Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1922)
- Date
- 1922-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige Gedanken zur neuen Kartellarbeit Klauben an das Kartell, wir brauchen deshalb Expansion, wir brauchen die Möghchkeit eigener Wlirkung auf die Jugend. Wir müssen zur Cmduziath erziehen und glauben. Hie Wege dazu gezeigt zu haben. 3. Pädagogisches. Bisher unifaßte der Blau-Weiß die Menschen unter lö, das KJV. die über IS Jahren. Heute ist die Entwicklung so, daß der Blau-Weiß Bünde der Aelteren schafft, in denen er die Menschen zusammenfassen wird, die dem Alter der KJVer entsprechen und das KJV. Jugendgruppen schafft, die Menschen unter IS Jahren umfassen. Es gilt für uns Klarheit darübei zu gewinnen, wie die Erziehung dieser Jüngeren zu leiten ist. Das wird dazu beitragen, unsere Kritik am Blau-Weiß zu vertiefen und unseren eigenen Weg deutlicher zu sehen. Der Mensch zwischen 14 und IS Jahren stellt einen Typus in der menschlichen Entwicklung dar, der ein ganz eigenes Gepräge hat. Es ist eine Zeit, in der der Verstand trotz aller Entwicklung sehr zurücktritt vor Gefühl und Instinkt, es ist eine Zeit, in der der junge Mensch von einem unklaren Sehnen, von einer Schwärmerei ergriffen wird, es ist die Zeit der ersten jungen Liebe, die Zeit der Begeisterung für alles Große, Schöne und Edle. In dieser Zeit ist der Mensch am leichtesten zu formen, so leicht zu führen, zu verführen. Er hat vielleicht schon die geistigen Fähigkeiten, aber er hat nicht die Neigung, klar und sachlach Stellung zu nehmen. Der junge jüdische Mensch ist in dieser Zeit ebenso leicht dazu zu gewinnen, sich ganz deutschen Idealen Irinzugeben, wie ganz jüdischen. Alan wird ihn für den Zionismus nicht schwere» gewinnen können wie für den Kommunismus, wie für irgend ein religiöses, ästhetisches oder sonstiges Ideal. Nur für eins wird man Ihn nicht gewinnen können, für einen Nützlichkeitsstandpunkt, für einen 'Materialismus. Diese ideale Einstellung macht den großen Wert dieser Zeit aus. Sie erfordert aber auch ein ungeheures Verantwortungsgefühl dessen, der eine solche Jugend führen will. Man erklärt, daß einer solchen Jugend ein untrüglicher Instinkt für Echtes und Unechtes innewohnt, daß sie den demagogischen vom wahren Erzieher unterscheiden kann, ich glaube, es :st ein Irrtum, der aus jener Ueberschätzung des jugendlichen Menschen stammt, die wir so wenig mitmachen dürfen, wie jene überwundene Anschauung, die den Jüngling wie ein Kind behandeln zu können meint. Die Formen, in denen diese jugendlichen Menschen zu leben gewohnt sind, werden durch die Worte: Gemeinschaft und Führer bezeichnet. Was die Gemeinschaft aneinanderbindet, ist nur zum allergeringsten Teil ihre sachliche Bildung. Eine zionistische Jugendgemeinschaft differiert nicht so sehr von einer kommunistischen. Was sie zusammenhält, ist das gemeinsame Feuer, die gemeinsame Sehnsucht, die gemeinsame HinraV. die dieses Alter auszeichnet. Aber was schließlich in dieser (je- .nciiNchair schläft, was nur in ihrem Unterbewußtsein vorhanden ist, aber iv.r.e daß derartige Gemeinschaften unmöglich wären, ist jenes Phänomen, las wir seit Blüher kennen. Der Führer spielt hier die Rolle des Entwickelten, des Mannes, der Vorbild sein kann, der das ist. wonach der ".-.•.-.'.'.ng sich sehnt. Sein Einfluß ist fast unbegrenzt und nichts wäre , :hcr als die vielfach von Blau-Weißen gehörte Behauptung, daß 'i im Blau-Weiß sich als Führer behaupten kann, der nicht wirklich •:e:i < iedanken des Blau-Weiß repräsentiert. In Wirklichkeit kann der, ier ei-.mal Fährer ist, seine Jungen führen, wohin er will. Gewiß ist eine Grenze gegeben, aber es dauert lange, bis sie erreicht wird. Ul idann kommt der große Uebergang vom Jüngling zum Manne, ceii v. ir schematiseh etwa mit dem IS. Lebensjahr ansetzen wollen. Es jsi die Zeit, wo sich der Mensch etwas auf sich selbst zurückzieht, wo er die Bindunger seine1* Jugend lockert und vielleicht durchschneidet, die le::. wo :hm die Welt und sein eigenes Ich zum erstenmal als Probleme;i.ei".en und er J;i;ch Steilung nehmen muß. Man hat uns auf der ageni:.ig.:ng ge^ag:. daß es zwar richtig sei. daß wir uns im A\:cvon 253