ..Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht". Man j darf die Dinge nicht beurteilen, ohne sie sachlich genau untersucht und die sie veriechter.Jen Vertreter kennen gelernt zu haben. Wenn die Alten Herren fordern, daß die Jüngeren ihnen die nötige Achtung entgegenbringen, müssen sie zeigen, daß sie nicht nur mit gemachter Ueberlegenlieit. sondern räch mit w: hrer Ueberlcgung an richtige Probleme herangehen. Sie dürfen nicht Dinge bespötteln, die sie seit Jahren nur au?> gelegentlichen Z w d s c h c n i r ü g e r e i e n „kennen", sie dürfen nicht über Generationen urteilen, von denen ihnen kaum noch ein Angehöriger bekannt ist. Diese ironische UcberhebÜchkeit ist eine deutsch-journalistische Angewohnheit, ich glar.be, die meisten von uns haben noch nicht gemerkt, in welch hohem (irade wir von den politischen Zuständen und Anschauungen Deutschlands abhängig sind: man vergleiche unsere Stellungnahme in zionistischen Dingen vor, in und naclv dem Kriege, die man als ausschließlich indisch orientiert plakatierte und die in Wirklichkeit nur ein /hbild deutscher Veihältnlsse und deutscher Parteieinsteliungen darstellte. Diese Ueberhebiichkeit, die ohne Sachkenntnis Urteile fällt, muß ausgerottet werden, ebenso wie die Erkenntnis durchdringen muß, daß aiies Fremde .und Neue sich durchsetzt, wenn es notwendig ist, und daß es sich mit (lewalt durchsetzt, wenn es mit Gewalt verhindert wird. Allerdings ist es eine Frage politischen Instinkts, ob man erkennt, welche | lintw leklur.gen notwendig und welche erkünstelt sind. Ich habe oben j darauf hingewiesen, daß nur, wer mitarbeitet, Einfluß hat. Hieraus ergibt | sich Line Verpflichtung für die Aeiteren. Das Gegenbild bietet die Tat- : sache. daß nur eine Entwicklung, an der die Jugend ernsthaft arbeitet, j wesentlich ist -und wesentlich wird. Alles andere (man denke an den j Peehawer nach dem Kriege) ist Lärm um nichts, Srr< hfeuer. j Interesse beider Schiebten und unserer Ziele muß gefordert j v\ erden, daß bei Je den Weg zu gegenseitiger Einflußnahme finden und die j •Mten Ferren ihre Abstihcnzpc'itik aufgeben, ich bin mir darüber klar,; •'"II viele Pi:::Jesbrüder diese Ausfi drangen als eine Zusammenfassung v; n r cmcin plätzen rnsehui werden, aber im tiigllencn Verkehr mit ^'•^''en Pundesbrüdern n :iß ich die Erfahrung machen, daß sie diese An- ^innungen für das tägliche Leben als durchaus zutreffend und sclbstveri ländlich empfinden, für das Leben des Kartells aber nicht praktisch «••luvenden: und schließlich würde ich ja nicht zu diesen Darlegungen gezwungen sein, wenn rieht vielen Altem Herreu diese Erkenntnisse fehlten, oder ihre Anwendung nicht geläufig wäre.*); *) Bei Veröffentlichung dieses Artikels wird eine Situation vorj liegen, welche eine Berücksichtigung der ganz allgemein gedachten Ausbdirun gen in besonderem Umfange erfordern. Es wäre zu hoffen, daß die A!t-i lerrenschaft der schwierigen Situation gerecht werden wird. fn v.'eiteren Artikeln müßte gezeigt werden, wie im einzelnen und in der Praxis die Aitern Herren das Element für das Kartell werden könnten. W elches sie sein m ü D

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