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Der jüdische Student · 1922-10-01 · Heft 8 (Oktober 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 8 (Oktober 1922)
Date
1922-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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-^•n i t ^* i.1.1.... ,J , t. •1 Tl*JL__ Einige Gedanken zur neuen Kartellarbeit 257 erhellt. Woher nimmt der Blau-Weiß den .Maßstab dafir. <h sich .zufrieden sein darf, woher nehmen wir ihn? Der Maßstab des Biau-Weiß ist im Grunde ein überaus einfacher. Es ist das Gefühl, in einer irischen und jungen Gemeinschaft zu leben und sich in ihr glücklieh zu fühlen. Ks hat auch bei uns dieses Kriterium vor übergehend -gegeben. Als wir die Kneipe beseitigten, und man im KJV. nach neuen Können suchte, hat man viel davon gesprochen, daß man sich wohl fühlen muß und hat den Wert einer Corporation danach gemessen, ob man sich in ihr wohl fühle. Es ist ein unverlierbares Ergebnis der letzten Entwicklung des Kartells, daß wir nur noch einen Wertmaßstab kennen, einen Wertmaßstab, der nicht im Wohlbefinden des Einzelnen und nicht im KJV. liegt: der Wertmaßstab der zionistischen Forderung. Nicht um unserer selbst willen leben wir, KJV. ist nicht letzter Selbstzweck, -und wir können deshalb ruhig den Gedanken ins Auge fassen, daß vielleicht Kamen wie KJV. und VJSt. fallen müssen, daß vielleicht manches historisch Gewordene von der heutigen zionus fischen Situation aus nicht mehr existenzberechtigt ist. Das KJV., jed-er einzelne KJVer und jeder Zionist muß unzufrieden sein; denn Erez Israel ist noch nicht erbaut. Das ist unser Ziel, und wer auf der Welt nichts kennt als seinen Zionismus, nichts kennt als arbeiten und Opfer bringen, sei es als Chaluz, sei es in der zionistischen Bewegung, der wird das Gefühl der Unzufriedenheit am stärksten empfinden; denn Erez Israel ist noch nicht erbaut. Deshalb sind alle KJV.-Krisen, alle Unzufriedenheit, alles Suchen nach neuen Aufgaben, nach neuen Wegen ein Zeichen unseres echten zionistischen Lebens. Wehe uns, wenn wir je zu dem Augenblick kommen, an dem wir sagen könnten: „Verweile doch, du bist so schön!" Nur daraus, daß wir stets unser Tun an der großen Aufgabe messen, die vor uns liegt, daß wir unzufrieden auf das wenige blicken, was wir getan haben, weil wir es mit dem Großen vergleichen, was vor uns liegt, nur daraus entsteht jene Spannung, jener Drang zin Tat, der Erez Israel erbauen wird. Wir wollen unzufrieden mit uns bleiben, wollen kritisieren und auf jeden hören, der uns, sei es im großen oder kleinen, neue Wege weisen kann. Aber wir wollen nie wieder au dem Wert des Kartells zweifeln, der sich gerade in dieser Unzufriedenheit am stärksten dokumentiert. Wir kennen nur einen Maßstab der Arbeit, die Forderung des Zionismus. Deshalb wird unsere Entwicklung letzten Endes nicht von uns bestimmt, sondern von der Entwicklung der zionistischen Bewegung. Dadurch ist unsere Entwicklung eine kontinuierliche. Wir haben Menschen, die an Charakter und wahrer Menschlichkeit, an zionistischer Leidenschaft, an Intelligenz und Gefühl sich jedem vergleichen können, der heute in anderen Bünden als Wertmaßstab betrachtet wird. Wir haben auch solchen Menschen als Wertmaßstab stets abgelehnt. Wir behalten uns das Recht vor. jeden Vorschlag, und wäre er noch so begeisternd, käme er aus den Köpfen der Klügsten und Besten unter uns. zu prüfen an unserem Wertmaßstab der zionistischen Forderung, und wir werden ablehnen, was dieser Forderung nicht entspricht. Man betrachte die Geschichte des KJV.. man wird geistige Entwicklungen finden. Entwicklungen, die denen des deutschen Zionismus voran gingen oder mit ihnen gleichzeitig waren. Sie sind für uns nicht mit den Namen von Bundesbrüdern verbunden. Was bedeutet etwas mehr Klugheit, etwas mehr politischer Blick im Vergleich zu der vor uns liegenden Aufgabe. Unsere Entwicklung ist kontinuierlich. Sie ist. wie man das im Blau-Weiß nennt, organisch erwachsen, und zwar nicht nur aus unserm Bund, sondern was uns wichtiger ist, im Sinne der zionistischen Idee. Im Sinne dieser tiee gehen wir an unsere Aufgabe heran. Sic erfordert von uns letzte Hingabe, Menschen für den Aufbau Palästinas, Menschen für die zionistische Situation. Was wir dem Kartell vorschlage:-, nur u;ht:ert \'< n der Priuung der Kar-ellsituation. von der ziouS . v -. . ..:Vr,iu - ue Diskussion w ird den Kern der Sache treffen, u:.; :X~u- . \\ ir I I * 1

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